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Draußen scheint die  Sonne, die Vögel zwitschern, die Wiesen stehen in voller Pracht. Und Ihre Wohnungskatze kann nicht hinaus? Dann bringen Sie Ihrem Vierbeiner doch mal von draußen ein Stück Sommer zum Schnuppern mit.

Das ein oder andere Mitbringsel aus Mutter Natur wird bei Ihrem Stubentiger mit Sicherheit auf Interesse stoßen und aktiviert zudem den Katzengrips.

Stubentiger? Nasentiger!

Katzen gehören zu den „Großriechern“, den sogenannten Makrosmatikern. Ihre Riechschleimhäute im hinteren Nasenbereich sind dicht besetzt mit hochsensiblen Sinneszellen, welche die Duftmoleküle aus der eingeatmeten Luft einfangen und die Geruchsinformationen ans Gehirn weiterleiten.  Zusätzliche Informationen erhält  Miezi noch über ein Witterungs- und Mundriechorgan, das  Jacobsonsche Organ. Es liegt über dem Dach der Mundhöhle und hat Verbindung zu Mund und Nase. Hier werden vor allen Dingen Pheromone wahrgenommen – das sind Duftstoffe, die als Kommunikationsbotenstoffe innerhalb einer Art eingesetzt werden.

Einsatzgebiete der Katzennase

Der Geruchssinn hat im Katzenalltag eine extrem wichtige Bedeutung. Er ist ausschlaggebend für die Nahrungsauswahl und entscheidend für das Sozial- und Sexualverhalten. Katzen verlassen sie sich auf ihre Nase, um ihr Gegenüber als vertraut oder fremd, Freund oder Feind einzuschätzen. Paarungsbereitschaft und Hormonstatus der Artgenossen werden über die Nase aufgespürt.

Mindestens ebenso wichtig ist die Supernase der Katze für die Erkundung der Umgebung. Die geruchliche Untersuchung unbekannter Gegenden und Objekte liefert Miezi wichtige Informationen darüber, ob alles sicher und gut ist oder möglicherweise Gefahr droht. Bei manchen Gerüchen geraten Katzen gar in wahre Verzückung. Das bekannteste Beispiel ist die Katzenminze. Schätzungsweise die Hälfte aller geschlechtsreifen Katzen verfügen über ein bestimmtes Gen, das ihnen den kleinen, harmlosen Minzerausch beschert.

Nasen-„Lektüre“ für Wohnungskatzen

Anders als für seinen Freigängerkollegen gibt es für den Stubentiger wenig Anreize, sein feines Näschen einzusetzen. Und genau hier können wir ansetzen: Wir holen ihm einfach die sommerliche weite Welt ins Haus. Damit geben wir nicht nur seiner Nase endlich Arbeit, sondern bieten ihm gleichzeitig geistige Beschäftigung auf Katzenart.

Der Duft des Sommers

Halten Sie also die Augen offen, wenn Sie  draußen unterwegs sind, und bringen Sie Ihrer Katze regelmäßig kleine Überraschungen mit: begrünte Zweige von verschiedenen Bäumen, die Blüten verschiedener ungiftiger Blumen, eine frisch ausgestochene Grassode oder eine dicke Handvoll frischer, langer Gräser. Auch Federn, eine Box voll Ostseesand und Seetang, Muscheln, eine gute Prise Waldboden und Moos, große und kleinere Kieselsteine oder frisches Obst sowie Kräuter können der Katze neue Eindrücke vermitteln.

Aber Achtung:

Verführen Sie Ihren Stubentiger nicht mit Naturalien, die für Katzen giftig sind, sondern wählen Sie sorgfältig aus. Buchtipps zum Thema giftige/ungiftige Pflanzen für Heimtiere finden Sie am Ende des Textes.

Duftobjekte sollten nicht leicht zerbrechen, splitterfrei und so groß sein, dass die Katze sie nicht aus Versehen verschluckt. Kleinigkeiten können Sie auch in ein mit einer Nadel durchlöchertes, verschlossenes Plastiksäckchen geben, das sie in eine alte Socke stecken. So steht der aufregenden Geruchserkundung nichts im Weg.

Nach 2 Sekunden Desinteresse?

Sie machen sich viel Mühe und Ihre Katze beschäftigt sich gerade mal zwei Sekunden mit dem Ding? Lassen Sie es eine Weile liegen – vielleicht kommt sie später noch einmal darauf zurück. Tut sie nicht? Dann war es die Mühe trotzdem wert: Das kleine Katzenhirn hat es nämlich analysiert und schlichtweg für „unwichtig“ befunden. Das geschieht draußen täglich tausendfach.

 

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