Die Zähmung als solche geht dann wie folgt: leckeres Leckerli darreichen, treudoof lächeln und Vogel ebenso sanft wie ruhig ansprechen. Nicht voreilig das Du anbieten! Immer die gleiche Stimmlage, voll freundlich, damit der Vogel sich dran gewöhnt. Als nächstes kommt dann der intensive Blickkontakt. Dabei aber nicht doof anstarren! Erst recht nicht glotzen. Sondern nett gucken, Vogel-Schmankerl durch die Gitterstäbe schieben oder – noch besser – mit Leckerli in der Hand zum Platz nehmen auf derselben einladen. Dann sagen Sie artig Ihren Namen und wiederholen die Prozedur so oft, bis Ihr Vogel keine Fisimanten beim Erklettern Ihrer Hand mehr macht. Aber nicht glotzen! Wer glotzt, hat schon verloren.

Übrigens: Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Vögel abends lieber gezähmt werden als Morgens. Daher unser Tipp: beherzigen Sie diese wichtigen Erkenntnisse zu Ihren Vorteil! Kaufen Sie zudem eine sandgestrahlte Weinrebe und halten Sie Ihrem Vogel dieses Stückchen an Stelle Ihrer Hand hin, falls er diese nicht mögen sollte – schließlich wachsen sandgestrahlte Weinreben in der Natur viel öfter als menschliche Hände, und insofern ist eine gewisse anfängliche Scheu durchaus nicht böse gemeint.

Dann aber! Leute. Dann, wie bereits erwähnt, also mit Geduld & Spucke, mit Händen und Weinreben und Leckerlis und einer weichen Stimme und einem lieben, aber keineswegs starren oder anderweitig bekloppten Glotzen – dann wird die Zähmung Ihres Vogels, und damit verbunden auch Ihre gegenseitige Freundschaft, mit jedem Tag ein klein wenig mehr wachsen, schwurbeln und gedeihen.

Herzlichst, Ihre

Tierisch Lindermann-Redaktion

 

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