Katzen - Haarballen im Magen; Foto: Pavel Sazonov, Fotolia.com

Katzen - Haarballen im Magen; Foto: Pavel Sazonov, Fotolia.com

Haarballen, im Fachjargon auch Trichobezoare genannt, sind ein typisches Katzenproblem. Denn kein anderes Haustier nimmt bei der Fellpflege so viele Haare auf und muss einen Weg finden, diese auch wieder loszuwerden. Katzenbesitzer können ihre Samtpfoten dabei mit einfachen Mitteln unterstützen.

Gesunde Katzen betreiben intensive Fellpflege. Sie putzen und lecken sich am ganzen Körper und können dabei die verdrehtesten Positionen einnehmen. Mit ihrer rauen Zunge durchziehen sie das Fell und entfernen so die ausgefallenen Haare.

Die Haare werden abgeschluckt, können aber im Magen nicht verdaut werden. Also reagiert die Katze, indem sie in regelmäßigen Abständen Haarknäuel – eigentlich eher Haarwürstchen – hochwürgt und ausspuckt. Kleine Haarmengen werden auch über die normale Darmpassage mit dem Kot entsorgt.

Haarballen werden erst dann zum Problem, wenn sie nicht mehr ausgespuckt werden. Dann können sie sich in solch großen Mengen im Magen ansammeln und verfilzen, dass eine Einschränkung der Magentätigkeit, Schleimhautveränderungen oder gar ein Verschluss im Verdauungssystem hervorgerufen wird. In einem solchen Fall kann die Katze nur noch mit ärztlicher Hilfe geheilt werden.

Risikofaktoren für die Haarballenbildung

Fellwechsel und Krankheiten: Sowohl während des Fellwechsels als auch bei fieberhaften Allgemeinerkrankungen fallen vermehrt Haare aus. Da viele Katzen während einer Erkrankung die Körperpflege schleifen lassen, besteht die Gefahr der Haarballenbildung besonders in der Zeit der Gesundung, wenn der Fellpflege wieder intensiv nachgegangen wird.

Krankheiten die mit Juckreiz einhergehen, veranlassen die Katze ebenfalls zu einer vermehrten Aufnahme von Haaren, weil die juckenden Hautstellen ausgiebig beleckt werden.

Langhaarkatzen: Die weiche und lange Haarstruktur bewirkt, dass die Ausscheidung der Haare weniger effektiv ist. Dies gilt sowohl für den Vorgang des Hochwürgens als auch für die Passage durch den Darm.

Wohnungskatzen: Um das Hochwürgen eines Haarballens zu stimulieren, nehmen die Katzen grobfaserige Pflanzenteile auf, wie beispielsweise Gras. In der Natur steht das überall und in allen Geschmackrichtungen zur Verfügung, in der Wohnung jedoch nur, wenn es der Katzenhalter zur Verfügung stellt. Als weitere Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsarmut und hohes Alter zu nennen.

Haarballenbildung vermeiden oder Ausspucken fördern?

Mit welcher Methode Katzenbesitzer ihre Vierbeiner unterstützen, bleibt jedem individuell überlassen. Die Methoden können auch kombiniert oder abgewechselt werden.

Katzengras: Ein Blumentopf mit frischem Katzengras bringt Grün in die Wohnung und erfreut die Katze. Doch hiermit wird das Hochwürgen und Ausspucken der Haarballen gefördert. Wer sich vor den kleinen „Überraschungspaketen“ auf dem Teppich scheut, sollte eine andere Methode bevorzugen. Katzen fressen übrigens gerne verschiedene Gräser. Das im Handel übliche Katzengras ist in den meisten Fällen junges Getreide, das auch ganz einfach selbst gezogen werden kann.

Nahrungsergänzungsmittel: Malzpasten und andere Produkte haben eine hohen Fett- und Öl- Anteil, der die Haarballen ummantelt und gleitfähig macht, so dass diese besser ausgeschieden werden können. Der Vorteil ist, dass die meisten Katzen den Geschmack lieben und diese Belohnung gerne entgegennehmen. Da der gewünschte Effekt jedoch nur eintritt, wenn die Paste regelmäßig verabreicht wird, bedeutet das auch immer eine Extraportion Fett.

Spezielles Futter: Viele Futtermittelhersteller bieten inzwischen Futter an, das die Bildung von Haarballen weitgehend verhindert. Eine Kombination von Ballaststoffen, pflanzlichen Wirkstoffen und Ölen sollen die Darmbewegungen erhöhen sowie die Haare gleitfähiger machen und dadurch die Ausscheidung der Haare fördern. Diese Produkte werden jedoch nicht von allen Katzen gemocht und vertragen.

Fellpflege: Unterstützen Sie Ihre Katze bei der Entfernung der losen Haare, indem Sie die Katze regelmäßig kämmen und bürsten. Besonders wichtig ist das bei Langhaarkatzen und in Zeiten des Fellwechsels oder bei Erkrankungen.

 

Tipp vom Lindermanns-Tierwelt-Team: Im caruzoo Shop finden Sie Katzengras, allerlei Nahrungsergänzung für Katzen und eine große Auswahl im Bereich Katzenfutter.

Ein Kommentar

  • Das Spezialfutter hat leider häufig das Problem, dass es zwar (vielleicht) gegen Haarballen hilft, aber die Zusammensetzung für einen Fleischfresser eher ungeeignet ist.

    Eine günstige Alternative und oft ebenso effektiv ist Butter, wobei Katzengras die natürlichste Variante ist. Mögen nur leider nicht alle Katzen…

    lg

    Anika

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