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Flöhe können durchaus vom Haustier auf den Tierhalter überspringen. Doch die Risiken einer Krankheitsübertragung sind gering – zumindest in Mitteleuropa.

Eichhörnchenfloh, Hundefloh, Fuchsfloh, Menschenfloh, Taubenfloh, Maulwurfsfloh: Schier endlos scheint die Vielfalt der derzeit über 2.000 weltweit registrierten Floharten.

Fast für jedes Tier den passenden Floh, möchte man meinen. Aber trotz gewisser Vorlieben sind Flöhe bei der Nahrungsbeschaffung alles andere als wählerisch. Hauptsache Blut – sei es nun tierischer oder menschlicher Herkunft. So versteift sich auch der in unseren Breitengraden am weitesten verbreitete Katzenfloh keineswegs nur auf Stubentiger. Gerne nimmt er auch mit Hunden oder einem menschlichen Wirt vorlieb.

In einem Sprung auf den Berliner Fernsehturm

Um auf ahnungslose Vier- und Zweibeiner zu gelangen, legen die blutsaugenden Parasiten eine enorme Leistung an den Tag. Aus dem Stand schaffen die 1-4 mm kleinen Insekten eine Höhe von 30 cm und eine Weite von 50 cm. Auf mittelgroße Menschen umgerechnet hieße das, in einem Schwung locker auf die Kugel des Berliner Fernsehturms zu springen.

Unangenehmer Juckreiz

Ist der Floh erst mal sicher auf dem menschlichen Wirt gelandet, hinterlässt er mit seinem Stech- und Saugrüssel stark juckende, gerötete Stellen. Ganz typisch für Flöhe ist, dass die Stiche nebeneinander angesiedelt sind. Gelegentlich entwickeln Menschen Allergien auf Flohspeichel, auch können sich die Stiche durch ständiges Kratzen entzünden.

Besonders sensibel reagieren Kinder auf Flohstiche. Und da sie oft auf dem Fußboden spielen, wo sich die meisten Flöhe in Bodenritzen und auf Teppichen aufhalten, sind sie ein weitaus beliebteres Angriffsziel als Erwachsene.

Krankheitsrisiken

Eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung stellen Flöhe zumindest in Mitteleuropa nicht dar. Im 14. Jahrhundert wurden noch 25 Millionen Menschen durch die von Rattenflöhen übertragenen Pestbakterien getötet. Durch verbesserte Hygienestandards ist das Krankheitsrisiko heutzutage praktisch ausgeschlossen.

Zwar sind Katzenflöhe Zwischenwirte des Gurkenkernbandwurms,  der Hunde, Katzen und auch Menschen besiedeln kann – allerdings nur, wenn die Flöhe zuvor oral aufgenommen wurden.

Weltweit betrachtet sieht die Lage schon anders aus: Flohbedingte Pesterkrankungen tauchen immer wieder auf. Und nach Angaben des Umweltbundesamtes werden in tropischen Ländern auch Erkrankungen wie das murine Fleckfieber durch Flöhe übertragen.

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