Hund-Futterallergie©-Tatiana-Katsai-Fotolia11

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Das Fütterungsprinzip BARF erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aber in den Diskussionen im Netz, finden sich mindestens ebenso viele Befürworter, wie Kritiker. Wir wollen uns in den nächsten beiden Wochen etwas ausführlicher mit dieser Fütterungsmethode beschäftigen, sie vorstellen und begründen, warum manche Kritik nicht ganz ungerechtfertigt ist.

Zunächst einmal muss man fragen: Was bedeutet BARF? Nun ja, dies ist eine lange Geschichte. Mittlerweile steht die Abkürzung im deutschen für “Biologisch artgerechtes Rohfutter”, im englischen für “Bones and Raw Food”. Zumindest sind dies die heute geläufigen Übersetzungen. Weitere gehandelte Aufschlüsselungen sind “Born again Raw Feeders” und “Billinghurst Australian Raw Food”. Wie auch immer man die Bezeichnung heute auflöst, der Name dafür stammt nicht vom Erfinder dieser Ernährungsweise. Wenn man dies so bezeichnen kann, denn anlehnen tut sich das Barfen an die Ernährung des Wolfes und darauf hat niemand ein Copyright. Die ersten Quellen jedoch, die auf diese Fütterungsweise hindeuten kommen von Züchtern aus den 50-er und 60-er Jahren. Bis es zu diesem Thema jedoch die ersten Veröffentlichungen gab, zogen noch knapp 40 Jahre ins Land.

Dr. Ian Billinghurst

In den frühen Neunzigern beschäftigte sich der australische Tierarzt Dr. Ian Billinghurst mit den Zusammenhängen von Allergien und Erkrankungen bei Hunden und industriell gefertigtem Futter. Das Ergebnis war ein Buch namens “Give your dog a bone”, in welchem der Veterinärmediziner dafür plädierte die Hundeernährung wieder mehr auf den biologischen Ursprung der Tiere zurück zu führen. Die Geschichte des Dosen- und Trockenfutters ist ja noch vergleichsweise jung und begann sich erst in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts zu entwickeln. Bis dahin wurden Hunde meist mit Schlachtabfällen, z.B Innereien oder Knochen mit Fleischresten gefüttert. Was Billinghurst in seinem Buch darüber schrieb, den Hund wieder mehr an seine biologische Ernährung zurück zu führen, darf gerne als Auslöser für die BARF Bewegung gesehen werden, die wir heute erleben. Ihren Namen erhielt Sie jedoch erst ein paar Jahre später von der kanadischen Hundezüchterin Debbie Tripp.

Die Wolfsernährung

Dass durch bestimmte Arten der Industriefütterung Allergien entstehen können, soviel haben wir alle schon mitbekommen. Ob die Antwort allerdings Barf sein muss, ist doch fraglich. Denn der Nachteil: Bei Barf wird das Fleisch roh verfüttert. Es soll ja sein wie bei den echten Wölfen. Was Kritiker hier gerne und entschieden entgegen halten, ist die Tatsache, dass der Wolf sein Fleisch roh verspeiste, nachdem er ein Tier gerade gerissen hat. Schließlich bricht der Wolf nicht im Supermarkt ein und klaut eine Packung Schweinesteak aus Massentierhaltung. Fleisch welches wir im Handel kaufen, hat bereits eine Zeit herum gelegen. Bakterien und Keime, die normalerweise beim Kochen oder Braten abgetötet werden, bleiben bei der Rohfütterung unbeschadet und können gefährlich für Mensch und Tier werden.

Richtige Zusammensetzung der Nahrung

Wir wollen nächste Woche nochmal tiefer in die Materie eindringen. Wer sich jedoch für Barf interessiert, der sollte wissen: Sie sind in diesem Moment für die Versorgung des Hundes mit allen wichtigen Nährstoffen zuständig. Der Hund lebt nicht nur von Fleisch allein. Mineralien, Vitamine, Spurenelemente – Diese müssen Sie in den richtigen Anteilen mit verfüttern. Bei einer unausgewogenen Ernährung kann ihr Hund gesundheitliche Probleme bekommen.  Sie sollten sich auf jeden Fall von geeigneter Stelle im Vorfeld beraten lassen, wie genau sie vom Dosen- oder Trockenfutter auf das Barfen umstellen und was es hierbei zu beachten gilt. Bei Hunden mit chronischen Erkrankungen ist dabei nochmal wesentlich mehr Vorsicht geboten.

Nächste Woche berichten wir weiter über Barf.

Herzlich,

Ihre Lindermanns Tierwelt Redaktion

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