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Am „Halti“ scheiden sich die Geister: Für die einen ist es ein Segen, die anderen sehen es als modernes „Folterinstrument“. Die Wahrheit liegt dazwischen.

Im Grunde ist ein „Halti“ nichts anderes als das, was große Tragetiere wie Pferde, Esel oder Kamele schon seit Jahrtausenden kennen: Ein Kopfhalfter. Es erlaubt dem Menschen, ein kräftemäßig überlegenes Tier praktisch „am kleinen Finger“ zu führen. Dabei verhält es sich mit dem „Halti“ wie mit so vielen Hilfsmitteln, die Menschen den Umgang mit Tieren erleichtern sollen. Richtig eingesetzt sind sie eine Bereicherung, missbräuchlich verwendet ein Fall für den Tierschutz.

Das Halti als Trainingshilfe

Ein „Halti“ übt Druck auf den Schnauzenbereich eines Hundes aus, wenn dieser aus dem Leinenradius herausdrängt. Das kann zum Beispiel beim Ziehen an der Leine der Fall sein oder auch, wenn sich der Hund einem verhassten Artgenossen entgegenwerfen will. Über das „Halti“ kann dem Hund nun ein sogenanntes Abbruchsignal oder auch ein Strafreiz vermittelt werden.

Grundsätzlich ist das Kopfgeschirr keine Alltags-Alternative für Halsband oder Brustgeschirr. Es sollte, wenn schon, nur vorübergehend in der Verhaltenstherapie eingesetzt werden.

Professionelle Unterstützung ist unverzichtbar

Es ist sehr schwierig, ein „Halti“ richtig anzuwenden und einzusetzen. Deshalb sollten sich Hundebesitzer immer Hilfe bei einem erfahrenen Trainer holen. Ein Hund am „Halti“ erfordert große Behutsamkeit und eine extrem „weiche Hand“. Nur so lassen sich Verletzungen verhindern. Niemals darf an dem Kopfgeschirr geruckt oder gezerrt werden.

Das passende Halti finden

Das Training mit dem Profi braucht Vorbereitung. Zunächst gilt es, das passende Halfter zu besorgen. Auf dem Markt gibt es mehrere Modelle, die zum Teil unterschiedlich bezeichnet werden. Neben dem „Halti“ findet man auch „Gentle Leader“ oder „Head Halter“. Es gibt ungepolsterte und gepolsterte Kopfgeschirre und solche mit Zugstopp. Diese sind besonders empfehlenswert.

Das „Halti“ sollte individuell an den Hundekopf angepasst werden können. Nehmen Sie den Hund deswegen unbedingt zur Anprobe mit. Bei der Anpassung darf der Schnauzenriemen nicht in die Augen rutschen und muss so weit sein, dass der Hund trinken, hecheln, fressen und Dinge im Maul tragen kann.

Die richtige Vorbereitung

Ein „Halti“ niemals einfach aufsetzen und loslaufen, sondern den Hund langsam daran gewöhnen: Anfangs das Kopfgeschirr vor den Hund halten und davor ein Leckerchen präsentieren. Um den Snack zu bekommen, muss der Hund seine Schnauze hindurchstecken. Macht er das gern, darf das Kopfhalfter ganz aufgesetzt werden, zunächst allerdings ohne es zu schließen.

Für die Gewöhnung zu Anfang gilt: Kurz aufsetzen, füttern, gleich wieder absetzen. Dann zunehmend die Fütterungsphase auf 10 bis 20 Sekunden ausdehnen. Das „Halti“ dabei aufgesetzt lassen und kurze Unterbrechungen beim Füttern einlegen. In diesen Pausen den Hund viel loben. Erst dann das Kopfhalfter schließen und es eine Zeit lang „nur so“, also ohne Leine, tragen lassen. Beim Spazierengehen oder Schmusen etwa. Trägt der Hund sein „Halti“ wie der Mensch seine Armbanduhr, kann das eigentliche Training unter professioneller Anleitung beginnen.

Wichtig ist: Beim Training sollte der Hund nicht ausschließlich mit dem Kopfgeschirr ausgestattet sein. Eine Leine mit zwei Karabinern ermöglicht, ihn zugleich an „Halti“ und Halsband oder aber Brustgeschirr zu führen.

Tipps und Tricks fürs Training mit dem „Halti“:

  • Auf die richtige Größe achten
  • Den Hund behutsam an das Kopfgeschirr gewöhnen
  • Nur unter professioneller Anleitung üben
  • Niemals am „Halti“ rucken oder zerren

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