Foto: JcJg Photography - Fotolia.com

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Karies, Zahnstein, Parodontose – was Zweibeiner zum Zahnarzt treibt, kann auch dem Stubentiger Probleme bereiten. Deshalb: Regelmäßig einen Blick ins Mäulchen werfen.

Die Indizien sind oft eindeutig. Die Katze hat üblen Mundgeruch, und wenn man die Lippen ein bisschen hochzieht, entdeckt man oft entzündetes Zahnfleisch und hässliche Beläge. Dass Mieze Zahnschmerzen hat, ist offensichtlich. Viele Katzen mäkeln deshalb am Essen herum. Bleiben die Tierbesitzer untätig, riskieren sie, dass ihr Stubentiger seine Beißerchen verliert. Und richtig leidet. Hinzu kommt, dass ein kranker Zahn auch innere Organe in Mitleidenschaft ziehen kann. Denn Entzündungsbakterien breiten sich über den Blutkreislauf leicht im ganzen Körper aus. Besonders gern schädigen sie am Ende das Herz.

Schnell handeln

Bei Zahnproblemen ihrer Katze sollten Katzenbesitzer unverzüglich zum Tierarzt gehen. Zahnstein muss weg, Karies ebenso. Sind Wurzeln angegriffen, muss oft der ganze Zahn gezogen werden, denn die Fragmente sind scharfkantig und pieksen ins Zahnfleisch. Zahnbehandlungen bei Katzen finden unter Vollnarkose statt. Kein Tier würde sie sonst über sich ergehen lassen. Und Zahnprobleme kommen bei Stubentigern ausgesprochen häufig vor: Rund 85 Prozent aller Katzen leidet unter Zahnerkrankungen. Die wohl häufigste ist Zahnstein. Entfernt wird der mit Ultraschall. Glücklicherweise stellt sich nachher oft heraus, dass die Zähne unter dem schlimmen Stein noch vollständig intakt sind. Vor allem bei jüngeren Tieren.

Vorbeugen ist wichtig

Gegen Zahnerkrankungen hilft zumeist nur Zähneputzen. Das ist schwierig bei Katzen. Aber nicht unmöglich. Katzen kann man wie Hunde an eine kleine Zahnbürste gewöhnen. Gut geeignet sind solche für Kleinkinder oder Modelle für kleine Hunde. Das Zahnputztraining braucht viel Geduld und muss spielerisch sein. Am besten wird es in die Schmusestunde integriert, wenn Mieze entspannt und gemütlich gestimmt ist. Anfangs ist es noch nicht wichtig, dass die Zähne wirklich gereinigt werden. Die Katze soll zunächst nur die Zahnbürste mögen lernen. Die Bürste ein-, zweimal vorsichtig über die Zahnreihen streichen, das genügt schon. Wer das ein halbes oder ganzes Jahr durchzieht, hat gute Chancen, am Ende eine echte Zahnputzkatze zu besitzen. Tier-Zahnpasta nur dann verwenden, wenn die Katze diese mag.

Ursachen bekämpfen

Von Natur aus haben Katzen eigentlich ein Gebiss, das sich beim Fressen selbst reinigt. Das Problem: Katzenfutter ist selten so beschaffen, dass es die Zahnreinigung fördert. Vor allem weiches Futter heftet sich fest an die Zähne und kann durch Zunge und Lippen nicht mehr entfernt werden. Wenn eine Katze nur Dosenfutter akzeptiert, können Futterzusätze, die die Plaquebildung hemmen, empfehlenswert sein. Als kleines Raubtier profitiert die Katze auch von Kauartikeln, denn draußen müsste sie ihre Beute auch erst zerlegen, bevor sie sie verspeisen kann. Aber: Die meisten Stubentiger verschmähen natürlich Bellos Kauknochen und ganze Mäuse in Dosen werden auch nicht angeboten. Für ein Stückchen rohes Rindergulasch oder Knorpel lassen sich jedoch viele Katzen begeistern. Auch die Umstellung auf ein Trockenfutter mit größeren Bröckchen, die Mieze zum Knuspern anregen, ist sinnvoll.

Herzlich,

Ihre Lindermanns Tierwelt Redaktion

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