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Zahnmedizin wurde lange Zeit als eine Art Stiefkind in tierärztlichen Praxen behandelt. Mittlerweile ist sie in den Fokus der Spezialisierung gerückt. Zähne werden nicht mehr einfach gezogen, sondern in ausgewiesenen Praxen im Sinne der Zahnerhaltung mit Kronen und Füllungen versorgt.

Zwar ist die Zahnheilkunde in der Veterinärmedizin bislang kein eigener Studiengang, aber die Zahl der Tierärzte, die sich auf Zähne und ihre Krankheiten spezialisieren, nimmt immer mehr zu. Während manche Tierärzte eine zahnmedizinische Zusatzausbildung gemacht haben, um die Zahnheilkunde beim Tier als Zusatzleistung in ihren Praxen anbieten zu können, gibt es andere, die, teils bei Humanmedizinern, teils in den USA ausgebildet, wie Menschen-Zahnärzte ausschließlich die Zahnheilkunde in ihren Praxen durchführen.

Anders als beim Menschen darf aber prinzipiell jeder Tierarzt Zähne behandeln.

Von der Wurzelbehandlung bis zur Zahnspange

Das Spektrum der Zahnerkrankungen bei Hund und Katze ist groß und reicht vom Zahnstein über Zahnfrakturen bis hin zu Fehlstellungen. Das häufigste Problem bei Hund und Katze stellt die Parodontose und die damit verbundene Lockerung des Zahnhalteapparates dar, die sich insbesondere ab dem 6. Lebensjahr bemerkbar macht. Aber auch Zahnfrakturen kommen bei Hund und Katze relativ häufig vor. Zahnfrakturen schädigen die Zahnwurzel und müssen durch eine Wurzelbehandlung und anschließender Zahnfüllung behandelt werden. Auch Zahnfehlstellungen, beispielsweise hervorgerufen durch nicht ausfallende Milchzähne oder ein Missverhältnis von Ober- und Unterkiefer wie beim Über- oder Unterbiss, können von speziell ausgebildeten Tierzahnärzten kieferchirurgisch oder kieferorthopädisch behoben werden.

Muss es unbedingt ein Spezialist sein?

Sicherlich muss man zur Entfernung von Zahnstein nicht unbedingt einen Tierzahnarzt aufsuchen, denn Zahnstein lässt sich mittels Ultraschall leicht entfernen und die dafür notwendigen Geräte gehören zur Standardausrüstung jeder Tierarztpraxis.

Handelt es sich aber um ein komplexeres Problem, wie ein offener Nervenkanal durch eine Zahnfraktur, dann muss in der Regel der Spezialist ran. Oftmals lässt sich anhand der aufgeführten Leistungen auf den Internetseiten der Tierärzte bereits erkennen, ob eine zahnmedizinische Ausbildung gegeben ist oder nicht. Ansonsten einfach nachfragen oder unter www.tierzahnaerzte.de die Postleitzahl eingeben und nach einem geeigneten Tierzahnarzt suchen.

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