FLUTD - ein typisches Problem bei Katern; Foto: Travelfish, Fotolia

FLUTD - ein typisches Problem bei Katern; Foto: Travelfish, Fotolia

Eine Erkrankung, die häufig bei Hauskatern beobachtet werden kann, ist die Entzündung und Verstopfung der harnableitenden Wege, die dem Stubentiger heftige Schmerzen beim Urinieren bereiten. Der Fachbegriff dafür lautet „Feline Lower Urinary Tract Disease“ – abgekürzt auch als FLUTD bezeichnet.

Zwar kann die Erkrankung ebenfalls bei Katzen auftreten, aufgrund der anatomischen Gegebenheiten sind Kater aber weitaus öfter betroffen. Die Harnröhre ist beim männlichen Tier nämlich länger und enger, sodass es hier schneller zu einer Verstopfung kommen kann.

Ursachen der FLUTD

Mineralien, die in der Harnblase auskristallisieren und sich zu Harngrieß und Harnsteinen verdichten sind Hauptverursacher dieser Krankheit. Werden diese Kristallgebilde mit dem Urin ausgeschwemmt, reizen sie die Schleimhaut der Harnröhre durch ihre unregelmäßigen Oberflächen und scharfkantigen Ränder und verursachen kleine Verletzungen. In der Folge schwillt die Schleimhaut an, ist anfällig für bakterielle Entzündungen und schmerzt bei jedem Toilettengang.

Solange die Harnröhre noch durchlässig ist, fällt dem Katzenbesitzer häufig nur auf, dass der Vierbeiner häufiger die Katzentoilette aufsucht oder gelegentlich in die Wohnung uriniert. Manchmal kann blutiger Urin beobachtet werden. Das Allgemeinbefinden der Katzen und Kater ist erst mal ungetrübt. Doch das Krankheitsbild kann sich rapide verschlimmern.

Schmerzhafter Toilettengang

Kater, die unter einem Harnleiterverschluss leiden, verspüren einen ständigen Harndrang, können aber nur kleine Portionen oder gar keinen Urin absetzen. Nicht selten sind sie durch die völlig überstaute Blase berührungsempfindlich und geben Schmerzäußerungen von sich. Einige Tiere schreien regelrecht beim Versuch Urin zu lassen oder verlassen die Katzentoilette fluchtartig und fauchend.

Eine Verstopfung der Harnröhre stellt einen Notfall dar und muss umgehend tierärztlich behandelt werden.

Die Diagnose ist beim Tierarzt rasch gestellt und die Symptomatik durch das Legen eines Blasenkatheters schnell gelindert. Jedoch ist hierzu meistens eine Vollnarkose notwendig sowie eine anschließende Behandlung mit Antibiotika. Eine Urinuntersuchung gibt Aufschluss über die Ursachen der Verstopfung und die Zusammensetzung der Blasensteine. Diese Information ist ausschlaggebend, um die geeignete Therapie auszuwählen. Bei massiver Steinbildung und häufiger Wiederkehr der Probleme ist eine Operation oft die einzige Möglichkeit, dem Kater ständiges Leiden zu ersparen.

Spezielles Futter gegen Harnkristalle

Um einer Wiederholung der Erkrankung vorzubeugen ist eine Futtermittelumstellung auf spezielle Diätfuttermittel notwendig, die durch die Veränderung des Urin-pH-Wertes eine Harnsteinneubildung eindämmen. Denn vom pH-Wert des Urins ist es abhängig, welche Mineralien ausflocken und sich miteinander verbinden. Am häufigsten entstehen bei Katzen sogenannte Struvit-Steine. Günstigerweise können genau diese Steine durch die speziellen Futtermittel vollständig aufgelöst werden, sodass keine operative Blasensteinentnahme nötig ist, wie es beispielsweise bei Kalzium-Oxalat-Steinen erforderlich ist. Alternativ zum Diätfutter gibt es auch Medikamente in Form von Tabletten oder Pulver, die über das gewohnte Katzenfutter gestreut werden und einen ähnlichen Wirkmechanismus haben.

Unterstützend wirkt sich aus, wenn man den Stubentiger zur Wasseraufnahme animieren kann. Katzen trinken von Natur aus wenig und haben die besondere Fähigkeit in den Nieren den Urin besonders stark zu konzentrieren. Man nimmt an, dass daher auch die Neigung zur Kristallbildung herrührt. Vollständig geklärt sind die Zusammenhänge jedoch noch nicht, da immer wieder weitere Komponenten gefunden werden, die Einfluss auf die Entstehung einer FLUTD haben.

Tipps, wie Sie das Trinkverhalten steigern können, finden Sie in unserem Artikel „Wie Sie Ihre Katze zum Trinken animieren können“.

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