Eine Nippeltränke erscheint praktisch und sauber – also ideal für den Kaninchenstall. Doch für die Mümmler bringt sie deutliche Nachteile.

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Sie erscheint praktisch, Platz sparend und sauber – beste Voraussetzungen also für die Verwendung im Kaninchenstall. Doch für die Mümmler bringt die Nippeltränke deutliche Nachteile.

Auf den ersten Blick zeigt sich die Nippeltränke als geniale Erfindung. Doch für wen eigentlich? Das fragten sich Wissenschaftler der Universität Zürich und nahmen die allgegenwärtigen Fläschchen mit Kugelrohr einmal genauer unter die Lupe. Und siehe da: Es stellte sich heraus, dass Nippeltränken doch eher was für Menschen sind. Sie erfüllen das, was kaninchenbegeisterten Zweibeinern wichtig ist: Sie halten Mümmels Wasser komplett frei von Streu-Verunreinigungen aus dem Stall und können nicht um- und ausgekippt werden.

Wenn Schnuffi die Wahl hat

Die Züricher Forscher starteten nun mehrere Versuchsreihen, um herauszufinden, was eigentlich Kaninchen selbst von Nippeltränken halten und ob sie ihnen überhaupt nützen. Zunächst stellten sie den munteren Hopplern Napf und Nippeltränke zur Verfügung und beobachteten, was die Langohren bevorzugten. Das Ergebnis war eindeutig, denn die Kaninchen tranken allesamt lieber aus dem Napf. Den Grund dafür entlarvten die Wissenschaftler leicht: Aus dem Napf konnten die Kaninchen in kürzerer Zeit mehr Wasser aufnehmen als aus der Nippeltränke. Ihr Durst war also schneller gestillt. Erhielten die Kaninchen Heu oder Pelletfutter, tranken sie zudem weitaus mehr als bei Körnerfütterung. Die ist zwar verbreitet, aber nicht artgerecht. Fazit Nummer eins: Werden Kaninchen artgerecht ernährt, brauchen sie mehr Wasser als bei nicht artgerechter Ernährung. Die höhere Wasseraufnahme sorgt zugleich für eine höhere Urinausscheidung und beugt damit Harnsteinen vor. Weil für ein Fluchttier zudem gilt „Zeit ist Leben“, leuchtet auch die Vorliebe der Kaninchen für den Napf ein: Wer fürs Trinken weniger Zeit braucht, ist auch weniger angreifbar. Noch besser zeigte sich die Wasseraufnahme übrigens, wenn die Kaninchen zum Heu grünes Frischfutter erhielten.

Ergebnis: Besser Napf als Nippeltränke

Hatten die Kaninchen keine Wahl, sondern konnten entweder nur aus der Nippeltränke oder nur aus dem Napf trinken, nahmen sie aus der Nippeltränke grundsätzlich weniger Wasser auf. Zugleich war ihr Kot dann deutlich trockener. Das sehen die Forscher als Hinweis auf einen „inneren Wasserspar-Modus“. Als sie den Zugang zum Wasser auch noch auf zwölf oder gar sechs Stunden am Tag beschränkten, wurde dieser Unterschied noch deutlicher. Die Kaninchen tranken nun noch weniger Wasser, wenn sie nur die Nippeltränke hatten. Mit der Folge, dass sie ihren tatsächlichen Wasserbedarf gar nicht mehr decken konnten. Fazit Nummer zwei: Nur mit einer artgerechten Fütterung aus Heu und „Grünem“ und einem großen Wassernapf, der den Kaninchen rund um die Uhr zugänglich ist, können die Langohren ihren Wasserbedarf optimal decken. Ein Muss ist diese Versorgung bei Tieren, die schon einmal Harnsteine hatten. Sie sind besonders darauf angewiesen, dass sie ausreichend Wasser zur Ausscheidung von „Abfallstoffen“ aufnehmen können. Die Forscher rieten zugleich, auch anderen Kleintieren wie Meerschweinchen oder Degus offene Näpfe zu gönnen und keine Nippeltränken zu verwenden.

Tipps und Tricks zur Wasserversorgung von Kaninchen und anderen Kleintieren:

  • Wasser rund um die Uhr in offenen Näpfen anbieten
  • Am besten geeignet sind schwere Näpfe aus Keramik oder Ton, die nicht so leicht umgeworfen werden können

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