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Lange glaubten Wissenschaftler, nur Wölfe könnten heulen. Doch das entpuppte sich als falsch. Hunde tun es ebenso wie ihre Ahnen – und aus denselben Gründen.

Auch wenn die meisten Nachbarn es als nervend empfinden: Hundeheulen klingt schaurig und schön zugleich. Zwar melden sich Hunde weitaus häufiger bellend zu Wort, dafür sind die Situationen, in denen sie denn heulen, recht vielfältig.

Territorialgejohle

Hundebesitzer, die gleich mehrere Hunde halten, können diese nicht selten beim „Chorheulen“ beobachten. Hier hat das Heulen gleich mehrere Funktionen. Zum einen stärkt es den sozialen Zusammenhalt. Wer mitheult, gehört einfach dazu. Zum anderen demonstrieren die „Sänger“ nach außen: „Hier wohnen wir!“

Vor allem Züchter kennen das. Kaum spazieren draußen Leute vorbei, vielleicht auch noch mit fremden Hunden, fängt die Meute drinnen oder hinter dem Zaun zu heulen an. Dabei laufen alle geschäftig umeinander. Oft machen auch schon die Kleinsten mit. Ihre Absicht ist klar – wer immer da draußen ist, soll bitte schön auch dort bleiben.

Entflammte Fell-Casanovas

Viele Hundehalter, die ihren Vierbeiner schon einmal heulen gehört haben, besitzen einen Rüden. Nicht, dass Rüden heulfreudiger wären als ihre weiblichen Artgenossen. Aber wenn die Schönste vom Ende der Straße läufig wird, ist nun mal eher dem benachbarten Rüden sprichwörtlich zum Heulen zumute. Der Laut verbreitet sich über weite Entfernungen und dient auch einsamen Wölfen vor allem dazu, einander zusammenzurufen: „Ich bin hier, komm du doch auch“. Und genau das versucht ein verliebter Rüde seiner Angebeteten auch zu übermitteln.

Nicht fürs Alleinsein gemacht

Als hochsoziale Lebewesen sind Hunde nicht dafür gemacht, allein zu sein. Das erklärt auch, warum viele Hunde heulen, wenn sie zu Hause allein gelassen werden und unter Trennungsangst leiden. Sie versuchen, durch das Verhalten die Gemeinschaft mit Herrchen und Frauchen wiederherzustellen.

Wenn diese dann sogleich zur Rettung eilen, erkennt der Hund, dass seine Strategie Erfolg hat. Er wird deshalb immer wieder und immer stärker heulen, wenn er sich einsam fühlt. Da Trennungsangst für Hunde sehr schlimm ist, sollten betroffene Besitzer einen Hunde-Verhaltensberater aufsuchen, damit Bello seine Trennungsangst überwinden kann.

Ansteckend musikalisch

Heulen wirkt ansteckend. Viele Hunde lassen sich deshalb mit Musik und Sirenen zum Heulen bringen. Testet die freiwillige Feuerwehr allwöchentlich ihre Alarmanlage, stimmt in manchen Dörfern just die gesamte Hundebevölkerung ein. Manche Vierbeiner hegen sogar eine Vorliebe für bestimmte Instrumente und heulen bevorzugt, wenn Geige gespielt oder in eine Mundharmonika geblasen wird. Andere reagieren auf Songs und singen mit. Früher glaubte man, dass Hunde heulen, weil ihnen die Musik in den Ohren wehtut. Heute weiß man: Das Gegenteil stimmt. Wer heult, übt auf Hunde eine enorme Anziehungskraft aus, denn sie laufen immer zum Heulenden hin. Eben auch zum heulenden Radio. Manche Hunde heulen übrigens auch im Traum.

Nachahmen erwünscht

Das Heulen dürfen Hundebesitzer durchaus imitieren. Denn Hunde verbinden mit dem Laut die überaus wichtige Pflege ihrer sozialen Beziehungen. Wird geheult, kann das Bello also nur gefallen.

Hundeheulen im Überblick:

  • Es stärkt den sozialen Zusammenhalt
  • Ein Rudel grenzt dadurch sein Territorium ab
  • Hunde wollen damit ihre Einsamkeit beenden
  • Das Heulen wirkt ansteckend
  • Es darf von Hundebesitzern ruhig imitiert werden

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