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Reiten ist vor allen bei jungen Mädchen beliebt. Kein Wunder: Schließlich erfordert der Sport einen ausgeprägt einfühlsamen Umgang mit dem sensiblen Wesen der Pferde.

„Das Paradies der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, sagte einmal der deutsche Schriftsteller Friedrich Martin von Bodenstedt (1819-1892). Gerade bei Kindern hinterlässt das erste Mal auf einem Pferd einen nachhaltigen Eindruck.

Das besondere Verhältnis von Mädchen & Pferden

Auffällig ist, dass junge Mädchen mehr noch als Jungs schnell Feuer und Flamme für den Reitsport sind. Davon zeugen auch die von Mädchen häufig konsumierten Pferde-Comic-Hefte wie „Wendy“ oder Pferde- und Ponyromane. Fast jedes Girlie im Alter bis zu 14 Jahren wünscht sich sogar ein eigenes Pferd. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung bestätigt, dass Reitschulen zu 90 Prozent von weiblichen Teenagern besucht werden. Nur zehn Prozent sind männliche Jugendliche.

Aber woran liegt es, dass Mädchen häufig mehr als Jungs geradezu vernarrt in Pferde sind? Eine der wichtigsten Antworten darauf ist: Mädchen lieben es einfach, die Tiere zu umsorgen, ihr seidiges Fell zu streicheln und zu striegeln, ihren Stall sauber zu halten.

Früh übt sich

Reitschulen bieten Kindern bereits ab dem dritten Lebensjahr Reitunterricht in sogenannten „Krabbelgruppen“ an. Allerdings liegt das Durchschnittseintrittsalter bei sechs Jahren.

Um die Kinder langsam an den Reitsport heranzuführen, werden Schulpferde zur Verfügung gestellt. Diese habe in der Regel ein ruhiges Gemüt und einen ausgeglichenen Charakter. Die Größe des Pferdes wiederum richtet sich nach Alter und Größe des Reitschülers. Das kann ein Pony, aber auch ein klassisches Reitpferd sein.

Der Reitunterricht beginnt zumeist mit dem Longenunterricht. Er dient dazu, dem jungen Reiter die Grundtechniken des Reitens zu vermitteln und das Vertrauen zum Pferd aufzubauen.

Das Pferd gehorcht hier noch ganz auf den Reitlehrer, so dass der Schüler sich erst einmal in die Bewegungen des Pferdes einfühlen kann. Um in den Grundgangarten wie Schritt, Trab und Galopp sattelfest zu werden, erlernt der Reitschüler im Verlauf des Unterrichts immer mehr auf das Pferd einzuwirken und kann nach und nach die Kontrolle selbstständig übernehmen.

Eine weitere Möglichkeit für Kinder, ein sicheres Gefühl für die Bewegungen des Pferdes zu bekommen, ist das Voltigieren, bei dem die Kids auf einem Pferd an der Longe Turnübungen absolvieren.

Teeniezeit, Partyzeit

Fragt man pferdenärrische junge Reiter, wie lange sie ihrem Hobby treu bleiben werden, können sie sich gar nicht vorstellen, eines Tages damit aufzuhören. Die Realität sieht jedoch anders aus. Irgendwann setzt das Interesse für Partys und das andere Geschlecht ein und das vormals heiß geliebte Reiterhobby rückt in den Hintergrund.

Aber: Die meisten, die in ihrer Jugend geritten haben – so auch die Erfahrung der Deutsche Reiterlichen Vereinigung – kommen später im Leben wieder auf das Reiten zurück.

Denn regelmäßige Ausritte auf Wiesen und in Wäldern machen den Kopf frei und aller Stress ist schnell vergessen. Und: Wer einmal die Freiheit auf dem Rücken eines Pferdes genossen und zudem den sicheren Umgang mit den Flucht- und Herdentieren beherrscht, wird darauf auch nicht mehr verzichten wollen.

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