©Georgie Pauwels http://goo.gl/NpLNAH

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Nachdem wir euch bereits letzte Woche das BARFEN in seinen Grundzügen vorgestellt haben, wollen wir diese Woche mal ein wenig tiefer in die Materie eintauchen und uns auf Grundlage unseres Expertentalks anschauen, welche Bestandteile beim BARFEN verfüttert werden und wie man den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Wie Ihr letzte Woche hier lesen konntet, bezieht sich die BARF Ernährung auf die natürliche Ernährungsweise des Wolfes. Dem Hund also einfach einmal am Tag rohes Fleisch hin zu stellen ist demnach kein Barf, sondern Unsinn. Beim Barfen kommt es darauf an, verschiedene Fleischarten miteinander zu mischen und anteilig zu verfüttern. Muskelfleisch, Knochen, Sehnen, Pansen, Magen und Innereien werden dabei so zusammengesetzt, dass sie den Anteilen entsprechen, die ein Hund verspeisen würde, wenn er das Tier tatsächlich reißen würde. Wichtig ist dabei kein Schweinefleisch zu verfüttern. Durch rohes Schweinefleisch kann der Aujeszkysche Virus auf den Hund übertragen werden. Dieser ist zwar in Deutschland extrem selten, allerdings endet eine Erkrankung für den Hund fast ausschließlich mit dem Tod, weswegen auf Schweinefleisch insgesamt verzichtet werden soll.

Ballaststoffe und Vitamine

Ballaststoffe sind für die Verdauung und damit das Wohlbefinden und die Gesundheit des Hundes von elementarer Bedeutung. Deswegen empfiehlt es sich neben Fleisch und Knochen auch Gemüse zu verfüttern. Dieses sollte am besten im geraspelten Zustand ausgegeben werden. Gekochtes Gemüse verliert in der Regel zu viele Vitamine, welche für den Hund ja ebenfalls von Bedeutung sind. Beachten Sie dabei, dass eine Karotte am Stück vom Hund nicht richtig verdaut werden kann. Raspeln Sie das rohe Gemüse daher klein, bevor sie es verfüttern. Möhren und Rüben sind bei Hunden oft besonders beliebt. Den Kalziumbedarf sollten Sie beim Barfen über die Knochen und Sehnen decken. Wichtig für die Ernährung auch Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Um auch diesem Bedürfnis gerecht zu werden, ist die gelegentliche Fütterung von frischem oder getrocknetem Fisch eine gute Alternative.

Mangelerscheinungen

Um von vorne herein auszuschließen, dass Ihr Hund mit bestimmten Dingen unterversorgt wird, sollten Sie sich im Vorfeld beraten lassen. Die genaue Zusammensetzung hängt von Größe, Rasse und natürlich dem Alltag des Hundes ab. Zudem ist es nicht unwichtig ob chronische Erkrankungen vorliegen. Lassen Sie sich daher von Ernährungsexperten beraten, was das Beste für Ihr Tier ist. In jedem Fall sollten Sie, circa ein halbes Jahr nachdem Sie auf Barf umgestellt haben, ein großes Blutbild beim Tierarzt machen lassen. Dadurch können Sie genau erkennen, ob ihr Hund auch mit allen wichtigen Nährstoffen ausreichend versorgt ist.

Die Kosten für eine BARF Ernährung sind in etwa vergleichbar, mit den Kosten eines High Premium Trockenfutters. Was sie aber auf jeden Fall einplanen müssen ist mehr Zeit. Trockenfutter ist lange haltbar. Frisches Fleisch müssen Sie regelmäßig nachkaufen. Für Herrchen und Frauchen ist der Arbeitsaufwand auf jeden Fall erheblich höher als bei der Fütterung mit Trocken- oder Nassfutter.

Herzlich,

Ihre Lindermanns Tierwelt Redaktion

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