Frettchen werden in der Heimtierhaltung immer beliebter. Was häufig nicht bekannt ist: Eine medizinische Gesundheitsvorsorge ist auch bei diesen Tieren wichtig.

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Frettchen werden in der Heimtierhaltung immer beliebter, weil sie verspielte, neugierige und sehr zutrauliche Gesellen sind. Was manch neuer Halter aber oft nicht weiß: Eine medizinische Gesundheitsvorsorge ist auch bei diesen Tieren wichtig.

Bei der Frage, wann und wogegen Frettchen geimpft werden müssen, lautet die Pauschalantwort gerne: „Frettchen werden geimpft wie ein Hund”. Doch das ist nicht ganz richtig. Es stimmt zwar, dass sich Infektionskrankheiten von Hunden und Frettchen gleichen. Teilweise, wie zum Beispiel bei der Staupe und der Tollwut, können sich beide Tierarten sogar gegenseitig anstecken. Der Hundeimpfstoff ist jedoch nicht optimal auf Frettchen abgestimmt.

Staupe ist das Risiko Nummer eins

Staupeerreger befinden sich vorwiegend im Speichel oder im Nasensekret infizierter Tiere. Neben dem direkten Tierkontakt, kann eine Übertragung aber auch durch die Hände und Kleidung der Tierbesitzer stattfinden, wenn diese vorher Kontakt mit infizierten Hunden hatten. Deswegen sind ebenso Frettchen gefährdet, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden.

Bei Frettchen haben Staupeinfektionen oft verheerende Wirkung und führen besonders bei Jungtieren schnell zum Tod. Leider konnte sich die Seuche in Deutschland in den letzten Jahren wieder vermehrt ausbreiten. Importe von ungeimpften Hunden und eine steigende Impfmüdigkeit unter den Hundebesitzern sind hierfür die Gründe.

Bei Haltung in Freiluftgehegen und vor Reisen – gegen Tollwut impfen

Tollwut sollte bei allen Frettchen geimpft werden, die sich außerhalb der heimischen vier Wände bewegen. Ob beim Freigang im Außengehege oder beim Spaziergang an der Leine ist man mit einem geimpften Tier immer auf der sicheren Seite. Die Tollwutimpfstoffe sind im Allgemeinen länger als ein Jahr wirksam. Je nach Impfstoff hält der Impfschutz bis zu drei Jahre. Wenn man mit dem Frettchen auf Reisen gehen will, und bei Tieren, die zur Jagd eingesetzt werden, sollte die Impfung jedoch alle 12 Monate aufgefrischt werden.

Leptospiren, Parvoviren und andere Infektionskrankheiten

Die Standardimpfung für den Hund ist als Kombinationsimpfung angelegt und erhält neben den wirksamen Bestandteilen gegen Staupe ebenfalls solche gegen Leptospirose, Parvovirose und gegen die Hundehepatitis.

Leptospiren sind in Rattenurin zu finden und führen zu Erkrankungen bei Kontakt mit urin- verschmutztem Wasser. Eine Infektion von Frettchen findet selten statt und hat keinen bedeutenden Stellenwert. Parvovirose, auch Katzenseuche genannt, ist eine Viruserkrankung, die mit scherem Durchfall einhergeht und dramatische Verläufe haben kann. Auch beim Frettchen sind Parvoviren bekannt, jedoch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse darüber, inwieweit der Hundeimpfstoff bei den Mardern Schutz bietet. Die canine Hepatitis spielt bei den Frettchen keine Rolle.

Andere Infektionskrankheiten wie Grippeviren, Botulismus-Bakterien und Erreger der blutigen Lungenentzündung führen bei Frettchen immer wieder zu großen Verlusten, sind aber leider nicht in der Hundeimpfung enthalten. In großen Frettchenbeständen können Impfstoffe für Nerze angewendet werden.

Impfempfehlung für Frettchen

Grundsätzlich sind Impfstoffe, die explizit für Frettchen zugelassen sind, zu bevorzugen, da ihre Wirksamkeit wissenschaftlich erforscht und daher zuverlässiger ist. Da sie in geringeren Mengen hergestellt werden, sind sie aber auch immens teurer. Aus diesem Grund werden in vielen Tierarztpraxen stattdessen Hundeimpfstoffe eingesetzt und in der Regel auch gut von den Frettchen vertragen.

Die erste Impfung bei Jungtieren sollte nach der 10. Lebenswoche erfolgen. Wenn mit einem hohen Stauperisiko gerechnet werden muss, können die Frettchenwelpen auch schon früher geimpft werden, dann muss jedoch nach 4-6 Wochen nachgeimpft werden. Die Staupeimpfung sollte jährlich wiederholt werden, die Tollwutimpfung je nach Haltungsbedingungen des Frettchens im ein- bis dreijährigen Abstand.

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