Auch die liebste Katze kann sich mal kratzend am Sofa zu schaffen machen. Doch im Handel gibt es dagegen ja „Fernhalte-Sprays“. Aber helfen die überhaupt?

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Auch die liebste Katze kann sich mal kratzend am Sofa zu schaffen machen oder im kunstvoll angelegten Blumenbeet scharren. Doch im Handel gibt es ja „Fernhaltesprays“, die unsere Stubentiger von bestimmten Ecken fernhalten sollen. Aber helfen die überhaupt?

Sie firmieren unter Titeln wie „Get-off“ oder drastischer noch „Piss-off“. Die meisten sollen Mieze stinken, andere miese Töne produzieren, wieder andere sie erschrecken. Sicherlich, so manche Erfindung in Sachen Katzen-Abwehr funktioniert sogar. Zum Beispiel der „Katzenabweiser Innotek SSSCat“, eine kleine Sprühdose mit integriertem Bewegungsmelder. Der bläst Mieze eine Ladung Pressluft oder Kältemittel entgegen, wenn sie sich verbotenen Orten nähert. Das gute Stück fristet dennoch und verdientermaßen ein Nischendasein, weil es sprichwörtlich für Nischen gemacht ist. Abgesehen von seiner integrierten Hinterhältigkeit ist in der Dose nicht sonderlich viel drin. Deshalb hat es sich sehr schnell ausgespuckt. Und Nachrüsten geht mächtig ins Geld. Also doch lieber mal einen fiesen Geruch aus dem Pumpzerstäuber am Sofa oder der neuen Tapete verwenden, damit Kitty eben nicht dort, sondern am dafür vorgesehenen Kratzbaum die Krallen schubbert? Vorneweg: „Abwehr-Sprays“ gibt es wie Sand am Meer und von unterschiedlichsten Herstellern. Garantien gibt es nicht. Ob und in welchem Einzelfall (k)eines hilft, hängt von der Katze ab. Denn jeder Stubentiger tickt anders. Weiterer Nachteil: ein unerwünschtes Batik-Muster auf dem Sofa. Weil manche Mittel Flecken machen.

Von Pfeffer, Ultraschall-Vergraulomaten bis grünem Glibber

Dann vielleicht ein beherzter Griff in Omas Hausmittelschränkchen? Als Tipp kursiert beispielsweise Teebaumöl. Das Problem: Teebaumöl ist giftig für Katzen und kann zum Tod führen, wenn es verschluckt wird, zum Beispiel beim Lecken an den Pfoten. Auf den Einsatz sollte daher komplett verzichtet werden. Auch Bestandteile einer jeden gut sortierten Küche finden stets Erwähnung: Knoblauch, Nelken, gemahlener Pfeffer und Essig. Der Haken: Das alles steigt auch dem Menschen in die Nase und welcher Zweibeiner würde schon ernsthaft seine Sofaecke mit Knofi einschmieren oder gerne auf einer nach Essig müffelnden Sitzecke Platz nehmen.

Als High-Tech-Katzen-„Vergrauler“ firmieren wiederum Geräte, die „unangenehme Ultraschalltöne“ aussenden, über die Katzen in der Regel nur lachen können. Über „Get-off“-Gelee übrigens genauso: Sowohl Kitty wie Bello latschen davon gänzlich unberührt weiter durch die Botanik. Dafür verunziert der giftgrüne Glibber Pflanzen und Beete. Wer genug davon hat, kann beispielsweise Brombeerranken ausbringen. Was an den Pfötchen piekt, wird – vielleicht – gemieden. Wenigstens bis es verrottet ist. Auch kann man Thymian als Bodendecker pflanzen, allerdings ebenfalls mit nicht garantiertem Erfolg.

Schafft der asiatische Harfenstrauch Abhilfe?

Hübsch ist er ja, der Plectranthus caninus, der Harfenstrauch aus Südostasien. Umgangssprachlich auch bekannt als sogenannte  „Verpiss-dich-Pflanze“ oder „Piss-off-Pflanze“. Was in der Beschreibung im Gartenmarkt nicht steht: Es genügt keineswegs, einen übrig gebliebenen Kübel damit zu verschönern und auf der Terrasse prunken zu lassen. Rabatten müssen es sein, am besten im Plantagen-Stil und obendrein als Garteneinfassung. Doch damit nicht genug: Plectranthus caninus ist nicht winterhart. Die hilfreichen Geschöpfe brauchen Hege und Pflege im Haus, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen. Sonst muss man im nächsten Jahr erneut kultivieren.

Fazit

Selbst wenn man nun alle erdenklichen Sprays durchprobiert und eines davon Wirkung zeigt, ohne unerwünschte Flecken auf dem Sofa zu hinterlassen: Fernhaltesprays sollten schon aus Fairnessgründen nicht angewendet werden, da Katzen einen äußerst sensiblen Geruchssinn haben. Und grüner Abwehr-Glibber dient bestenfalls zur Belustigung von Katze, Herrchen und Frauchen, löst aber das Problem nicht. Werden im Außenbereich Beete aufgescharrt und verunreinigt, kann man dem Übeltäter eine extra Sandkiste als „Außenklo“ oder „Wälzplatz“ anbieten, je nachdem, was ihm mehr beliebt. Auch beim Thema Kratzen an Sofas und Tapeten gilt: Schaffen Sie ausreichend attraktive Alternativen. Das können beispielsweise Pappen und Sisal-Kratzecken für Wände sein. Nehmen die Probleme überhand, sollte man sich unbedingt Rat bei einem Katzenpsychologen holen.

Tipps und Tricks zu Fernhaltemitteln für Katzen:

  • Erfolgsgarantien gibt es nicht
  • Aus Fairnessgründen sollte auf Abwehr- und Fernhaltesprays verzichtet werden
  • Auf keinen Fall Teebaumöl benutzen. Es ist giftig für Katzen und kann zum Tod führen
  • Bei hartnäckigen Fällen einen Katzenpsychologen zu Rate ziehen

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