javier brosch - Fotolia.com

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Das Hund und Katze besser hören als Menschen ist so gut wie jedem klar, doch sobald es die Zweibeiner zum Jahreswechsel mit Sektkorken, Raketen und Partymusik mal wieder richtig krachen lassen, plagen sich geräuschempfindliche Vierbeiner mit dem nicht enden wollenden Lärm. Tipps, wie Sie Ihr Tier beruhigen können finden Sie hier:

Vorneweg: Die größte Sicherheit vermitteln Tierhalter, wenn sie selbst ruhig und entspannt bleiben und völlig alltägliche Dinge tun. Fernsehen oder Musik hören zum Beispiel – aber natürlich möglichst keinen Ramba-Zamba-Sound.

Absolutes No-Go: Gutes Zureden

Auf gar keinen Fall sollten Tierbesitzer versuchen, Mieze und Bello durch gutes Zureden zu beruhigen. Das ist für Tiere gleichbedeutend mit „Ausnahmesituation“. Das bestätigt und fördert die Angstreaktion und macht alles nur noch schlimmer. Ratsam kann dagegen sein, dem Hund und Katze ausnahmsweise vom Knabberzeug abzugeben. Das lenkt ab und kann die Gefühle ein bisschen in Richtung „alles halb so schlimm“ lenken.

Hilfsmittelchen

Die Stunde der monströsesten Knallerei überbrückt am besten mit einem Konzert oder einem Naturfilm mit ruhigen Bildern und entsprechender musikalischer Untermalung. Wer Entspannungs-CDs besitzt, kann gern auch solche einlegen. Besonders empfehlenswert sind Melodien, die dem Tier vertraut sind. Es kann sich durchaus auch lohnen, die Musik lauter zu stellen, um das Knallen zu übertönen.

Ebenfalls einen Versuch wert, ist der Einsatz einer speziellen CD, um sein Heimtier zuvor gegen ungewöhnliche Geräusche zu desensibilisieren. Das kann eine CD mit Gewitteratmosphäre oder mit unterschiedlichen Alltagsgeräuschen sein. Man sollte diese natürlich schon einige Wochen vor Silvester regelmäßig einsetzen, damit sich das Heimtier allmählich daran gewöhnen kann.

Für sehr sensible Hunde und Katzen haben Tierärzte noch ein spezielles Mittel im Arzneischränkchen: „Zylkene“. Die Kapseln enthalten den Wirkstoff „a-Casozepin“, ein Extrakt aus dem Milcheiweiß Casein. Fast alle Hunde und Katzen vertragen es ohne Probleme. Die Tiere sind nach der Einnahme keinesfalls „benebelt“ oder eingeschränkt. Deshalb bekommt man „Zylkene“ mittlerweile auch rezeptfrei im Internet. Ein bis zwei Tage vor dem Großereignis gibt man täglich je nach Tiergewicht den Inhalt von ein oder zwei Kapseln ins Futter. Mieze und Bello werden dadurch zwar nicht komplett ruhiggestellt, die Stressbelastung durch die Knallerei kann jedoch deutlich reduziert werden.

Jedes Tier ist anders

Wie man im Einzelfall mit panischen Vierbeinern verfährt, dafür gibt es tatsächlich kein Patentrezept. Hier ist Experimentierfreudigkeit gefragt: Insofern ein Hund sich erst besser fühlt, wenn er auf Frauchens Arm sitzt, dann ist das eben so. Die Devise heißt deshalb, ausprobieren und beobachten, was den Vierbeinern am meisten dabei hilft, sich nicht oder nicht noch mehr aufzuregen. Manche möchten sich wirklich verkriechen und in Ruhe gelassen werden. Andere aber zittern weniger, wenn sie Körperkontakt zum Besitzer halten dürfen. Neben ihm, auf seinem Schoß, unter der Bettdecke oder sogar eng umschlungen. Erlaubt ist alles, was die Furcht des Tieres wirklich schrumpfen lässt.

Viel Erfolg und ein schönes Fest wünscht Ihnen

Ihre Lindermanns-Tierwelt Redaktion

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