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Putzig, lustig, lebhaft: Frettchen können geradezu herzallerliebst sein. Und prima Haustiere. Ihre Haltung stellt die Besitzer allerdings vor so manche Herausforderungen.

Manchmal sind ein Nachmittag auf einem Mittelaltermarkt oder ein simples Kinderfest schuld an einer „Frettchen-Manie“. Denn es kommt gar nicht so selten vor, dass man dort „Spielleuten“ mit eigener Frettchen-Show und natürlich anschließender Streichelrunde begegnet. Schnell steht fest: So ein kleiner Sandsack auf Beinen, mit Knopfaugen und Zorro-Maske, das wäre auch was fürs eigene Zuhause.

Tierchen mit Historie

Frettchen sind kleine Marder und als domestizierte Form des Iltisses echte Haustiere. Sie können daher fast so zahm wie ein Hund oder eine Katze werden. Bevor die Katze nach Europa kam, kümmerten sich Frettchen um die Bekämpfung von Mäuse- und Rattenplagen. Jäger wussten sie damals auch bei der Kaninchenjagd zu schätzen. Heute gibt es Frettchen in zahlreichen Farbvarianten. Einige sehen wie die Wildform aus, andere sind weiß, cremefarben oder sogar gescheckt.

Frettchen brauchen vorwiegend fleischliche Nahrung

Die munteren Kerlchen sind von Hause aus Raubtiere und damit in erster Linie Fleischfresser. Mindestens 80 Prozent ihrer Nahrung sollte deshalb aus Fleisch bestehen. Im Handel gibt es diverse Frettchen-Trockenfutter. Schauen Sie aber unbedingt auf das Kleingedruckte der Verpackung, ob die Zusammensetzung auch einer artgerechten Ernährung entgegenkommt. Salz und Zucker beispielsweise oder ein zu hoher Anteil an Getreide haben im Futter gar nichts verloren. Alternativ können Sie auf Katzentrockenfutter und Nassfutter zurückgreifen. Abgesehen von Schweinefleisch sollte auch frisches Muskelfleisch von Rind, Geflügel, Wildfleisch oder Schaf, Geflügelinnereien wie Mägen und Herzen sowie gekochtes Ei angeboten werden. Und auch wenn es da jetzt manchem Tierfreund glatt den Magen herumdrehen mag: Tote Eintagsküken und Mäuse stehen ebenfalls auf dem Ideal-Speiseplan. Da Frettchen klein sind, einen hohen Energiebedarf haben und natürlicherweise nur kleine Beutetiere jagen, müssen sie mehrmals täglich gefüttert werden.

Allein sein geht gar nicht

Aktiv und gesellig, wie sie sind, brauchen Frettchen Artgenossen und viel Platz. Mindestens zwei Tiere sind deshalb ein Muss. Und wie so oft sind die fertigen Käfige aus dem Zoohandel viel zu klein. Optimal unterbringen lassen sich die kleinen Gauner in ausgedienten Kleiderschränken oder einem eigenen Zimmerchen. Wichtig sind mehrere Etagen, die durch Tunnel, Durchschlupfe, Hängebrücken und Kletterseile miteinander verbunden werden. Mehrere Schlafhäuschen, Kuschelhöhlen und Hängematten, Aussichtsplattformen, Klettergerüste, Schaukeln und ähnliches Zubehör machen das Domizil komplett. Je einen standfesten Futter- und Wassernapf nicht vergessen. Und: Ein kleines Klo mit Katzenstreu aufstellen. Im Handel gibt es spezielle Frettchentoiletten, die die Tiere zumeist ganz selbstverständlich annehmen.

Freilauf mit Aufsicht

Wer seinen Frettchen kein eigenes Zimmer anbieten kann, sollte ihnen täglich Freilauf in der Wohnung gewähren. Aber aufgepasst: Frettchen begeistern sich für alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Sie schmeißen es um, beißen es kaputt oder fordern es zum Ringkampf heraus. Um sie zu beschäftigen eignet sich vieles, was auch Hunde und Katzen mögen: Futterbälle, Futterverstecke und Intelligenzspielzeuge zum Beispiel. Für Leckerchen lernen sie sogar Kunststücke. Wer Frettchen außerhalb ihres Käfigs Futter anbietet, sollte darauf achten, dass es auch gleich gefressen wird. Viele Frettchen horten das fleischliche Naschwerk sonst in heimlichen Ecken, was unentdeckt auf Dauer etwas eklig werden kann.

Gassi-tauglich

Am zahmsten werden Frettchen bei Wohnungshaltung. Da sie sehr robust sind, lässt sich ihr Gehege aber auch auf dem Balkon, im Garten oder in einer Laube installieren. Das tun viele Frettchenbesitzer, die unkastrierte Rüden halten, denn im Liebestaumel der sogenannten „Ranzzeit“ müffeln die Männchen ein bisschen. Wer mag, kann seine Frettchen übrigens auch Gassi führen. An Leine und Brustgeschirr gewöhnen sie sich schnell.

Tipps und Tricks zur Frettchenhaltung:

• Großes, unterhaltsames Gehege anbieten

• Mindestens zwei Tiere halten

• Mehrmals täglich artgerecht mit Fleischkost füttern

• Auslauf gönnen

• Viel beschäftigen

 

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