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Träumen Sie nicht auch von einer Wasserlandschaft im heimischen Garten? Einem lauschigen Paradies der puren Entspannung und Harmonie? Aber wie baut man eigentlich einen soliden Gartenteich? Grundlegende Tipps & Tricks, wie Sie Ihren Traum möglichst einfach umsetzen können.

Zugegeben, damit ist nicht gemeint, dass man „einfach“ eine der allgegenwärtigen, vorgeformten Plastik-Wannen einbuddelt. Solche Teiche sind allenfalls in echten Mini-Gärten empfehlenswert, wo man schlichtweg nicht so viel Rasenfläche opfern kann oder will.

Natürlich hat auch ein besserer Eimer das Zeug, eine kleine Oase für Wasserinsekten und Kaulquappen zu werden. Doch in Sachen Garten-Teich darf durchaus die Devise gelten: Schöner ist’s, wenn’s größer geht. Vor allem, wenn man Fische halten möchte oder wasserbegeisterte Haustiere beherbergt. Hunde zum Beispiel. Oder auch dann, wenn man womöglich sogar selbst des Öfteren ein Bad im Gartenteich nehmen möchte.

Das optimale Material: Teichfolie

Ganz gleich, ob Fischteich, Doggy-Pool oder Schwimmteich für Herrchen und Frauchen: Die gute alte Teichfolie ist das Nonplusultra, um Wasser vor dem Versickern im Erdreich zu bewahren. Konkurrierende Materialien halten langfristig nicht, was Teichfolie verspricht. Insbesondere die in jüngerer Zeit immer beliebter werdende Glasfasertechnik lässt viele Wünsche offen. Es erscheint sehr leicht, die Teichform auszuschachten, die Glasfasermatten auszulegen und sie dann bloß mit einem flüssigen, schnell aushärtenden Kunststoff zu versiegeln. Doch bereits eine geringe Bodenfeuchte macht den Trocknungsprozess unbeherrschbar, manchmal setzt das Material zudem jahrelang Styrole frei. Teichfolie dagegen ist weitaus kostengünstiger und bei fachkundiger Verwendung gleichermaßen flexibel. Schadstoffe gibt sie auch nicht ans Wasser ab.

Teich ahoi! – so geht’s

Ist die Entscheidung für Größe und Form gefallen, wird erst einmal losgeschaufelt. Teiche sollten nicht unter Bäumen liegen und ausreichend Licht bekommen. Sechs Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag sind ideal. Ebenfalls wichtig: Der Wind sollte den Teich gut erreichen können, das sorgt für Sauerstoff im Wasser. In Fischteichen mindestens eine, in größeren Schwimmteichen mehrere Tiefwasserzonen vorsehen. Hier sammelt sich später der Mulm aus abgestorbenen Pflanzenteilen, Futterresten und Fischkot. Mittels Pumpen kann der Mulm aus der Grube leicht abgesaugt werden. Ist die Teichgrube ausgehoben, sorgfältig alle Steine und Wurzeln entfernen und die Teichflächen glätten. Ob der Teich waagerecht liegt, verrät eine Wasserwaage. Gefälle können mit Erdwällen am Teichrand ausgeglichen werden. Insgesamt sollte sich ein Erdwall rund um den ganzen Teich ziehen. Das wird später die „Kapillarsperre“, die verhindert, dass das Teichwasser Kontakt zum umgebenden Erdboden hat und „abgesogen“ wird. Nun kommt rundherum eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Sandschicht in die Grube. Anschließend wird der gesamte Teich mit speziellem Teichflies ausgelegt. Für das Auslegen der Teichfolie einen wärmeren Tag vorsehen, das erleichtert die Arbeiten. Die Foliengröße wird nach einer bestimmten Formel berechnet:

Länge der Folie = Länge des Teiches + doppelte Teichtiefe + 60 Zentimeter für den Rand
Breite der Folie = Breite des Teiches + doppelte Teichtiefe + 60 Zentimeter für den Rand

Die Folie am besten in einem Stück anfertigen lassen. Stückeln und verschweißen der Stoßstellen ist zwar möglich, birgt aber auch eher die Gefahr späterer Undichtigkeiten. Zum Verlegen die Teichfolie zunächst auf dem Rasen ausbreiten und dann über die Teichgrube ziehen. Möglichst faltenfrei in die Grube einlaufen lassen. Tipp: Die Folie passt sich besser an die Teichform an, wenn nach und nach Wasser in den Teich eingefüllt wird, bis zu einer Höhe von etwa einem halben Meter. Nun alles einen Tag lang setzen lassen. Wichtig: Die Folie muss über die Kapillarsperre hinausgehen, sodass sie Wasser und Erdreich sicher voneinander trennt.

Mörtel statt Kies

Häufig wird empfohlen, den Uferbereich eines Gartenteiches mit Kies aufzuschütten oder größere Steine zur Befestigung zu verwenden. Dergleichen kann jedoch die Folie beschädigen. Vor allem in der Einstiegszone eines Teiches, den statt Fischen Herrchen und Frauchen oder Bello nutzen wollen. Besser und wahrlich unkaputtbar ist eine sogenannte „Verbundmatte“. Sie besteht aus einer Art Fließ, das auf PVC-Folie genadelt wurde. Die Verbundmatte wird punktuell auf die Teichfolie geklebt, die Faseroberfläche anschließend mit Mörtel in verschiedenen Farbschattierungen eingeschlämmt. Trocken geworden lässt sich das Ergebnis nicht mehr vom natürlichem Teichgrund unterscheiden. Die Behandlung macht die Folie aber dermaßen fest, dass ihr künftig und auf Lebenszeit weder Hundepfoten noch stochernde Reiherschnäbel oder tonnenschwere Deko-Steine etwas anhaben können. Bepflanzungen sind problemlos möglich. Wo im Uferbereich dann noch immer Folie durchblitzt und dem UV-Licht der Sonne ausgesetzt ist, kann eine Verbundmatte eingebracht werden, die mit Sand eingeschlämmt wird. Dabei kann sogar direkt Samen eingebracht werden, sodass die Ufermatte bald unter einem Blütenteppich verschwindet. Für sehr steile Uferbereiche gibt es Verbundmatten mit Taschen, die mit Steinen beschwert und ebenfalls bepflanzt werden können.

Tipps und Tricks zum Bau von Gartenteichen:

  • Teichfolie benutzen
  • Folie möglichst nicht stückeln
  • Für Schwimmteiche keinen Kies verwenden, sondern auf Verbundmatten zurückgreifen

 

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