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Im Tierfachhandel gibt es Sortimente von Katzenleinen und -geschirren. Was nach einer optimalen Lösung für Wohnungskatzen aussieht, birgt jedoch große Risiken.

Eine Katze, die in der Stadt oder in der Nähe von stark befahrenen Straßen wohnt, lebt gefährlich. Viele Halter entscheiden sich deswegen zu Recht, den Stubentiger vorsichtshalber gar nicht erst vor die Tür zu lassen.

Katzenliebhaber wissen aber auch: Ihre Vierbeiner sind von Natur aus nun mal sehr freiheitsliebend. Und so wird sich schon so mancher Halter einer Wohnungskatze irgendwann im Stillen gefragt haben, ob der betreute Ausgang mit einer Katzenleine ein sinnvoller Ausweg aus dem Dilemma sein könnte.

Die Gewöhnung an die Leine ist weniger das Problem

Der Katze den Ausflug an einer Leine schmackhaft zu machen, ist noch die geringste Hürde. Grundsätzlich kann man sie – sofern sie sich überhaupt gerne berühren lässt – behutsam und schrittweise an ein Lauf-Geschirr gewöhnen. Dabei freunden sich Jungkatzen noch am ehesten damit an. Hat die Samtpfote das Tragen eines Leibchens erst mal akzeptiert, ist mit viel Geduld, Ruhe und so manchem Belohnungssnack auch der Gang an der Leine möglich.

Aber: Wie sieht eigentlich der Ernstfall auf der Straße aus?

Katzen ticken anders als Hunde

Katzen machen einfach, was Sie wollen. Wirklich folgsam, wie zumindest gut erzogene Hunde, werden nur die wenigsten Samtpfoten an der Leine sein.

Als Halter wird man seine liebe Mühe haben, das huldvolle Einverständnis des Stubentigers zu gewinnen, gefälligst nach links in die nächste Straße einzubiegen. Sie werden sich also mehr oder weniger damit begnügen müssen, der Samtpfote treuherzig hinterherzutappen – und nicht umgekehrt.

Stress-Situationen sind vorprogrammiert

Auf der Straße müssen Sie mit Ihrer Katze immer mit unvorhersehbaren Ereignissen rechnen – unabhängig von städtischer oder ländlicher Umgebung. Besonders Hunde mit ausgeprägtem Jagdinstinkt können Ihnen und dem Stubentiger schnell das Leben schwer machen. Ein frei laufender Hund, der gerne Katzen „erledigt“, wird jedenfalls nicht lange fackeln, auf Ihren Vierbeiner loszustürmen. Solche Überfallskommandos können einen gemütlichen Spaziergang schnell in den reinsten Horror verwandeln.

In der Stadt kommen zusätzliche Faktoren wie lauter Straßenverkehr und plötzlich auftauchende Geräusche hinzu. Eine Katze, die nur den beschaulichen Alltag im gemütlichen Heim ohne außergewöhnliche Reize kennt, wird schnell außer Rand und Band geraten. Sie ist gar nicht imstande, die ungewohnten, auf sie eintrommelnden Eindrücke zu verarbeiten.

Da ist Stress natürlich vorprogrammiert – für Tier und Halter.

Fazit: Von einem Leinen-Spaziergang mit Katze ist im Sinne beider Parteien also allgemein abzuraten.

Wenn, dann Brustgeschirr statt Halsband

Sollten Sie sich dennoch entschließen, mit Ihrer Katze auszugehen, hier ein paar Tipps: Ein wenig sicherer sind Ausflüge in abschließbaren Innenhöfen oder eingezäunten Vorgärten.

Auch wenn der Ausflugsort ruhig ist, sollten Sie eine vernünftige Leine samt stabilem Brustgeschirr verwenden. Benutzen Sie auf keinen Fall ausfahrbare Seil-Roll-Leinen, sondern eine stabile, fixe Leine. Und statt eines Halsbandes sollten Sie immer ein vernünftiges Leibchen verwenden.

Dafür eignet sich am besten ein Nylongeschirr mit Klickverschluss. Damit haben Sie im Notfall Ihren eigenwilligen Vierbeiner sofort gut im Griff und vor allem schnell sicher auf dem Arm.

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