Copyright: Chloe Delong https://www.flickr.com/photos/runningfromlions/3833950964

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Öffentlich ausgelegte Giftfallen für Ratten und Mäuse bieten angeblich genug Schutz vor dem ungewollten Verzehr durch Hunde und Katzen. Aber ist das wirklich so? Und was ist eigentlich mit diesen absichtlich verteilten Giftködern gegen Hunde und Katzen? Gibt es das wirklich so häufig.

Rattenbekämpfung

Städte und Kommunen sind in Deutschland dazu aufgefordert die Rattenpopulation in Wohngebieten nicht ausufern zu lassen. Ratten sind unheimlich anpassungsfähige Allesfresser, die sich zudem rasant vermehren. Aus einem Rattenpaar können dort, wo es genug zu fressen für die Nager gibt, schnell ein paar Hundert werden und das in weniger als einem Jahr. Da Ratten gefährliche Krankheiten übertragen,  ist es ratsam die Population in bewohnten Gebieten nicht explodieren zu lassen und möglichst einzuschreiten bevor es zu Problemen kommt. Aus diesem Grund legen Grundstückbesitzer immer wieder sogenannte Rattenköder aus. Die Plastikboxen enthalten Lockmittel und vor allem Gift, an welchem die Ratten dann sterben. Natürlich sollen hierbei keine anderen Tiere oder gar Menschen zu Schaden kommen. Aus diesem Grund sind die Köder in speziellen Plastikschachteln verstaut, an die nur besonders kleine Tiere wie Ratten und Mäuse heran kommen.

Katzen und Gift

Katzen sind sehr vorsichtige Genießer. Im Gegensatz zu Hunden oder eben Ratten, die Gefundenes meist sofort komplett verschlingen, testet die Katze behutsam an. Das ist ein sinnvoller Überlebenstrieb. Rattengift ist in Deutschland mit Bitterstoffen versetzt, welche Hunden und Katzen den Geschmack verderben und sie vom Verzehr abhalten sollen. Die Gefahr, dass eine Katze aus Versehen einen vergifteten Köder verschluckt, ist sehr gering. Sie würde den Köder zunächst vorsichtig auf seinen Geschmack prüfen und direkt davon ablassen. Hunde hingegen merken oft erst dann, wenn sie den gesamten Köder verspeist haben, dass dieser ihnen nicht schmeckt. Dies setzt immer voraus, dass die Tiere auch an den Köder heran kommen. Die Löcher in den Plastikschachteln sind für Hunde- und Katzenmäuler eigentlich zu klein. Die Tiere müssten da schon einiges an Arbeit investieren.

“Jagdkatzen” sind besonders gefährdet

In diesen Punkten müssen Sie sich um Ihre Katze also keine Sorgen machen. Ihr Instinkt schützt sie hier zuverlässig.  Dafür kann eine andere Tatsache ihren Stubentiger in Gefahr bringen. Zum Beispiel wenn die Katze eine Maus oder Ratte fängt und verspeist, die gerade einen Giftköder gefressen hat. Auf diesem Weg kann das Gift unbemerkt in den Körper der Katze eindringen und ernste Konsequenzen hervorrufen. Hier wird die Katze auch kaum die Bitterstoffe bemerken. Die Chancen dafür sind jedoch nicht sehr hoch. Die Nager verenden meist schnell am Gift und Aas essen Katzen eigentlich nicht.

Absichtlich verlegte Giftköder sind eher selten

Immer wieder liest man in der Zeitung von absichtlich verteilten Giftködern, mit denen Tierfeinde wahllos Hunde und Katzen töten möchten. Diese Fälle gibt es leider, aber zum Glück sind sie nicht sehr häufig und richten meist weniger Schaden an, als sie könnten. Das liegt auch daran, dass wachsame Mitmenschen die Informationen direkt streuen und zur Vorsicht in bestimmten Gebieten mahnen.  In diesen Fällen ist Ihre Mithilfe gefragt und natürlich auch entsprechende Vorsicht. Den Giftködern fallen am ehesten Hunde zum Opfer. Für Ihre Katze sind andere Dinge eine viel größere Gefahr. In Haushalt und Garten gibt es zahlreiche Pflanzen und Reinigungsmittel, die für Katzen giftig sind.

Beim ersten Verdacht einer Vergiftung sofort zum Tierarzt!

Hinweise, die auf eine Vergiftung schließen lassen, sind häufig vermehrtes Speicheln, Schaum vor dem Mund, Erbrechen, Durchfall, Zuckungen, Krämpfe und Gleichgewichtsstörungen oder gar Koma. Hat man das Tier bei der Aufnahme beobachtet oder sieht man die Kontaminierung giftiger Substanzen am Fell oder verdächtige Bestandteile im Erbrochenen, sollten diese Informationen unbedingt dem Tierarzt mitgeteilt werden.

Im Großen und Ganzen können wir Sie jedoch beruhigen, Katzen vergiften sich eher selten, da sie sehr vorsichtige und misstrauische Zeitgenossen sind. Wenn es jedoch doch einmal zu oben genannten Symptomen kommt, müssen Sie sofort reagieren und einen Tierarzt aufsuchen. Beim Verdacht auf absichtlich verteilte Giftköder sollten Sie sich zudem sofort an die Polizei wenden.

 

Herzlich,

 

Ihre Lindermanns Tierwelt Redaktion

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