Foto: Otmar-Smit-Fotolia.com

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In der Zeichentrickserie Bibi und Tina, die viele kleine Mädchen gerne schauen, erhalten die Pferde ab und zu einen Zuckerwürfel. Aber dürfen reale Pferde so etwas überhaupt fressen?

Bei dieser Frage spalten sich die Meinungen. Einige Pferdebesitzer und Tierärzte sind der Meinung, dass ein Zuckerwürfel dem Tier nicht schadet und wieder andere vertreten die Meinung, dass es dem Tier schadet. Wir empfehlen den Rat von dem Tierarztes des Vertrauens einzuholen und auf sein eigenes Bauchgefühl zuhören.
Was darf ich dann überhaupt bedenkenlos einem Pferd füttern?

Diese Frage möchten wir euch in diesem Artikel beantworten.

Pferde fressen von Natur aus den ganzen Tag, so wie zum Beispiel auch Kühe oder Schafe. Dies liegt in ihrer Natur. Daher ist es für Pferde auch sehr wichtig auf einer Weide zu stehen. Auf der Weide erhalten Sie bereits einen Anteil ihrer Hauptnahrung – das Gras.
Zur Hauptnahrung wird auch Heu und Hafer gezählt.
Bei Pferden unterscheidet man jedoch die mögliche Nahrung unter 3 Arten. Es gibt das Raufutter, das Kraftfutter und das Saftfutter.

Das Raufutter

Unter dem Begriff Raufutter gehören Heu, Stroh und Gras. Sie bilden die Grundlage aller Pferdefütterungen und sind für die Pferde lebenswichtig. Hauptnahrungsmittel ist allerdings Heu, welches Pferde auch tagtäglich zu sich nehmen müssen. Das Heu ist für Pferde daher besonders wichtig, da es zum einen Teil der stärkste Energielieferant ist und zum zweiten Teil eine wichtige Rolle für die Verdauung des Pferdes spielt. Heu zählt zu den rohfasserreichem Futter. Dies bedeutet, dass die Struktur des Heus einen guten Transport durch den Darm ermöglicht und teilweise auch zur Einspeicheln und der damit verbundenen Magen- und Verdauungssäftenbildung dient. Beim Pferdemagen handelt es sich um einen Stopfmagen, das bedeutet, dass der Pferdemagen keine Muskeln besitzt wie zum Beispiel der Menschenmagen. Durch die Rohfasern im Heu, benötigt das Heu lange bis es verdaut ist. Dies bringt den Vorteil, dass der Pferdemagen stets gefüllt ist und genau das ist auch wichtig für das Pferd, da nur so ein funktionierendes Verdauungssystem existiert.

Das Kraftfutter

Das Kraftfutter liefert einem Pferd zusätzliche Energie und ist besonders nach schwerer körperlicher Arbeit nötig. Dazu zählen Hafer und Gerste.

Das Saftfutter

Rüben, Möhren und Äpfel gehören zu dem so genannten Saftfutter. Sie enthalten viel Wasser und dienen als Nachtisch. Zum Beispiel nach dem Kraftfutter.

Das Mash

Im Winter füttern viele Reiter gerne ihrem Pferd Mash. Mash besteht aus Leinsamenschrot, Weizenkleie und Quetschhafer. Diese Zutaten werden mit aufgekochten Wasser zum Beispiel übergossen. Es entsteht ein dicker Brei, welcher erst noch abkühlen sollte, da auch Pferde sich verbrennen können. Daher das Mash frühstens füttern, wenn es lauwarm ist.
Das Mash dient als Zusatzfutter bei sehr hoher Beanspruchung und liefert teilweise wie das Kraftfutter Energie.

Was Pferde noch fressen dürfen

Pferde essen auch sehr gerne getrocknetes Brot oder einige auch gerne Rote Beete. Wichtig ist es hier darauf zu achten, dass das Brot nicht schimmelt. Es existieren auch Pferdeleckerlies, die man bedenkenlos seinem Pferd füttern kann und von denen existieren die verschiedensten Sorten, wodurch auch Abwechslung für das Tier geschaffen werden kann.

Was man Pferden nicht geben darf

Einige Menschen haben die Auffassung, dass Pferde alles fressen dürfen. So ähnlich wie Schweine, aber genau das ist ein Irrglaube. Einem Pferd darf man keinen Abfall (Kartoffelschalen, Apfelschalen etc.) füttern oder verschimmeltes Essen (egal ob Obst, Brot oder sonstiges) geben. Diese Dinge sind für Pferde genau so schädlich wie auch für den Menschen.

Daher unsere Bitte an Sie: Bevor Sie einem fremden Pferd etwas füttern, fragen Sie den Besitzer nach seiner Erlaubnis und was Sie füttern dürfen. Nicht jedes Pferd darf alles fressen!

Herzlichst,
Ihre Lindermanns-Tierwelt Redaktion

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