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Fauchen, schnurren, Köpfchen geben – Katzen haben eine ganze Menge mitzuteilen. Es gibt aber Verhaltensweisen, die kommen so subtil daher, dass sie entweder kaum auffallen oder sich mancher Katzenhalter fragt, was sie eigentlich bedeuten.  

Hätten Sie’s gewusst? Es gibt einen Unterschied zwischen einem gerade in die Höhe gereckten Katzenschwanz und einem, dessen Spitze wie der Kopf einer Häkelnadel gekrümmt ist. Und dieser Unterschied ist bedeutsam. Am besten lässt sich das beobachten, wenn man nach Hause kommt und von seiner Katze begrüßt wird. Läuft Mieze auf einen zu, schnellt ihr Schwanz in die Senkrechte und sie „sagt“ auf diese Weise „Hallo“ mit drei Ausrufezeichen. Bildet die Spitze des Schwanzes einen kleinen Haken, schickt Mieze auch noch ein von Herzen kommendes „Ich freue mich, Dich zu sehen“ hinterher. Wenn das kein Grund für Begeisterung ist!

Küsschen geben ist nicht nett

Viele Katzenfreunde sind ganz hingerissen, wenn die Katze „Küsschen“ gibt und jemandem ihre feuchte Nase ins Gesicht tupft. Doch das ist alles andere als eine Liebesbezeugung. Es bedeutet vielmehr so etwas wie „Ach stimmt, ich kenne Dich ja“. Ganz anders zeigt sich dagegen das böckchenartige Stoßen mit dem Katzenkopf: Das heißt tatsächlich „Oh, wie lieb ich Dich!“ Die wahrscheinlich missverständlichste Geste hat mit Miezes Popo  zu tun: Nicht wenige Menschen empfinden es als höchste Beleidigung, wenn sich die Katze von ihnen abwendet und demonstrativ ihr Hinterteil präsentiert. Dabei ist das ein echter Vertrauensbeweis und eher Grund für ein Katzenfest als für das Spiel mit der beleidigten Leberwurst.

Auf die Ohren kommt es an

Besonders interessant: Katzen können die Ohren auf zweierlei Weise „anlegen“. Presst sie sie so eng an den Kopf, dass sie kaum noch zu sehen sind, hat die Katze Angst. Es überrascht daher wenig, dass „angeklatschte“ Ohren häufig von höchst abschreckendem Fauchen begleitet werden. Das zweite Ohrenspiel nennt sich im Fachjargon „Beißohrenstellung“. Wer genau hinsieht, stellt fest, dass die Katzenohren dabei eigentlich gar nicht angelegt, sondern vielmehr „umgedreht“ werden: Die Spitzen zeigen nach oben, von vorn ist jedoch die Rückseite der Ohren zu sehen. Ein bisschen sieht das aus, als horche die Katze mit beiden Lauschern nach rückwärts. Ihre ganze Aufmerksamkeit ist allerdings nach vorn gerichtet, mit starrem, „bösem Blick“, peitschendem Schwanz und einer Körperhaltung, die bereit ist, im nächsten Moment sprichwörtlich zuzuschlagen. Mit den Zähnen, versteht sich. Denn die Beißohrenstellung kündigt an, dass Mieze gleich ihre Hauer einsetzen wird. Wer sich jetzt nicht zurückzieht, wird sie kennenlernen!

Ich schlafe nicht, ich seh‘ nur so aus

Obacht ist geboten, wenn eine Katze den „Verteidigungsschlaf“ gibt. Dazu wählen die Tiere erhöhte Plätze, rollen sich zusammen und drehen der „Außenwelt“ häufig den Rücken zu. Obwohl sie die Augen geschlossen haben, entspannen sie nicht. Das ist daran zu erkennen, dass die Katze ihren Kopf nicht ablegt oder anlehnt und ein oder beide Ohren nach rückwärts richtet. Schnurren Tiere in dieser Position, ist das ein Zeichen für Stress oder auch Schmerzen – denn einer Katze im Verteidigungsschlaf geht es nicht gut. Manchmal ist sie vom Umfeld genervt, von den Kindern oder der Mitkatze, manchmal ist sie aber auch krank. Wer seine Katze öfters im Verteidigungsschlaf erwischt, sollte sie deshalb beim Tierarzt durchchecken lassen. Stellt der nichts fest, ist es ratsam, einen Katzenexperten zu konsultieren und Miezes Alltag auf Ärgernisse und Stressauslöser abklopfen zu lassen.

Sabbern und „Treteln“

Kommt Ihnen das bekannt vor? Manche Katzen tropfen aus dem Mund wie ein Wasserhahn, wenn sie beschmust werden. Das ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, sondern ein Relikt aus der Welpenzeit, als die Katze von Mama geputzt wurde und das Ganze in den süßen Traum ausgiebiger Milchmahlzeiten überging. Wie könnte einem da nicht das Wasser im Munde zusammenlaufen? Dass sich viele wohlbefindliche Katzen zudem als nahezu professionelle Thai-Masseure geben und Kissen, Decken oder Herrchens Bauch mit ihren Pfoten bearbeiten, stammt ebenfalls aus Kindertagen. Das Verhalten wird „Milchtritt“ genannt und diente einst dazu, Mamas Milch leichter fließen zu lassen. Manchmal kann verstärktes „Treteln“ im Erwachsenenalter ein Hinweis auf eine zu frühe Trennung von der Mutter sein. Solche Tiere neigen auch dazu, an allem Möglichen zu nuckeln, von Deckenzipfeln bis hin zu Ohrläppchen. Das Verhalten sollte nicht unterbunden werden.

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