Auch für Menschen und Hunde geeignet, die körperlich nicht so leistungsfähig sind: Obedience

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Was könnten wir denn Schönes machen? Das fragen sich viele Hundehalter auf der Suche nach einem tollen Hobby für sich und ihren Vierbeiner. Ein besonderer Tipp ist: Obedience.

Wie Agility stammt Obedience ursprünglich aus England. Mit dem ausgesprochenen Tempo-Sport hat Obedience dennoch nicht viel gemein. Denn Obedience ist vorrangig Kopfarbeit. Wenn man vom erforderlichen Training einmal absieht, hat der Hundebesitzer vergleichsweise wenig zu tun. Deshalb gilt Obedience auch als idealer Hundesport für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. So mancher Rolli-Fahrer hat es im Obedience schon zu echter Meisterschaft gebracht. Da der Sport aber auch dem Hund keine großartigen körperlichen Belastungen abverlangt, steht Obedience selbst älteren und leicht behinderten Hunden offen.

Schutzhund-Sport für Lieb-Hunde

In Großbritannien ist Obedience die Alternative zum Schutzhunde-Sport – denn den dürfen Laien in den Landen der Queen nicht ausüben. Kein Wunder also, dass bei Wettbewerben Parallelen zu Rettungs- und Schutzhundprüfungen ins Auge fallen, zumindest was den Gehorsam betrifft. Obedience wird deshalb vielfach als die „hohe Schule der Unterordnung“ bezeichnet. Mit echter Unterordnung hat der Sport jedoch wenig zu tun. „Demuts-Bekundungen“ will der Richter im Ring nicht sehen. Er will Begeisterung. Die sollte dem Hund möglichst aus allen Poren sprühen und sich nicht auf die Vorfreude von Leckerli-Genuss oder anderen Bestärkern beziehen. Ein Obedience-Hund muss seine Freude sichtbar aus der jeweiligen Aufgabe als solcher schöpfen, muss in seinem Tun aufgehen. Wenn „Brav-Sein“ selbstbelohnend geworden ist, ist man als Gespann sogar bereit für echte Weltmeisterschaften.

Der Weg ist das Ziel

Im Obedience gibt es kein festgelegtes Schema für Prüfungen. Bei offenen Wettbewerben dürfen Hunde aller Größen und Formen, auch Mischlinge, starten. Bei Verbands-Prüfungen, wie denen im VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) beispielsweise, sind zumeist nur Hunde mit entsprechenden Papieren zugelassen. Anders als in anderen Hundesportarten wird das Mensch-Hund-Gespann im Obedience von einem „Ring-Stewart“ durch die Prüfung geleitet. Der Hundeführer erfährt damit immer erst in der Prüfung selbst, welche Aufgabe jeweils als Nächstes wie auszuführen ist. In Deutschland sind bei VDH-Prüfungen die einzelnen Übungen in vier Klassen zusammengefasst: „Beginners“ sowie die Klassen eins bis drei. Die Anforderungen an den Hund steigern sich von Klasse zu Klasse. Außerdem müssen die Hunde jeweils über ein bestimmtes Mindestalter verfügen. Vor der ersten Prüfung ist eine Begleithundeprüfung Pflicht. In jeder Klasse müssen eigene Einzelaufgaben bewältigt werden. So müssen die Hunde beispielsweise zeigen, dass und wie sie die „Grundkommandos“ beherrschen, wie sie sich mit Artgenossen vertragen, ob sie sich anfassen und ins Maul schauen lassen. Viele Übungen müssen später auf Distanz klappen: Vorausschicken, Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung, ablegen, herankommen, umkehren, halten, warten. Die Hunde werden nicht nur einzeln geprüft, sondern auch in der Gruppe. Jeder Hund darf dabei nur auf den eigenen Besitzer „hören“. Dieser ist zudem angehalten, mit seinem Hund so zu kommunizieren, dass andere Hunde nicht abgelenkt werden. Die Hunde müssen ein Objekt aus Holz oder Metall apportieren und damit auch über eine Hürde springen. Nicht zuletzt gilt es für sie, aus einer Reihe von Klötzen denjenigen herauszufinden, den der Besitzer berührt hat. Bewertet wird übrigens auch das Bild, das Mensch und Hund bei der ganzen Sache abgeben – in den ersten drei Klassen sogar als separate Übung. Die Bewertung der einzelnen Aufgaben innerhalb einer Prüfung erfolgt nach Punkten.

Kunst kommt von Können

Obedience ist ein bisschen so wie die Dressur beim Reiten: Die Hilfengebung, also die „Kommandos“, bleiben im Idealfall für den Beobachter unsichtbar. Die Kommunikation zwischen Mensch und Hund erscheint dadurch fast wie „Gedankenübertragung“. Dadurch erscheinen auch hoch komplexe Übungen sehr leicht. Keinesfalls darf Bello während einer Prüfung mit irgendwelchen Dingen gelockt, motiviert oder belohnt werden. Erlaubt ist lediglich, ihn „freudig zu loben“. Wer sich für Obedience interessiert, wird oft in Hundeschulen fündig. Bundesweit gibt es aber auch zahlreiche Vereine, die sich diesem Sport verschrieben haben. Eine Übersicht findet sich hier.

Tipps und Tricks in Sachen Obedience:

  • Auch für Menschen und Hunde geeignet, die körperlich nicht so leistungsfähig sind
  • Fordert und fördert Grips und Köpfchen beim Hund
  • Es gibt kein einheitliches Prüfungsschema, daher können sich die Prüfungen bei einzelnen Vereinen unterscheiden

 

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