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Gäbe es einen Comedy-Preis für Tiere, der Gewinner wäre wohl immer derselbe: der Fischotter. Es gibt praktisch nichts, womit sich das kecke Kerlchen nicht zu amüsieren wüsste.

Seine Verspieltheit ist legendär, dabei war er lange Zeit vom Aussterben bedroht. Bis heute ist der Fischotter außerordentlich selten. Die Bestände scheinen sich jedoch langsam zu erholen: In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bekommt man sie zuweilen sogar zu Gesicht, einige heimliche Otter fühlen sich aber auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wohl.

Marder der Superlative

Sein Fell war es, das dem Fischotter einst beinahe zum Verhängnis wurde. Es ist so dicht, dass ein Otter nicht einmal beim Tauchen richtig nass wird. Wie bei einem Reißverschluss sind die einzelnen Haare durch mikroskopisch kleine Häkchen miteinander verzahnt. 50.000 wachsen auf jedem Quadratzentimeter Fischotterhaut. Auf einem Menschenkopf sind es maximal 200 pro Quadratzentimeter und das auch nur bei Blondschöpfen. Rothaarige dürfen diese Zahl noch mal halbieren. Kein Wunder also, dass manch reiche Dame da früher neidisch wurde, und Otterpelz als Mantel trug.

Wasser? Igitt!

Obwohl die kleinen Marder mit ihrem Haarkleid, ihrer Speckschicht und den Schwimmhäuten zwischen ihren Zehen perfekt an das Leben im und am Wasser angepasst sind, können Fischotterjunge nicht von Geburt an schwimmen und tauchen. Sie müssen es mühsam lernen.

Und Mama ist beim Helfen nicht eben zimperlich. Wer nicht baden will, wird mit den Zähnen am Schlafittchen gepackt und ins kalte Nass gezerrt. Sind sie auf den Geschmack gekommen, ist Wasserakrobatik jedoch ihr liebster Zeitvertreib. Im Winter bauen sich Fischotter sogar Rodelberge: Sie nehmen Anlauf, pressen die Vorderbeine an den Leib und rutschen auf dem Bauch Abhänge hinunter. Oftmals, um sich unten angekommen auch noch genüsslich ins Wasser plumpsen zu lassen.

Fähiger Feinschmecker

Neben Kleinsäugern, Vögeln, Lurchen, Krebsen und Muscheln ist die Lieblingsspeise des Otters Fisch. In früheren Zeiten als ober-gefräßiger Fischdieb geächtet, gilt der Otter heute als echter Gesundheitspolizist. Denn bei der Jagd bevorzugt er Beute, die schwach und krank ist. Die lässt sich leichter fangen, was für den Otter vielleicht auch mehr Zeit zum Spielen bedeutet. Ein erwachsener Otter schmaust mehr als ein Kilo Fisch pro Tag. Seine Beute spürt er unter Wasser nicht nur mit den Augen auf, die durch ihre besonderen Linsen perfekt an das Sehen unter Wasser angepasst sind. Es sind vor allem seine beeindruckenden Schnurrbarthaare, die Vibrissen, die dem Otter sprichwörtlich das Fischen „im Trüben“ ermöglichen.

Schutz ist wichtig

Obwohl Fischotter streng geschützt sind und schon lange nicht mehr gejagt werden dürfen, erholt sich ihre Zahl nur sehr langsam. Der Grund dafür ist, dass Otter sehr hohe Ansprüche an die Wasserqualität in ihrem Lebensraum stellen. Sie lieben Flüsse, Teiche und Seen gleichermaßen, vorausgesetzt, sie sind sauber. Wirklich sauber. Abwässer und chemische Rückstände aus Industrie und Landwirtschaft vertragen sie gar nicht.

Link-Tipp:

Wer mehr über Fischotter erfahren oder sich für ihren Schutz engagieren möchte, kann das zum Beispiel beim Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) tun. Hier geht es zur Fischotter-Seite des NABU.

Video zum Thema:

 

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