Foto: fotofrank - Fotolia.com

Er rangiert unter den vordersten Plätzen im Ranking der Traumberufe: der Job als Hundesitter. Doch wie wird man etwas, wofür es weder Ausbildung noch Abschluss gibt?

Viele Wege führen nach Rom. Auf genauso vielen Wegen kann man Hundesitter werden. Die Voraussetzungen sind jedoch immer gleich: Liebe zu Hunden, Sympathie für die Hundebesitzer, Nerven wie Drahtseile und das Bedürfnis, sich ständig weiterzubilden. Auf eigene Faust, versteht sich.

Aller Anfang ist schwer

Sich als Hundesitter zu etablieren kann dauern. Die „Durststrecke“, die jeder Unternehmer zu Karrierebeginn überstehen muss, kann zwischen sechs Monaten und fünf Jahren liegen. Da muss man schauen, wie man finanziell über die Runden kommt. Wer bereits einen Job hat, sollte den Hundesitter daher zunächst im Nebenberuf betreiben. Denn der Erfolg ist nicht garantiert. Und es beruhigt ungemein, in den alten Beruf zurückkehren zu können, wenn es mit dem „Fellnasen-Hotel“ am Ende doch nicht klappt.

Klein anfangen

Empfehlenswert ist, sich zunächst als einfacher „Dog-Walker“ zu betätigen, Erfahrungen zu sammeln und Kunden zu gewinnen, die Mundpropaganda betreiben. Günstig ist, wenn man Gassi-Gäste auch mal zur Übernachtung bei sich zu Hause beherbergen kann. Wenn das Frauchen für ein Wochenende ins Wellnesshotel fährt, zum Beispiel. Viele Hundebesitzer geben ihre Lieblinge ungern in Pensionen, wo die Vierbeiner dann durch Gitterstäbe gucken. Lieber mögen sie Betreuungen „in Familie“. Ganz wie zu Hause eben. Das ist durchaus eine Marktlücke. Die zudem vielen Hundesittern ein Betätigungsfeld eröffnet, in dem sie sich gegenseitig nicht allzu viel Konkurrenz machen können. Denn die Kapazitäten des eigenen Wohnzimmers sind nun mal limitiert. Ist ein eigener Hund vorhanden, sollte der entsprechend sozialverträglich sein.

Lernen, lernen, lernen

Das Wissen, das einen guten Hundesitter auszeichnet, können sich wirkliche Autodidakten selbst anlesen. Der Bücher- und Videomarkt ist voll von qualitativ hochwertigen Publikationen über Hundeverhalten und Lernbiologie. Wichtig: Vorzugsweise solche Bücher wählen, deren Autoren selbst Wissenschaftler, Ethologen oder Biologen sind. Diese bieten oft auch Vorträge, Seminare und Praktika an.

Nicht kleckern, sondern klotzen

Wer sein Hundesitter-Imperium von vornherein professionell und alternativlos aufziehen will, braucht Mut zum Risiko und ordentlich Startkapital. Und: Er kommt an einer kynologischen Ausbildung nicht vorbei. Am besten absolviert man vorab eine Ausbildung zum Hundetrainer oder Verhaltensberater. Doch Vorsicht: Nicht nur die wenigen Hundesitter-Kurse, die es gibt, sondern auch Trainer-Ausbildungen sind qualitativ sehr unterschiedlich und entsprechen nicht immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Es ist deshalb ratsam, sich von den Anbietern Leseproben aus den Schulungsunterlagen schicken und diese von einem versierten Hundeprofi unter die Lupe nehmen zu lassen. Erst wenn der Profi grünes Licht gibt, sollten Verträge unterschrieben werden. Kapital kostet aber nicht nur das „Hundestudium“. Auch das „Hunde-Hotel“ will finanziert sein: Werbung, Angestellte, Hundesitterhaftpflicht, Rechtsberatung, Fahrzeuge, Auslaufgebiet, Hundespielplatz, Pool und anderer Gäste-Spaß. All das muss vorab kalkuliert und später erwirtschaftet werden.

Tipps und Tricks für angehende Hundesitter:

  • Abwägen, welche „Laufbahn“ zu einem passt
  • Realistische Ziele setzen
  • Auf qualitativ hochwertige Weiterbildung achten

Dieses Thema könnte Sie auch interessieren:

 

Ein Kommentar

Leave a reply

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar abzugeben.