Nymphensittiche stehen auf der Beliebtheitsskala von Vogelliebhabern ganz weit oben. Sie sehen klasse aus und begeistern durch Charme und Cleverness.

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Nymphensittiche stehen auf der Beliebtheitsskala von Vogelliebhabern ganz weit oben. Kein Wunder: Sie sehen nicht nur klasse aus, sondern begeistern auch durch Charme und Cleverness.

Der wissenschaftliche Name „Nymphicus hollandicus“ weist auf ihre Herkunft hin: Australien, früher Neu-Holland. Nymphensittiche sind Papageien und zählen zu den Kakadus. Erste Zuchterfolge gelangen Mitte des 18. Jahrhunderts. So setzte der Siegeszug der kecken, ausdrucksstarken „Häubtlinge“ mit dem orangenen Ohrfleck in unsere heimischen Wohnzimmer ein. Wildfarben war die Urform: das Gefieder vorwiegend grau mit weißen Flügeloberkanten. Heute reichen die gezüchteten Farbschläge von wildfarben, weiß, gelb, gescheckt bis zu geperlt.

In ihrer Heimat leben Nymphensittiche in Schwärmen zusammen, deshalb sollten sie nie als Einzeltier gehalten werden. Sonst kann sich Ihr Prachtexemplar schnell zum „Rupfer“ oder „Schreier“ entwickeln. Ein gegengeschlechtlicher gefiederter Partner lässt ein verliebtes Vogelherz schnell höher schlagen. Gruppenhaltung funktioniert mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis ebenfalls prima.

Spiel und Spaß

Wie alle Papageien sind sie sehr gelehrig, verspielt und wollen beschäftigt werden. Positive Bestärkung mit gesunder Belohnung und/oder Clicker motiviert die Tiere im Training zu beeindruckenden Kunststückchen. Vom Balanceakt bis hin zum Pfeifduett ist vieles möglich. Weitere Hobbys der kleinen Kakadus sind Fliegen, Nagen, Körperpflege, Kuscheln, Schlafen und Singen. Den Hähnen wird dabei mehr Sangestalent zugeschrieben. Gönnen Sie Ihren Vögeln täglich mehrere Stunden Freiflug in einem gesicherten Raum. Ihre kleinen Freunde werden es Ihnen mit einer extra Portion Fitness und Lebensfreude danken.

Das macht Ihren Nymphensittich froh

Im Handel erhältliche Vogelkäfige sind nicht zu empfehlen. Die munteren Gesellen sind besser in einer großen Voliere – drinnen wie draußen – an einem hellen, zugfreien Ort aufgehoben. Bei der Innenausstattung gilt: kein Plastik sondern Natur pur. Zweige und Äste von Buche, Birke, Haselnuss oder Obstbäumen bieten Ihren „Nymphies“ neben einer täglichen Fußgymnastik gleich etwas zu knabbern. Selbst kreiertes Spielzeug, aber auch Seile, Leitern und Kletterbäume aus unbehandelten Naturmaterialien bringen sportliche Abwechslung in die Behausung. Neben gut zu reinigenden Futter- und Wasserschalen aus Edelstahl gehört auch ein obligatorisches Badezimmer zur Ausstattung. Denn Nymphensittiche nehmen gerne mal ein wohliges Bad. Bei entsprechender Gewöhnung sorgt auch eine kleine lauwarme Dusche unter der Blumenspritze für eine willkommene Erfrischung. Werden die Vögel vorwiegend in der Wohnung gehalten oder auch im Winter, muss zudem eine „Bird Lamp“, eine spezielle Vogellampe, angeschafft werden, die Ihre Sittiche mit ausreichend UV-Licht versorgt.

Liebe geht durch den Magen

Eine ausgewogene Ernährung hält gesund und munter: Körnerfutter, gewaschene und gut abgetrocknete Bio-Frischkost wie zum Beispiel Apfelstückchen, Möhre, Selleriestangen, Paprika und Gurke oder Küchenkräuter wie Petersilie bilden neben täglich frischem Trinkwasser die Grundlagen. Neben Sepiaschale muss ergänzend unbedingt Grit angeboten werden, den die Sittiche benötigen, um die Körnernahrung im Magen zu zermahlen. Und: Verzichten Sie auf Fertigmischungen mit ungesunden Zusatzstoffen wie Zucker. Belohnen Sie stattdessen, wohlgemerkt in Maßen, mit Leckerli. Besonders beliebt sind: rote Kolbenhirse, Sonnenblumenkerne, ein Stückchen gekochte Kartoffel oder ausnahmsweise auch mal ein getrockneter Bananenchip – natürlich ungeschwefelt und ungesüßt.

Bei guter Pflege haben „Nymphies“ eine Lebenserwartung von bis zu 25 Jahren. Es wurde aber auch schon von manch älterem Exemplar berichtet.

 

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