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„Du Faultier!“, ja ab und zu verwendet doch jemand mal diesen Spruch für einen Freund, der gerade einfach nichts macht. Aber ist das wirklich eine Beleidigung oder doch eher ein Kompliment?

Wir werfen einen genaueren Blick auf das Faultier.

Wissenswertes

Das Faultier zählt zu den Säugetieren, genauer gesagt zu den zahnarmen Säugetieren. Sie werden aber auch zu den Nebengelenktieren gezählt, da sie bei ihren Brustwirbeln und Lendenwirbeln zusätzliche Gelenke besitzen, die andere Säugetiere nicht aufweisen.
Bei dem Faultier unterscheidet man 2 Familien:

- das Dreifingerfaultier (Fachsprachlich Bradypodidae genannt)
- und das Zweifingerfaultier (Fachsprachlich Choloepidae genannt).

Diese werden wiederrum unterteilt in Arten.
Das Dreifingerfaultier weist die Arten das Kragenfaultier (Bradypus torquatus), das Braunkehlfaultier (Bradypus variegatus) und das Weißkehlfaultier (Bradypus tridactylus). Beim Zweifingerfaultier unterscheidet man die Arten das eigentliche Zweifingerfaultier (Chloepus didactylus) und das Hoffmannzweifingerfaultiert (Chloepus hoffmanni).
An Ihren Fingern haben sie Krallen, die bis zu 10 cm lang werden können und durch ihre gebogene Form ein hängen am Ast ermöglichen.

Ihr natürlicher Lebensraum ist der tropische Regenwald, der sich in Mittelamerika und im Norden und Osten von Südamerika befindet. Sie können je nach Art 50-80 cm groß werden und weisen ein Gewicht von 4 bis 7 kg auf.

Bei Faultieren wird eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren erwartet. In Privathaltung können Sie bis zu 30 Jahre alt werden.
Ein besonderes Merkmal der Faultiere ist ihre extrem bewegliche Halswirbelsäule. Diese ermöglicht es ihnen wie eine Eulen ihren Kopf um bis zu 180 Grad drehen zu können.

Das Fell

Das Fell eines Faultieres ist recht interessant. Nicht nur das es sehr lang ist, nein der Scheitel beim Faultier befindet sich auf dem Bauch des Tieres. Das erklärt sich daraus, dass das Faultier stets am Baum hängt und das Regenwasser so besser am seitlich hängenden Fell ablaufen kann.
Aber wer schon einmal ein Faultier zu Gesicht bekommen hat, dem ist vielleicht der Grünstich des Felles aufgefallen. Dieser Grünstich kommt durch die Grünalgen zustande, die im Fell des Tieres leben. Die Grünalge hat in dem Fell des Faultieres einen geeigneten Lebensraum gefunden und spendet dem Faultier einen gewissen Tarnschutz. Für das Faultier ist die Alge allerdings auch eine gesunde Zusatznahrung.
In dem Fell leben neben der Grünalge aber auch Motten, Milben, Zecken, Käfer und Nachtfalter.

Ist es wirklich faul?

Nein das ist es nicht. Nur wir Menschen verbinden die Langsamkeit des Faultieres mit Faulheit. Wissenschaftler, die es entdeckt hatten, hatten genau diesen Gedankengang – Es bewegt sich kaum, es ist faul. Dabei bewegt sich das Faultier nur so langsam oder kaum um benötigte Energie zu sparen. Das Energiesparen ermöglicht es dem Faultier, dass die aufgenommene Nahrung (Blätter, Knospen, Zweige oder Früchte) lange für einen vollen Magen sorgt.
Faultiere schlafen am Tag 15 bis 20 Stunden. Da sie während dem schlafen ihre Position nicht ändern, ist es erschwert festzustellen, ob das Faultier schläft oder sich einfach nicht bewegt.

Wir fassen zusammen: Wenn wieder einmal jemand „Du Faultier“ gegen Sie verwenden sollte, lächeln Sie. Er teilt Ihnen lediglich mit, dass Sie wissen wie Sie Ihre Energie bestmöglich einteilen und sparen können.

Herzlichst,
Ihre Lindermanns Tierwelt Redaktion

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