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Ein Königreich für seine Gedanken – welcher Hundebesitzer hat das nicht schon über seine Fellnase gedacht? Dabei ist nichts leichter als das. Hunde verraten sich über ihr Verhalten.

Zugegeben, so ganz eindeutig sind Hunde in ihren Äußerungen nicht immer. Genau wie Menschen können sie zwischen widerstreitenden Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen hin und her gerissen sein. Zudem sind sie keine Maschinen, die man nach dem Motto „Wackelt es hier, heißt es dies, zuckt es dort, heißt es das“ beurteilen könnte. Hundeverhalten und „Hundesprache“ sind sehr variabel und stets geprägt vom Augenblick, von der jeweiligen Situation und den Gesamtumständen. Das muss man beachten, wenn man Hunde „lesen“ will.

„Körpersprache“ ist Ausdrucksverhalten

Was ein Hund „sagt“, wird oft als Körpersprache bezeichnet. In der Verhaltensforschung verwendet man dafür lieber den Begriff „Ausdrucksverhalten“. Denn der Hund „spricht“ ja nicht im eigentlichen Sinne. Er offenbart vielmehr, was gerade in ihm vorgeht. Was er fühlt, denkt oder braucht. Manche Verhaltensweisen sind dabei recht eindeutig. Viele andere sind es nicht.

Mal so, mal so

Ein klassisches Beispiel dafür ist das Schwanzwedeln des Hundes. Das bedeutet nicht immer, dass sich der Hund freut. Es ist in erster Linie ein Zeichen dafür, dass sich Bello in irgendeiner Weise aufregt. Ob diese Aufregung für ihn positiv oder negativ ist, ergibt sich aus der jeweiligen Situation.

Ähnlich ist es mit dem, was als unterwürfiges Verhalten bezeichnet wird: Ohren anlegen, sich kleinmachen, Blick vermeiden, auf den Rücken legen, herumtänzeln, pföteln. Das können Signale dafür sein, dass sich ein Hund bedroht oder verunsichert fühlt. Viele Hunde zeigen sich aber auch dann unterwürfig, wenn sie einfach nur höflich sein wollen. Oder sich ein bisschen mehr Aufmerksamkeit wünschen.

Auch Abbruchsignale oder Imponiergehabe sind kein Grund für Besorgnis. Ein Hund, der einen anderen anknurrt oder abschnappt, setzt lediglich eine persönliche Grenze. Und einer, der sich groß macht und zu verstehen gibt, dass er sich für den tollsten Hecht am Platze hält, ist weder per se „dominant“ noch aggressiv. Er signalisiert lediglich sein Selbstbewusstsein.

Beobachtungen hinterfragen

Recht eindeutig sind Verhaltensweisen wie der so genannte „Spielbogen“: Der Hund reckt sein Hinterteil in die Höhe, während er zugleich Brust und ausgestreckte Vorderbeine auf den Boden presst. „Komm, lass uns spielen“, bedeutet das.

Auch im Bereich der aggressiven Kommunikation geben sich Hunde klar zu verstehen: „Stopp. Bis hierhin und keinen Schritt weiter.“ Hundebesitzer sollten dabei immer daran denken, dass ein Hund, der beispielsweise knurrt, grundsätzlich niemandem etwas Böses will. Ein Knurren, ein strenger Blick oder ein Abschnappen sind vom Hund eigentlich sogar „nett“ gemeint. Auch wenn es paradox erscheint: Aggressive Kommunikation dient dazu, wirklich Böses zu verhindern. Knurren sollte daher niemals bestraft werden.

Hunde können lächeln

Wenn Hunde übrigens nur die Schneidezähne entblößen, dabei eigenartig schnaufen und gleichzeitig Unterwürfigkeitsgesten zeigen wie tänzeln, sich kleinmachen, Schwanzpropeller, angelegte Ohren und abgewandter Blick, dann lächeln sie.

Allerdings lächeln nicht alle Hunde. Ungeübte Beobachter können sich im ersten Moment wegen der entblößten Zahnreihen erschrecken. Der Körper eines lächelnden Hundes ist jedoch immer locker, ein drohender, fletschender Hund zeigt sich steif und starr. Vor allem Kinder brauchen immer die Hilfe eines Erwachsenen, um die Verhaltensweisen des Hundes jeweils richtig deuten zu können.

Lächeln ist die einzige Verhaltensweise, die die Vierbeiner im Verlauf der Domestikation vom Wolf zum Hund hinzugewonnen haben. Die Gründe für das Verhalten müssen noch erforscht werden.

Tipps und Tricks, um Hunde besser zu verstehen:

  • Nicht nur einzelne Verhaltensweisen betrachten, sondern die Gesamtsituation
  • Beachten, dass nicht alles, was aggressiv aussieht, tatsächlich immer aggressiv ist
  • Viel beobachten und Hunde einfach auch mal machen lassen

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