Nur zu wissen, wie man den Honig aus den Waben holt, reicht nicht aus. Auch wenn man die Imkerei nicht beruflich, sondern als Hobby betreibt, sind Expertenkenntnisse gefragt.

Imkern kann ein sehr entspannender Ausgleich zum Alltag sein: Man ist mehr oder weniger gezwungen, sich eine ruhige Art im Umgang mit den Bienen anzugewöhnen. Auch muss man sich auf die Arbeitsschritte am Bienenstock konzentrieren. Anders als bei manch anderem Hobby wird man also weniger in Versuchung geraten, über die nächste Steuererklärung nachzudenken.

Lernintensives Hobby – vor allem am Anfang

Gerade zu Beginn muss man sich über die Pflege und Gepflogenheiten seiner Bienen so einiges aneignen. Schließlich gibt es Varroamilben und andere Bedrohungen, die ein Bienenvolk rasch an den Rand der Existenz bringen. Ein Imker sollte auch wissen, welche Eigenschaften der richtige Standort für einen Bienenstock haben muss oder wie man einen Bienenstaat gut über den Winter bringt.

Schneller Einstieg bei den Profis

Am besten macht man sich schlau bei einem Imkerverein vor Ort. Dort kann man sich auf Probe ein Bienenvolk mieten und die wichtigsten Handgriffe üben. Ein persönlicher Imker-Pate begleitet Anfänger durch die Saison und steht bei den nötigen Arbeitsgängen am Bienenstock mit Rat und Tat zur Seite. Auch die für die Imkerei nötigen Gerätschaften bekommt man durch den Verein. Für Anfänger empfiehlt sich ein Schutzanzug, den man aber aus eigener Tasche bezahlen muss.

Jede Menge Fachlatein

Bei aller Praxis kommt man um die Theorie nicht herum. Und da gibt es so einiges Fachlatein, dass man sich auf Dauer einprägen sollte. Es sei denn, man weiß von vornherein, was beispielsweise eine „Beute“, eine „Umweiselung“ oder „Gemüll“ ist (*siehe Auflösung unten).

Hat man an dem Hobby Geschmack gefunden. lässt sich das Wissensspektrum in Schulungen beliebig erweitern. Unter anderem gibt es Kurse über Bienenkrankheiten, Königinnenzucht bis hin zu Seminaren über die Herstellung von Honigwein oder Wachskerzen.

Auf Allergie testen

Wer zu Allergien neigt, sollte bei einem Arzt vorher unbedingt testen lassen, ob eine Allergie gegen Bienengift vorliegt. Auch wenn es tatsächlich Imker mit Bienengiftallergie gibt, die sich partout nicht von ihrem Hobby abbringen lassen: Bei einem positiven Testbefund wird man sich ernsthaft überlegen müssen, ob eine andere Freizeitbeschäftigung nicht die bessere wäre.

*Und hier die Auflösung der Fachbegriffe:

  • Unter „Beute“ versteht man die Behausung eines Bienenvolkes, die meist aus Holz oder Styropor gebaut ist.
  • Eine „Umweiselung“ nennt man den Austausch der Königin, der sogenannten Weisel. Das übernehmen wahlweise der Imker oder die Bienen in Eigenregie.
  • Zumindest das Wort „Gemüll“ lässt schon im Vorfeld erahnen, um was es sich handeln könnte: Es ist der Abfall im Bienenstock. Das können unter anderem Wachskrümel, Reste von Zelldeckeln, Milben oder auch das ein oder andere verstorbene Staatsmitglied sein. Ist das Volk gesund, ist aber regelmäßig Hausputz angesagt.

Link-Tipp:
Deutscher Imkerbund: Imker- und Landesverbände

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