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Es gibt unzählige Zierfische – einer schöner und faszinierender als der andere. Doch nicht alle sind auch pflegeleicht oder bleiben so winzig, wie sie auf Anhieb im Handel ausschauen. Wir stellen Ihnen ein paar Arten für Anfangs-Aquarianer vor.

Der Blick auf ein schön eingerichtetes Aquarium ist entspannend und faszinierend zugleich. Da  träumt so mancher gleich von einem Meeresaquarium. Eines vorweg: Anfängern ist davon abzuraten – und zwar im Sinne der Fische.

Die Pflege von beispielsweise farbenprächtigen Paletten-Doktorfischen oder aber Clownfischen – berühmt geworden durch „Nemo“ und „Dorie“ im Walt-Disney-Animationsfilm „Findet Nemo“ – gehört ausschließlich in die Hände von Experten. Denn ein Meeresaquarium erfordert nicht nur gründliches Wissen über die Tiere selbst, sondern auch über spezielle Bedingungen, die das salzhaltige Wasser erfüllen muss.

Für Einsteiger empfiehlt sich also ein Süßwasser-Aquarium. Hierzu ein Kurz-Ausflug in die Welt erster geeigneter Fischarten-„Klassiker“.

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Prachtbarben

Die lebhafte und als recht verfressen geltende Fischart ist pflegeleicht und bereitet im Aquarium kaum Schwierigkeiten. Die Prachtbarbe lebt im Schwarm und sollte mindestens zu fünft gehalten werden. Wild lebend kommt sie in Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal und Bangladesch vor. Prachtbarben eignen sich sehr gut für die Haltung im Gemeinschaftsaquarium. In der Wildnis erreichen sie eine Körperlänge von circa 14 Zentimetern, im Aquarium eher um die 8 Zentimeter.

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Genügsame Guppys

Hervorragend für Anfänger ist auch der Guppy. Das Ursprungsgebiet dieses populären Aquarienfisches ist Südamerika, unter anderem kommt er in Venezuela und Brasilien vor. Die Männchen sind mit etwa 3,5 Zentimeter Länge deutlich kleiner als die Weibchen und viel bunter gefärbt. Auch dieser Fisch freut sich über mindestens fünf Artgenossen.

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Schillernde Neonsalmler

Einer der wohl bekanntesten Aquarienfische ist der Neonsalmler, der ursprünglich aus Brasilien, Kolumbien und Peru stammt. Die  rund 2,2-3 Zentimeter kleinen Fische schillern rot-blau-silber fröhlich vor sich hin und sollten genauso unbedingt in Schwärmen gehalten werden.

Vorsicht ist angeraten bei dem Kauf roter und blauer Varianten: Sie stammen fast immer aus Wildfang. Besser greifen Sie auf den „Neontetra“ zurück, der extra für Aquarienliebhaber gezüchtet wird.

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Schwertträger für Anfänger

Beliebte „Einsteigerfische“ sind auch Schwertträger. Ihren Namen tragen sie wegen ihrer verlängerten Schwanzflossenspitze. Ursprungsgebiet: Mexiko, Guatemala, Honduras und Belize. Bei guter Pflege und je nach Geschlecht erreichen sie locker eine Größe von 14-16 Zentimetern. Bei dieser Fischart ist also von vornherein ein größeres Aquarium angeraten.

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Die große Welt der Welse

Welse kommen auf fast allen Kontinenten vor. Im Aquarium für Anfänger empfehlen sich vor allem Panzerwelse. Sie sind relativ robust und viele von ihnen haben auch halbwegs handhabbare Größen im Erwachsenenalter. Schöne „Einsteiger“-Welse sind beispielsweise Marmorierte Panzerwelse oder der sehr beliebte Leopardenpanzerwels mit ungefähr 6 Zentimetern Körperlänge.

Information ist bei Aquarianern alles

Wenn Sie folgende Dinge bei der Auswahl von Zierfischen beachten, steht Ihrem neuen, feucht-fröhlichen Hobby nichts mehr im Weg.

Erkundigen Sie sich im Zoofachhandel unbedingt vor dem Kauf, welche Fischarten überhaupt miteinander harmonieren – bevor die Anzahl Ihrer Fische urplötzlich schrumpft oder der ein oder andere Fisch angeknabbert oder durchs Becken gejagt wird. Und scheuen Sie sich nicht zu fragen, wie man die favorisierte Fischart optimal pflegt.

Welcher Fisch futtert denn eigentlich was?

Informieren Sie sich auch über die jeweiligen Futtergepflogenheiten, die recht unterschiedlich sind. Manche ernähren sich arttypisch von pflanzlichem Algenfutter, andere wiederum benötigen eiweißreiches Lebendfutter. Unterschiedliche Futterbedürfnisse im Aquarium machen einem Neu-Aquarianer nicht nur unnötig das Leben schwer, sondern bereiten auch vielen Fischen häufig ein vorzeitiges Ende.

Eine Frage der Herkunft

Profi-Aquarianer empfehlen bei der Vergesellschaftung von Fischen zudem, mal einen näheren Blick auf die natürlichen Herkunftsländer der jeweiligen Art zu werfen. Natürlich kann man asiatische Prachtbarben mit südamerikanischen Neontetras „in einen Topf werfen“. Oftmals herrschen aber in den Ländern unterschiedliche Wasserbedingungen, die bei einer Profi-Haltung berücksichtigt werden.

Aquarien – auf die richtige Größe achten

Und: Kaufen Sie kein Winz-Aquarium. Im Handel werden gerne sogenannte „Einsteiger-Sets“ angeboten, die meist alles andere als artgerecht sind. Die geeignete Größenordnung für kleinere Arten beginnt ab 80 Zentimetern Breite. Grundsätzlich ist immer zu beachten, dass sich die Tiere nicht auf der Pelle kleben. Bestücken Sie Ihr Aquarium also lieber mit einer überschaubaren Fisch-Crew.

Literatur-Tipp:

Um sich von Anfang an schnell und professionell in das Thema einzuarbeiten, gibt es unter gestandenen Aquarianern einen heißen Tipp. Legen Sie sich einfach den „Aquarien Atlas – Fotoindex 1-5 + Register 6“ von Hans A. Baensch und Dr. Gero Fischer zu, das im Mergus Verlag erschienen ist. Dort erfahren Sie alles Wissenswerte über Herkunft, arttypische Nahrungsansprüche, Vergesellschaftung bis hin zu optimalen Wasserwerten. Eine reiche Bebilderung, Kurzhinweise und Symbole runden dieses fachkundige Buch ab.

Die Taschenbuch-Variante kostet übrigens 24,80 Euro – eine Anschaffung, die sich aber für einen kompetenten „Fisch-Haushalt“ in jedem Fall lohnt.

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Ein Kommentar

  • Ich finde es immer bedenklich, Guppys als Anfängerfische zu bezeichnen, häufig sind die hübschen Guppys überzüchtet oder auch durch Inzucht vermehrt worden. Entsprechend steigt die Anfälligkeit für Krankheiten, mit denen Anfänger dann schnell überfordert sind. Leider.

    Aber ansonsten ein wirklich gut geschriebener Artikel.

    vg

    Anika

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