Katzen und ihre Kratzgeräte, Foto: Picturenick, Fotolia

Verehrte Menschheit. Wir unterbrechen Ihr sonstiges Tun mit einer wichtigen Nachricht: Sie dürfen sich endlich wieder schubbern! Denn soeben hat die Europäische Kommission für Juck-Kultur das sehr umstrittene, seit November 2012 bestehende Kratz-Verbot aufgehoben! Die Verbots-Aufhebung gilt mit sofortiger Wirkung für alle Popos, Rücken und Steißlagen. Besonders freudig betroffen sind Männer, Bären, Hunde – und natürlich Katzen.

Europäische Kommission – wen juckt denn so was? Das kratzt normalerweise niemanden, es stimmt fürwahr, aber wenn es nun dazu führt, dass Sie den Kratzbaum Ihrer Katze nicht mehr heimlich auf dem Schwarzmarkt kaufen bzw. oder in einem Klavier versteckt aus dem Kosovo importieren lassen müssen, dann ist das eine echt gute Sache. Bürokraten halt!

Apropos Bürokraten. Das offizielle gesamteuropäische Kratzbaum-Bestell-Portal mit geplüschtem Echtheits-Zertifikat heißt caruzoo.de. Denn dort, müssen Sie wissen, geht es alles andere als bürokratisch zu, und anders als woanders müssen Sie Ihren Kratzbaum-Kaufantrag auch nicht mit zehn Durchschlägen fertigen. Wie praktisch! Schnell wie der Wind sind die dort auch; wohlmeinende Zungen munkeln sogar, dass Kratzbäume schneller ausgeliefert werden, als die entsprechende Katze den entsprechenden Juckreiz überhaupt verspürt.

Allerdings: Um den Katzenpopo geht es bei professionellen Kratzbäumen nur sekundär! Viel wichtiger sind die Krallen. Die müssen sie wetzen, die müssen die fetzen, die Katzen, it’s a nail care selfie, wie man heutzutage zu sagen pflegt, und wichtig ist es auch. Denn: Es liegt in der Natur, es ist, als würde man Hans-Peter die Bundesliga verbieten, das ist absurd, es steckt in ihm drinne, und genau so verhält es sich beim Wetzen der Krallen der Katzen, Krallen sind wichtig, müssen sie wissen, die geben Halt und Sicherheit, Messer und Gabel sind sie auch, und eine Katze ohne Krallen ist wie ein Mensch ohne Manieren, und das geht ja gar nicht.

Aber passen Se uff, mit den Kratzbäumen hat es noch mehr auf sich! Weil der dient auch als Katzen-Aussichtsturm, was Eigenes ist er ebenfalls, kein Mensch wurde je auf einem Katzen-Kratzbaum kauernd gesichtet, dafür sind die auch nicht konzipiert, weder die Menschen, noch die Kratzbäume, und die Katze freut sich, denn das ist ihr Ding. Und da liegen se dann herum, die Katzen, sie glotzen und glotzen und glotzen, wenn se nicht gerade pennen, und wenn se dann endlich wieder wach sind, dann glotzen se noch ne Runde. Aber auch das liegt in ihrer Natur! Katzen liegen gewohnheitsmäßig auf der Lauer, in freier Natur gibt’s keine Mama mit lecker Fresschen in lecker Schüsselein, sondern nur kleine wuselige Mäuse, die darauf spezialisiert sind, klein und wuselig zu sein, und die muss man erst mal entdecken und dann fangen, bevor man sie fressen kann, und dem ist nur mit professionellem Glotzen von erhöhten Plätzen beizukommen. Gott, als er alles schuf, was hernieden auf Erden kreucht und fleucht – also der hat sich schon was dabei gedacht!

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