Kann man mit seinem Fisch zum Tierarzt gehen? Selbstverständlich kann man das. Damit der Arztbesuch aber erfolgreich ist, sollten Sie einige Dinge beachten.

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Was tun, wenn Fische im Aquarium oder im Gartenteich erkranken? Kann man mit seinem Fisch zum Tierarzt gehen? Selbstverständlich kann man das. Damit der Arztbesuch aber erfolgreich ist, sollten einige Dinge im Vorfeld beachtet werden.

Suchen Sie sich einen Tierarzt aus, der mit der Fischmedizin vertraut ist. Der Transport eines kranken Fisches zum Tierarzt bedeutet immer Stress für das Tier und ist nur dann sinnvoll, wenn der Fisch auch zu diagnostischen Zwecken untersucht wird. Oft ist es ratsam, den Besuch vorher telefonisch anzumelden.

Haltungsbedingungen überprüfen

Wenn Fische Krankheitsanzeichen zeigen, empfiehlt es sich als Erstes die Haltungsbedingungen im Aquarium oder im Gartenteich zu überprüfen. Stimmen Wasserqualität und Wassertemperatur? Ist das Futter hochwertig und nicht zu alt? Funktionieren alle Komponenten der Aquarientechnik einwandfrei?

Nicht optimale Haltungsbedingungen spielen bei den Erkrankungen im Fischbereich eine große Rolle. Fische können ungünstige Bedingungen lange Zeit kompensieren und zeigen Krankheitsanzeichen oft erst, wenn es schon fast zu spät ist. Da sich Krankheitserreger und Parasiten dann aber schon im ganzen Aquarium oder Teich ausgebreitet haben, lohnt sich immer eine genaue Fehlersuche und eine sofortige Verbesserung der Haltungsbedingungen, damit die übrigen Fische nicht ebenfalls erkranken.

Wenn mehrere Tiere im Becken oder im Teich erkrankt sind und Sie keinen Haltungsfehler finden konnten, ist ein Hausbesuch des Tierarztes zwar teurer, aber meist sinnvoller, weil er so das gesamte Lebensumfeld der Tiere mit begutachten kann.

Der Transport zum Tierarzt

Für Zierfische nehmen Sie am besten eine Plastiktüte von der Art, die Sie erhalten, wenn Sie einen neuen Fisch kaufen. Der Beutel wird zu einem Drittel mit Aquarienwasser gefüllt. Dann wird vorsichtig der erkrankte Fisch eingesetzt, die oberen zwei Drittel des Beutels werden mit Luft gefüllt und der Transportbeutel mit einem Gummiband verschlossen.

Um die Wassertemperatur zu halten, sollte der Fischbeutel mit Zeitungspapier oder anderen isolierenden Materialien ummantelt werden. Die dadurch entstehende Dunkelheit wirkt auf den Fisch zusätzlich beruhigend.

Fische aus dem Gartenteich sind in der Regel etwas zu groß für den Transport in der Plastiktüte, sodass sich hier der Transport im geschlossenen Plastikeimer empfiehlt. Doch auch hier ist wichtig, dass mindestens die Hälfte des Eimers mit Luft gefüllt ist.

Während des Transports dürfen Fische nicht gefüttert werden, da hierdurch unnötig Sauerstoff verbraucht wird. Wenn mehrere Fische transportiert werden, sollte der Besatz im Transportbeutel oder Eimer möglichst gering gehalten werden. Es sollten nur Fische zusammen transportiert werden, die auch zusammen in einem Becken oder Teich miteinander leben.

Der Gang zum Tierarzt lohnt sich nur mit einem lebendigen Fisch. Untersuchungen an toten Fischen sind in den meisten Fällen nicht sehr aussagekräftig, da eventuell vorhandene Parasiten die verstorbenen Tiere umgehend verlassen und dann nicht mehr nachzuweisen sind und die inneren Organe der Fische innerhalb von Minuten zerfallen.

Den Tierarztbesuch vorbereiten

Um sich ein Bild von den Lebensumständen des Fischpatienten zu machen und eine sinnvolle Therapie vorzuschlagen, braucht der Tierarzt so viele Informationen wie möglich. Bereiten Sie eine Checkliste mit den wichtigen Daten zu Ihrem Aquarium oder Gartenteich vor: Größe, Standort, Einrichtungen, Filterung und andere technische Geräte, Wasserwerte und Temperatur, Wasseraufbereitung, letzter Wasserwechsel, Besatz mit welchen Fischen und wie vielen, Fütterung, letzte Neuzugänge und neue Einrichtungen, Besonderheiten. Beschreiben Sie auch Veränderungen, die Sie an anderen Fischen wahrgenommen haben.

Falls möglich, können Sie aussagekräftige Fotos zur Untersuchung mitbringen. Wenn vor Ort keine Wasserwerte gemessen werden können, sollten Sie ein kleines verschließbares Gefäß randvoll mit Aquarien- oder Teichwasser füllen und in der Praxis ausmessen lassen. Eine Kotprobe kann sehr aufschlussreich sein. Falls es Ihnen gelingt, weißen, fädigen oder perlschnurartig veränderten Kot aufzufangen, kann dieser in der Praxis mikroskopisch untersucht werden.

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