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Was tun Zweibeiner nicht alles für schicke Beißerchen: Bürsten, spülen und sanieren mit Pasten, Wässerchen und allerlei Tinkturen. Mancher Hundemund wünscht sich so viel Pflege auch.

Viele Hunde haben von Natur aus schöne Zähne. Und das bis ins hohe Alter. Zu ihnen gehören vor allem Vierbeiner, deren Kopfform rassebedingt der des Wolfes ähnelt, mit langem Fang und Platz im Kiefer. Das sorgt dafür, dass die Zähne weit auseinanderliegen und in eine sogenannte „Scherenverzahnung“ wachsen können. Dadurch reinigen sie sich beim Fressen selbst. Zumindest, wenn das Futter von entsprechender Konsistenz ist.

Kauen für die Zahngesundheit

Keinerlei reinigenden Effekt hat Dosenfutter. Es begünstigt sogar Plaque- und Zahnsteinbildung beim Hund. „Trockenfutter ist besser geeignet, weil es die Zähne in Reibung hält“, sagt deshalb Tiernotarzt Florian Reichert.

Wenn der Hund wie ein Wolf gut kauen muss, regt das den Speichelfluss an und „radiert“ Zahnbeläge regelrecht vom Zahn herunter. Empfehlenswert in Sachen Zahnhygiene ist neben Trockenfutter also alles, was zum Knabbern motiviert – vom Ochsenziemer bis hin zum Frischfleischknochen.

Probleme oft vorprogrammiert

„Kleine Hunde neigen stärker zu Zahnproblemen als größere“, weiß der Nottierarzt. Das liegt daran, dass bei kleinen Hunden oder solchen mit kurzer Schnauze die Zähne tendenziell enger beisammenliegen. Dadurch wird der natürliche Zahnreinigungsprozess beeinträchtigt. Futterreste können sich leichter zwischen den Zähnen festsetzen. Beläge „mineralisieren“ und sorgen im Laufe der Zeit für besten Zahnstein. Wenn es so weit gekommen ist, hilft nur noch eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt. Unter Vollnarkose. Die muss für einige Hunde sogar recht tief sein. Denn Zahnstein wird mit Ultraschall entfernt, und diese Geräusche machen manchen Hunden sogar im Tiefschlaf noch zu schaffen.

Schlechte Zähne machen krank

Ungepflegte Zähne können nicht nur zu Karies und Zahnstein führen, sondern auch zu Entzündungen des Zahnfleisches. Wandern die beteiligten Bakterien in die Blutbahn, schädigen sie auch innere Organe. Besonders häufig ist hier das Herz betroffen. Beim Hund wie beim Menschen gleichermaßen.

Besser vorbeugen

Die beste Prophylaxe ist regelmäßiges Zähneputzen. Florian Reichert empfiehlt hierzu spezielle Bürsten und Zahnpasta für Hunde. „Erhältlich ist auch Hunde-Mundwasser, das ins Trinken gegeben werden kann.“ Die Zahncreme streicht der Profi auf die Bürste, hebt vorsichtig die Lefzen an und putzt ähnlich wie beim Menschen immer von rot nach weiß. Wenn sich ein Hund gar nicht mit der Zahnbürste anfreunden kann, erfüllen auch spezielle textile Fingerlinge ihren Zweck. Außerdem gibt es beim Tierarzt Prophylaxe-Pasten, die einfach mit dem Finger auf die Hundezähne aufgetragen werden und die Bildung von Zahnstein hemmen.

Symptome erkennen

Schlechte Zähne erkennt man beim Hund ganz leicht. Warnsignale sind Verfärbungen und Beläge. Zahnstein ist sehr fest. Oft zeigt sich das Zahnfleisch gerötet. In schlimmen Fällen haben die betroffenen Hunde bereits Schmerzen und mäkeln oder verweigern das Essen. Auch Mundgeruch kann ein Symptom für schlechte Zähne sein. Sind die Zähne gesund, können üblem Atem aber auch innere Erkrankungen zugrunde liegen. Also: unverzüglich zum Tierarzt gehen.

Tipps und Tricks für die perfekte Zahnpflege beim Hund:

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