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Leonard ist kein bisschen gealtert, seit ich ihn das letzte Mal getroffen habe. Damals war er noch in der Baubranche und stellte als Ingenieur Edelstahlkonstruktionen für Gebäude her. Gelernt hat er jedoch das Metzgerhandwerk, und das schon sehr früh. Mit 15 schloss Leonard die Schule ab und machte eine 3,5 jährige Ausbildung zum Metzgermeister. Nach der Ausbildung arbeitete Leonard einige Jahre in der Lebensmittelbranche, wo er das erste Mal mit Lebensmittelzusätzen in Kontakt kam und die seiner eigenen Philosophie derart widersprachen, dass er sich kurzerhand für den Maschinenbau entschied. Er entwickelte und baute daraufhin eine eigene Produktionsanlage, die er patentieren ließ und die bis heute in Betrieb ist.

So bin ich auch nicht allzu verwundert über Leonards eigene Produktionsanlage. Die kleine aber hoch effektive Anlage besteht zu 30% aus selbst entwickelten Maschinen. Der Rest ist gekauft, aber auch hier hat der Bastler, der mit seinen Brüdern schon als Kind Spielzeuge selbst gebastelt hat, Hand angelegt und die Maschinen nach seinen Bedürfnissen modifiziert. Wir laufen gemeinsam die Produktionsanlage ab und Leonard erklärt mir mit leuchtenden Augen, welche Funktion die Apparaturen erfüllen und an welchem Rädchen er drehen musste um sie für seinen Bedarf neu zu gestalten. Was mich jedoch viel mehr interessiert ist, was hier eigentlich hergestellt wird. Obwohl ich es noch nicht weiß, bemerke ich an dieser Stelle schon, dass Hunde es lieben müssen. Denn vor dem Tor freuen sich die Labradore tierisch.

Für Leonard kam das Ende in der Baubranche. Ohne Job ging er seine Optionen durch. Sollte er wie so viele andere Iren nach Australien auswandern, wo auch zwei seiner Brüder lebten, oder baut er sich etwas Neues auf? In Zeiten der Wirtschaftskrise ist es jedoch ein ganz besonders mutiger Schritt. Warum Leonard nicht einfach nach Australien ging, wo er mit seinen Fertigkeiten in der Baubranche mit Kusshand genommen worden wäre, hat er schnell erklärt. Er liebt Irland und er liebt seine Hunde. Also lag es nah die Chance zu ergreifen und die Idee, die er Jahre lang mit sich herum trug und stetig verfeinerte endlich in die Tat umzusetzen.

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