Früher gab es Rassehunde und, na klar, Mischlinge. Seit einigen Jahren gesellt sich nun eine weitere illustre Gruppe hinzu: Designer Dogs. Aber was steckt dahinter?

Ein Goldendoodle / Foto: Barbara Helgason - Fotolia.com

Früher gab es Rassehunde und, na klar, Mischlinge. Seit einigen Jahren gesellt sich nun eine weitere illustre Gruppe hinzu: Designer Dogs. Aber was steckt dahinter?

Ihre Namen hören sich oftmals wirklich urkomisch an: Labradoodle, Cockerpoo, Goldendoodle, Puggle, Schnoodle oder Chiweenie. Hinter der Bezeichnung dieser sogenannten Designer Dogs steckt nichts anderes als die Verpaarung zweier reinrassiger Hunde, wobei die Elternpaare unterschiedlichen Rassen angehören (um welche Kreuzungen es sich bei einigen Designer-Hunden handelt, sehen Sie am Ende des Textes). Grundsätzlich sind der Phantasie bei der Verpaarung alteingesessener Rassen natürlich keinerlei Grenzen gesetzt.

Vorneweg: Designer Dogs werden von dem größten kynologischen Dachverband, der „Fédération Cynologique Internationale“, kurz FCI, nicht als eigene Rassen anerkannt. Und: Die lustigen Namen sollten nicht vergessen lassen, worauf bei der Zucht auch hier zu achten ist.

Das Beste vom Besten?

Wer Designer Dogs züchtet, wirbt oft mit dem Spruch, dass solche Mischlinge die besten Eigenschaften der Ursprungsrassen in sich vereinen und dass sie deshalb fast die „besseren“ Hunde sein müssten. Das kann beim einzelnen Hund auch durchaus der Fall sein, wenn ihn seine Gene zufällig entsprechend begünstigen. Die Betonung liegt auf zufällig. Denn wenn man Pech hat, integriert der ausersehene Welpe die schlechtesten Eigenschaften der Ursprungsrassen, beziehungsweise die, mit denen man am wenigsten gut leben kann. Weitaus wahrscheinlicher ist allerdings ein unberechenbarer Mix. Auch beim Designer Dog sollte man sich deshalb vor der Anschaffung erst gründlich über die Herkunft erkundigen. Und zwar doppelt. Für jede Elternrasse gesondert. Wenn die rassebedingten Bedürfnisse der Hunde mit denen des individuellen Menschen nicht passen, „passt“ auch der Designer Dog am Ende nicht – „beste“ Eigenschaften hin oder her.

Die Abstammung ist entscheidend

Es gibt Designer-Dog-Züchter, die sich bereits in eigenen Verbänden organisiert haben und die ihre Welpen mit Abstammungsnachweisen abgeben. Solche „Papiere“ sind nicht wegen irgendwelcher Champions von Bedeutung. Sie sind sinnvoll, wenn sie den Gesundheitszustand der Eltern und Ahnen ausweisen. Eine Belastung mit Hüftgelenksdysplasie oder anderen Erbkrankheiten etwa. Je mehr Ahnen auf der „Ahnentafel“ verzeichnet sind, desto besser. Denn gesund erscheinende Elterntiere können über Krankheiten und Erbfehler hinwegtäuschen, die bei den Groß- oder Urgroßeltern vorhanden waren und in den Genen immer noch stecken. Diese Anlagen können die Eltern an die Welpen weitergegeben. Und wenn der Züchter nicht vorsorgt, können gesunde Eltern kranke Welpen hervorbringen. Wer einen Designer Dog kauft, sollte sich deshalb unbedingt über die rassetypischen Erkrankungen der Elterntiere informieren und auch über mögliche Gentests. Nur dann kann er kompetent genug vom Züchter die entsprechenden Nachweise und Gesundheitszeugnisse fordern – was in einer seriösen Zucht übrigens eine Selbstverständlichkeit ist.

Achtung Kaufvertrag

In den Kaufverträgen über Designer Dogs findet sich häufig eine Klausel, die die Weiterzucht mit dem erworbenen Hund untersagt. Häufig müssen sich Hundekäufer zugleich vertraglich verpflichten, den Hund noch im Welpenalter kastrieren zu lassen. Manchmal werden Designer Dogs sogar schon vor der Abgabe mit acht oder zwölf Wochen vorsorglich kastriert. Solchen Praktiken sollte sich kein Hundekäufer unterwerfen. Sie verstoßen gegen das Tierschutzgesetz, sind damit sittenwidrig und verboten. Sie sollen einzig und allein die wirtschaftliche Einnahmequelle des Züchters schützen. Abgesehen davon sind durch Früh- und Babykastrationen massive Probleme in Sachen Gesundheit, Wachstum, Entwicklung und Verhalten vorprogrammiert. Letztlich gilt für Designer Dogs dasselbe wie für alle anderen Rassehunde und Mischlinge: Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund.

Tipps und Tricks zu Designer Dogs:

  • Züchter sorgfältig auswählen,
  • Gesundheitszeugnisse fordern
  • keine Frühkastration akzeptieren

 
Schauen Sie mal, welche Rasse-Verpaarungen sich unter anderem hinter sogenannten Designer-Hunden so verbergen:

  • Bagle Hound = Basset Hound & Beagle
  • Boxador = Boxer & Labrador
  • Chirussell oder Jackhuahua = Jack Russell Terrier & Chihuahua
  • Cockerpoo = Cocker Spaniel & Pudel
  • Chiweenie = Chihuahua & Dackel
  • Goldendoodle = Golden Retriever & Pudel
  • Labradoodle = Labrador & Pudel
  • Puggle = Beagle & Mops (Pug: engl. Bezeichnung für Mops)
  • Schnoodle = Schnauzer & Pudel
  • Yorkshire Terrier & Malteser = Yorkteser

 
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