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Das Herz eines fremden Stubentigers zu erobern was kann’s für Katzenfans Schöneres geben. Aber Vorsicht: So manch überschwängliche Begrüßung ging beim Kennenlernen schon tüchtig nach hinten los und brachte dem auf Annäherung bedachten Zweibeiner ewige Missachtung ein.

Denn: Eine so direkte Annäherung verstößt gegen die Catiquette-Regelungen, die Höflichkeitsregeln unserer Samtpfoten. Und die sind lang und kompliziert und beinhalten einige Ausnahmeparagraphen. Wir versuchen, die wichtigsten Abschnitte zu übersetzen und Anwendungshilfen zu geben.

Paragraph 1: „Möchtest Du Freundlichkeit und Arglosigkeit zeigen, guck weg oder blinzele!“

Katzen fühlen sich durch Blickkontakt leicht bedrängt. Wollen Sie sich als (vertrauens-)würdig erweisen? Schauen Sie die Katze ganz kurz an und gehen sofort für zwei Sekunden in ein Blinzeln mit sehr langsamen Augenschließbewegungen über. Dann wenden Sie nicht nur den Blick, sondern auch den Kopf ab und schauen plakativ überall hin, nur nicht zur Katze. Wiederholen Sie dieses Vorgehen nach einigen Minuten.

Paragraph 2: „Gib der Katze Zeit, Dich aus der Ferne zu erkunden!“

Katzen schätzen es nicht, überrumpelt zu werden. Deswegen bereiten ihnen auch große, laute Menschen manchmal Unbehagen. Man kann ja nie wissen. Deshalb prüfen sie gerne unauffällig aus der Distanz, ob der Neuankömmling harmlos ist. Und ob er einem möglicherweise Annehmlichkeiten bereiten könnte.

Paragraph 3: „Frage um Erlaubnis!“

Dieser Paragraph liefert uns einen wichtigen Schlüssel für einen guten ersten Eindruck. Bevor Sie näher an eine Katze herangehen oder sie streicheln, vergewissern sie sich, dass der Tiger das in diesem Moment auch möchte. Anzeichen dafür: Die Katze blinzelt zurück oder guckt Ihnen neugierig entgegen, beide Ohren nach vorn. Sie bleibt gelassen an Ort und Stelle.

Paragraph 4: „Reiche mir Deinen Finger!“

Wenn Sie auf Armeslänge bei der Katze sind: Halten Sie der Samtpfote unaufdringlich den Zeigefinger in die Nähe der Nase. So kann sie prüfen, ob Sie akzeptabel riechen. Können Sie Interesse und Vertrauen wecken, dann wird die Katze die nächsten Schritte initiieren (siehe nächster Paragraph).

Paragraph 5: „Finger weg, wenn die Katze sich an Dir reibt!“

Während des Kennenlernprozesses reibt die Katze möglicherweise ihren Körper oder ihr Köpfchen an Ihnen. Diese Catiquette-Regel gibt vor, dass dies lediglich eine einseitige Kontaktaufnahme seitens der Katze ist. Während die Katze kunstvolle Geruchsvermischung betreibt und dabei noch immer das Gegenüber auskundschaftet, wünscht sie meist noch kein Anfassen seitens des Menschen.

Ausnahmeparagraph für Euer Durchlaucht” …

Der wichtigste Ausnahmeparagraph in den Catiquette-Regelungen sieht vor, dass diese natürlich jederzeit von der Katze selbst gebrochen werden dürfen. Und nur von ihr. Die Katze hat das Recht, die Annäherung voranzutreiben. Natürlich muss sie ihrerseits keinerlei Rücksicht auf die Befindlichkeiten des ihr eigentlich unbekannten Menschen nehmen. Nach ihrer Meinung darf sie jederzeit auf seinen Schoß klettern, ohne dabei den Einsatz ihrer Krallen zu kontrollieren. Für die Katzennase gilt: Diese darf, wann immer es der Katze beliebt, in das menschliche Antlitz oder in seine Tasche gedrückt werden. Auch vor einem lecker drapierten Essteller wird da nicht halt gemacht. Und es ist der Katze überlassen, ob sie während dieser Phase der Kontaktaufnahme ins Ohr des Menschen krakeelt oder ob sie darauf verzichten möchte.

Anmerkung der Redaktion: Wir sind lediglich die Übersetzer und enthalten uns an dieser Stelle natürlich jeder Wertung …

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