Foto: Digitalpress - Fotolia.com

Alle Jahre wieder folgt auf den Frieden des Weihnachtsfestes der für viele Hunde und Katzen aufreibende Silvester-Horror. Hier ein paar Überlebenstipps für Knall-Geplagte.

Für sehr sensible Hunde und Katzen haben die Tierärzte Diverses im Schrank. Die ultimative Narkose-Pille sollte jedoch nur Extremfällen vorbehalten bleiben. Die meisten Tierärzte haben daneben ein noch recht neues Mittel in der Hinterhand: „Zylkene“. Die Kapseln enthalten den Wirkstoff „a-Casozepin“, ein Extrakt aus dem Milcheiweiß Casein. Fast alle Hunde und Katzen vertragen es ohne Probleme. Die Tiere sind nach der Einnahme keinesfalls „benebelt“ oder eingeschränkt. Deshalb bekommt man „Zylkene“ mittlerweile auch rezeptfrei im Internet. Ein bis zwei Tage vor dem Großereignis gibt man täglich je nach Tiergewicht den Inhalt von ein oder zwei Kapseln ins Futter. Mieze und Bello werden dadurch zwar nicht komplett ruhiggestellt, die Stressbelastung durch die Knallerei kann jedoch deutlich reduziert werden.

Erlaubt ist, was lindert

Durch die „Hundeszene“ geistert noch immer die nicht auszurottende Annahme, dass ein Hund, der Angst hat, ignoriert werden soll – eine zweifelhafte Methode, zumal ein panischer Hund damit schlichtweg sich selbst überlassen bleibt und – schlimmer noch – als Rudeltier durch den Ausschluss aus „seiner Familie“ zu allem Überfluss auch noch abgestraft wird.

Tatsächlich gibt es kein Patentrezept dafür, wie man mit einem angstgeplagten Vierbeiner umgehen sollte. Hier ist Experimentierfreudigkeit gefragt: Erlaubt ist alles, was Bellos Furcht wirklich schrumpfen lässt. Und wenn er sich nun mal erst besser fühlt, wenn er auf Frauchens Arm hockt, dann ist das eben so. Die Devise heißt deshalb, ausprobieren und beobachten, was den Vierbeinern am meisten dabei hilft, sich nicht oder nicht noch mehr aufzuregen. Manche möchten sich wirklich verkriechen und in Ruhe gelassen werden. Andere aber zittern oder heulen weniger, wenn sie Körperkontakt zum Besitzer halten dürfen. Neben ihm, auf seinem Schoß, unter der Bettdecke oder sogar eng umschlungen. Wer seiner Fellnase zu Weihnachten ein „Thundershirt“ geschenkt hat, sollte das anziehen. Es übt einen beruhigenden Druck auf den Hundetorso aus und hilft Hunden so über die Angst hinweg.

Souveränität und Ruhe ausstrahlen

Die größte Sicherheit vermitteln Tierhalter, wenn sie selbst ruhig und entspannt bleiben und völlig alltägliche Dinge tun. Fernsehen oder Musik hören zum Beispiel, allerdings möglichst keinen Silvester-Halligalli. Die Stunde der monströsesten Knallerei überbrückt am besten ein Konzert oder ein Naturfilm mit ruhigen Bildern und entsprechender musikalischer Untermalung. Wer Entspannungs-CDs besitzt, kann gern auch solche einlegen. Besonders empfehlenswert sind Melodien, die dem Tier vertraut sind. Wenn die Katze beispielsweise immer auf dem Klodeckel schläft, während Frauchen bei Kerzenschein und Songs von David Gray oder den Dixie Chicks in der Badewanne planscht, sollte genau diese Atmosphäre auch zu Silvester geschaffen werden. Es kann sich lohnen, die Musik lauter zu stellen, um das Knallen zu übertönen.

Zurückhaltung wahren

Keinesfalls sollten Tierbesitzer versuchen, Mieze und Bello durch gutes Zureden zu beruhigen. Das ist für Tiere gleichbedeutend mit „Ausnahmesituation“ und macht daher alles nur schlimmer. Ratsam kann dagegen sein, dem Vierbeiner ausnahmsweise vom Knabberzeug abzugeben. Das lenkt ab und kann die Gefühle ein bisschen in Richtung „alles halb so schlimm“ lenken.

Tipps und Tricks um den Silvesterabend:

• Gelassen bleiben

• Ruhige Atmosphäre schaffen

• Vertraute Musik hören, gern etwas lauter

• Dem Tier gewähren, was seine Angst mildert

• Evtl. mit „Zylkene“ oder Medikamenten vorsorgen

Link-Tipps:

www.padvital.de (Thundershirt)
www.medpets.de (Zylkene)

Die Redaktion von Lindermann’s Tierwelt wünscht Ihnen und Ihren Vierbeinern einen gelungenen Start ins neue Jahr!


Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.