Foto: Conny Hagen - Fotolia.com

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Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Er spürt die Gefühle des Menschen intensiver und beschützt ihn bis das der Tod ihn von seinem geliebten Herrchen oder Frauchen trennt.
Für einige Menschen bedeutet der Hund aber noch viel mehr als nur ein guter Freund oder Familienmitglied. Einigen Menschen schenkt diese Fellnase das Leben oder besser gesagt, die Chance wirklich zu leben und am Leben teilhaben zu können.

Mittlerweile existieren viele verschiedene Hilfshunde. Früher einmal wurden sie nur als Rettungshunde oder als Blindenführhunde ausgebildet, aber mittlerweile geht man einen Schritt weiter. Nun werden auch Assistenzhunde (Rollstuhlhunde), Autismus-Begleithunde, Diabetiker- und Epilepsiewarnhunde ausgebildet.
Dieser weitere Schritt hat einen Grund: Das Leben der betroffenen Menschen zu erleichtern.

Die Vorteile des Hilfshundes

Der Hund dient als Beschützer und Aufpasser, ist sogleich auch der Unterstützer im Alltag. Er erzielt vor allem eine medizinisch-therapeutische Wirkung. Viele Studien haben schon bewiesen, dass Tiere uns Menschen aufmuntern und das Leid auf unseren Schultern erleichtern können. Dieser Punkt trifft auch hier zu.
Des Weiterem verhindern die Hilfshunde eine Isolation der Betroffenen durch z.B. das spazieren gehen. Das spazieren gehen ist auch gleich ein weiterer Punkt – es schenkt den Menschen einen geregelten Tagesablauf und fördert die Kommunikation.
Dem Betroffenen schenkt der Hund aber auch mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, sowie auch Lebensmut und ermittelt ihm das Gefühl von Selbstsicherheit, da der Hund auf ihn aufpasst und ihn stets beschützt.
Die Fellnase unterstützt aber auch das Selbstwertgefühl und erlaubt dem Besitzer neue Erfahrungen (teils liebevolle und zärtliche). Er schenkt ihm eine neue Lebensfreude, schützt ihn vor jeglicher Einsamkeit und vermittelt ihm das Gefühl, er wird gebraucht. Er schenkt ihm außerdem eine Normalität, die er bisher nicht besaß.

Es lässt sich kurz zusammenfassen: Der Hilfshund wirkt sich positiv auf das Wohl des Betroffenen aus.

Die Hilfshunde

Auch wenn es viele Rassen und verschiedene Charakter in der Hundewelt gibt, ist nicht gleich jeder Hund geeignet.
Ein zukünftiger Hilfshund muss beste Gesundheit besitzen, intelligent, lernfreudig, friedfertig, wesensfest und nervenstark sein.
Meist treffen diese Eigenschaften auf Schäferhunde, Golden Retriever oder Labradore zu. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Welpe dieser Rasse zum Hilfshund ausgebildet wird.
Es wird allerdings auch darauf geachtet, dass der Hund einer Rasse angehört, die mindestens mittelgroß wird. Das hat folgenden Grund: Eine Aufgabe die der Hilfshund später übernehmen wird, ist z.B. das betätigen des Lichtschalters oder das Öffnen und Schließen von Türen und Schubladen. Ein kleiner Hund hätte mit diesen Aufgaben seine Probleme.

Wenn ein Welpe für geeignet eingestuft wurde, wird er zunächst in einer Patenfamilie großgezogen bis er ein Jahr alt ist. Dort soll er sich an den Menschen gewöhnen, alle wichtigen Alltaggegenstände kennen lernen und die ersten Befehle lernen. Erst wenn der Hund ein Jahr alt ist, beginnt seine Ausbildung.

Die Ausbildung zum Hilfshund

Während der Ausbildung muss der Hund vieles erlernen.
Das Erste ist es im Geschirr zu gehen und dem Menschen an der Leine/ am Geschirr den Weg zu zeigen. Das ist am Anfang für jeden Hund verwunderlich, da er ja erst gelernt hatte nicht an der Leine zu ziehen und vor allem nicht vorzugehen.
Sobald dies erfolgreich funktioniert, erlernt der Hund nun seine ersten Kommandos bzw. Hörzeichen wie z.B. „Weiter“ und „Voran“. Es folgen mit der Zeit immer weitere Hörzeichen wie z.B. „Such Treppe“, „Such Zebra“ oder „rechts“ und „links“. Der Hund erlernt meist über 40 Hörzeichen. Je nachdem für welche Art er ausgebildet werden soll, erfolgen die Hörzeichen. Für einen Blindenführhund ist es besonders wichtig all die kleinen Dinge zu lernen wie er seinem Menschen einen Sitzplatz in der Bahn suchen oder ihm den sichersten Weg zeigen kann.

Funktioniert alles, wird der zukünftige Besitzer mit in das Training eingebunden. Immerhin sollen zukünftig die Beiden ein Team bilden und miteinander zurechtkommen. Das Training mit dem zukünftigen Besitzer unterscheidet sich vom vorherigen darin, dass 1. eine andere Person an der Seite des Hundes steht und ihm Befehle erteilt und 2. der Trainingsort nach einiger Zeit geändert wird. Da der Hund mit der Gegend des Besitzers vertraut werden soll, wird da die zweite Phase des Trainings durchgeführt.
Sind sowohl Trainer als auch zukünftiger Besitzer mit dem Status des Trainings zufrieden, erfolgt die Prüfung. Der Prüfer beobachtet genau das Zusammenspiel zwischen Hund und Mensch. Wenn dieses Zusammenspiel in seinen Augen harmoniert und Alltagstauglich ist, darf der Hund mit seinem Besitzer den neuen Lebensabschnitt antreten.

Herzlichst,
Ihre Lindermanns-Tierwelt Redaktion

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