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Er ist der Sport der Könige und der königlichen Pferde: Polo. Blaues Blut allein genügt jedoch nicht, um es hier zu echter Meisterschaft zu bringen.

König Fußball zum Trotz gebührt ein besonderer Spitzenplatz tatsächlich dem Polosport. Denn Polo ist die älteste Mannschaftssportart der Welt. Ihren Namen hat sie von „Pulu“, dem tibetischen Wort für „Ball“. Überlieferungen zufolge wurde Polo bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. gespielt, und sogar Alexander der Große soll sich daran schon ergötzt haben. Angenommen wird außerdem, dass auch Spiele wie Hockey, Golf oder Kricket aus dem Polo abgeleitet wurden. Spiele mit Schlägern und kleinen Bällen eben.

Kein Spiel für Weicheier

Polo wird auf Rasen gespielt, mit leidenschaftlichen Ausnahmen aber auch mal auf Schnee. Das Spielfeld hat eine Länge von fast 300 Metern. An Pferd und Reiter stellt Polo enorme Anforderungen. Bei Tierschützern gerät der Sport deshalb manchmal in die Kritik. Verantwortungsbewusste Polospieler gehen daher mit mindestens zwei Pferden pro Partie zum Spiel.

Nach jedem Spielabschnitt müssen die Pferde gewechselt werden. Ein solcher Spielabschnitt wird „Chukker“ genannt und dauert längstens 7,5 Minuten. Die größte Verantwortung im Spiel trägt der Schiedsrichter. Denn er muss nicht nur auf die Einhaltung der komplizierten Spielregeln achten, sondern auch auf das Befinden jedes einzelnen Pferdes. Wann ein Pferd zu wechseln ist, bestimmt allein der Tierschutz. Das Reglement hat kein Mitspracherecht. Das muss der Schiedsrichter beachten. Verletzt sich ein Tier, wird das Spiel sofort unterbrochen. Die Reiter müssen härter sein: Reißt es einen aus dem Sattel, heißt die Devise: aufsitzen und weiterspielen.

Spezielles Training für besondere Pferde

Das vorbereitende Training eines Polopferdes ist von größter Bedeutung. Die Tiere brauchen häufig schon nach kurzer Zeit Pausen. Für sie ist Polo Hochleistungssport. „Beim Polo brauchen wir extrem schnelle, antrittsstarke und wendige Pferde. Außerdem müssen die Tiere sehr intelligent sein, damit sie den Spielverlauf verstehen und kooperieren können“, sagt die Präsidentin des Berliner Polo Club e.V., Dr. Inge Schwänger. „Damit das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur des Pferdes entsprechend vorbereitet werden, müssen die Tiere täglich etwa zehn bis 15 Kilometer Trab- und Galopp-Training absolvieren.“ Ebenso wichtig wie die körperliche Kondition sind Mut, Durchsetzungsvermögen und eine erhebliche Nervenstärke, denn im Spiel bewegt sich ein Pferd wie in einer Herde unter vielen Artgenossen.

Rekord-Preis für Rekord-Pferd

Die besten Polo-Pferde stammen übrigens aus Argentinien. Und sie sind teuer. So hat Polo-Superstar Adolfo Cambiasso beispielsweise im vergangenen Jahr eines seiner Tiere für den Rekordpreis von stolzen 800.000 Dollar verkauft.

Link-Tipp:

Deutschlandweit gibt es eine ganze Reihe von Polo-Clubs. Wer sich dafür interessiert, findet weitere Informationen unter: www.poloworld.de

Video zum Thema:

 

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