Die Menschen lieben das Wandern. Gerade jetzt im Herbst wenn die große Hitze vorbei und der Ferientourismus abgeklungen ist, locken angenehme Temperaturen das wanderwillige Volk in die Alpen oder die deutschen Mittelgebirge. Was mache ich aber als Hundebesitzer? Kann ich meinen Hund zum Wandern mitnehmen?

Foto: Robert Emprechtinger - Fotolia.com

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Sie kennen Ihren Hund am besten

Ein klares „Ja“ können wir Ihnen an dieser Stelle nicht geben, denn wir kennen Ihren Hund nicht. Aber ein gesunder Hund im besten Alter, der liebt auf jeden Fall eins: Bewegung, Bewegung, Bewegung. Das hält den Hund fit, stärkt das Immunsystem und bekämpft lästige Extrapfunde. Sollte Ihr tierischer Freund jedoch an chronischen Krankheiten leiden oder bereits im fortgeschrittenen Alter sein, konsultieren Sie bitte Ihren Tierarzt bevor Sie die Wanderung planen und nehmen Sie dann bei der Zusammenstellung der Route Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des Tieres. Bei Welpen und Jungtieren (unter einem Lebensjahr), sollten Sie die Wanderung vielleicht erst für das nächste Jahr anpeilen. Bevor sie los wandern, muss sich bei Ihnen folgendes im Kopf festsetzen: viele Hunde erkennen ihre Erschöpfungsgrenze nicht und gehen darüber hinaus. Insofern macht es Sinn, wenn Sie erst einmal langsam anfangen und die Anforderung erst dann steigern, wenn Sie ein Gefühl dafür bekommen haben, was Ihr Hund zu leisten im Stande ist. Gerade bei Wanderungen über mehrere Tage sollten sie auf die Signale Ihres Tieres achten und eventuell auch mal einen Ruhetag einlegen. Zudem bleibt zu beachten, dass ein Jagd- oder Hütehund natürlich schneller im Gelände unterwegs ist als ein Mops oder eine Dackel. Bei großer Hitze ist die Anforderung entsprechend zu reduzieren, suchen sie zudem nicht dauerhaft die pralle Sonne. Wechseln Sie freies Feld nach Möglichkeit mit schattigem Wald ab.

Auf den Untergrund achten
Hier sprechen wir nicht von Abtrünnigen, die Sie im freien Feld in einen Hinterhalt locken wollen. Die europäischen Gebirge sind sicher. Vielmehr geht es um die Beschaffenheit des Bodens. Auf weichem Waldboden oder Feldwegen bewegt sich Bello sanfter und gelenkschonender fort, als auf asphaltierten Straßen. Ein federnder Untergrund entlastet die Gelenke von Mensch und Tier und stellt auf Dauer die bessere Lösung dar. Wenn Sie sich viel auf hartem oder felsigem Untergrund bewegen, empfehlen wir die Pfoten des Hundes regelmäßig auf Risse und Wunden zu untersuchen. Hierfür sollten Sie immer ein Desinfektionsmittel im Gepäck haben um eventuelle Wunden zu desinfizieren. Auch Verbandszeug und eine Pinzette, zum Entfernen von Splittern oder Scherben, sind immer von Vorteil. Auf steinigem Terrain können sie die Pfoten prophylaktisch mit Hirschtalg oder Vaseline einreiben. Achten Sie hierbei jedoch auf die Menge. Eine dünne Schicht reicht meist aus. Bei zu viel Talg oder Vaseline besteht Rutschgefahr.

An der Leine oder freilaufend?
Selbstverständlich gelten hier zu allererst die Bestimmungen in den jeweiligen Wandergebieten. Hundefreilaufflächen sind in der Regel gekennzeichnet. Sollten Sie hierzu keine Informationen finden, kontaktieren Sie die Tourismusstelle oder das Bürgerbüro der jeweiligen Gemeinden. Diese können Ihnen genau sagen, wo Leinenzwang besteht und wo es gestattet ist den Hund frei laufen zu lassen. . Bei Reisen ins Ausland empfehlen wir sich vorher über die jeweiligen Gesetze zu informieren. Diese können auch innerhalb der EU abweichen. Unabhängig davon gilt, dass Hunde in Deutschland kein Wildtier jagen dürfen. Nun ist der Jagdtrieb bei jedem Hund unterschiedlich ausgeprägt. Sollten Sie wissen, dass ihr Freund beim Anblick eines Kaninchens die Hundeschule komplett vergisst und wie ein Berserker hinter dem Langohr herjagt, verwenden Sie in Wildgebieten lieber eine Leine. Bei der Leinenwahl empfehlen Experten ein Ausbildungsgeschirr statt einem herkömmlichen Halsband. Der Hund bekommt so besser Luft und lässt sich auch bei engen Passagen besser führen. Leine und Geschirr sollten Sie immer griffbereit haben. Gerade bei der Wanderung auf schlecht einsehbaren Strecken, muss die Leine erste Wahl sein. Entgegen kommende Autos oder Fahrräder können ihnen hier gefährlich werden. Vorsicht bei großen Steigungen und bei Gefälle, viele Hunde mögen das gar nicht und freuen sich wenn sie geführt werden.

Proviant und Zeckenmittel dürfen nicht fehlen
Zecken und Flöhe missfallen nicht nur Menschen, auch Hunde können sich hier ernste Krankheiten einfangen. Ein Zeckenhalsband oder ein entsprechendes Zeckenspray gehören in jede Wandertasche. Auch in Regionen, in denen Zecken primär keine Borreliose übertragen sollten sie das Zeckenmittel jeden Tag anwenden. Zwei weitere Dinge auf die sie keines Falls verzichten können sind Futter und ausreichend Wasser. Beim Wasser sollten Sie etwas mehr einpacken als Ihr Hund an einem normalen Tag verbraucht. Auch die Mahlzeit sollte ausreichend dimensioniert sein. Zur Fütterung empfehlen wir praktische und einklappbare Reisenäpfe aus Silikon. Packen Sie am besten einen Napf für Wasser und einen für das Futter ein, besonders Hunde die Trockenfutter verzehren brauchen unbedingt Flüssigkeit zur Fütterung.

Trag doch selber Bello!
Hunderucksäcke erfreuen sich in letzter Zeit großer Beliebtheit. Bello trägt seine Ausrüstung von nun an selber. Die Idee ist nett, aber achten Sie hier auf die Qualität. Die Tasche sollte ordentlich auf dem Hunderücken sitzen und gut gepolstert sein, um Muskulatur und Wirbelsäule nicht unnötig zu belasten. Auch beim Auffüllen des Hunderucksacks muss das Hundewohl an erster Stelle stehen, deshalb sollte das Gesamtgewicht der Ausrüstung weniger als ein Fünftel des Gewichtes ihres Hundes betragen. Bei einem Hund der 10kg wiegt, sind 2kg Gepäck somit das absolute Maximum.

Ansonsten bleibt uns nur Ihnen eine fröhliche Wanderung zu wünschen!

Herzlichst, Ihre
Tierisch Lindermann-Redaktion

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