Vegetarische Ernaehrung bei Hund und Katze; Foto: Martina Osmy, Fotolia.com

Vegetarische Ernaehrung bei Hund und Katze; Foto: Martina Osmy, Fotolia.com

Massentierhaltung, Tiertransporte, Antibiotika und multiresistente Erreger verderben vielen Zweibeinern die Lust auf Fleisch. Und so entschließt sich mancher zu einer vegetarischen Lebensweise. Aber sollte man Mieze und Bello auch fleischlos ernähren?

Eine Frage, die so manchen Tierhalter umtreibt und an der sich manchmal regelrechte „Glaubenskriege“ entfachen. Wer seinen Hund oder seine Katze vegetarisch ernährt, findet das Fleischfüttern zumeist nicht vertretbar, weil dafür andere Tiere getötet werden. Vor allem solche Tiere, die Dank Intensiv-Tierhaltung und Mast zumeist kein sehr schönes Leben hatten. Hinter der Frage „vegetarisch oder nicht“ steckt also keineswegs eine Diskussion um artgerechte Fütterung. Sondern eine Diskussion um menschliche Moralvorstellungen.

Artgerecht contra Vertretbar

Geht es nun aber um die Frage der artgerechten Fütterung von Hunden und Katzen, ist ein Blick auf Abstammung, Gebiss und Verdauungstrakt, Stoffwechsel und Epigenetik (Vererbung erworbener Eigenschaften) hilfreich. Biologen und Tiermediziner folgern aus all diesen Faktoren: Hunde und Katzen sind den sogenannten „Carnivoren“, das heißt: Fleischfressern, zuzuordnen. Katzen sogar noch etwas mehr als Hunde, denn Hunde haben sich im Laufe der Domestikation ein bisschen an menschliche Nahrung angepasst und einen längeren Darm für die Verdauung pflanzlicher Beikost entwickelt. Hunde brauchen etwas Gemüse und Obst im Napf, im Schnitt etwa 20 Prozent. Den von der Natur vorgesehenen Löwenanteil an der Nahrung, auch des Hundes, macht jedoch das Fleisch aus. Ist es jetzt aber moralisch verwerflich, Fleisch zu füttern, angesichts der Tragik in der Massentierhaltung?

Werte abwägen

Mancher mag das mit „Ja“ beantworten. Aber welche Folgen sind für Hunde und Katzen mit vegetarischer Ernährung verbunden? Diese Frage ist längst nicht beantwortet, auch wenn es zahlreiche Beobachtungen und Studien gibt, die die Unschädlichkeit vegetarischer Hunde- und Katzennahrung beweisen wollen. Das Problem dabei: keine dieser Studien stellt eine Langzeitstudie dar. Um festzustellen, welche Folgen rein vegetarische oder gar vegane Ernährung für Hunde und Katzen hat, reicht es nicht, die so gefütterten Tiere ein paar Wochen, Monate oder ein Jahr lang zu untersuchen. Ebenso wenig aussagekräftig sind „Lebensstudien“ einzelner Tiere, die tatsächlich lebenslang vegetarisch gefüttert wurden. Denn Art und Qualität der Nahrung beeinflussen nicht nur das jeweilige Individuum als solches, sondern insbesondere auch seine Nachkommen, seine Kinder und Kindeskinder. Was bei den Eltern keinerlei Auswirkung zeigte, kann bei den Nachkommen für besondere Krankheitsanfälligkeiten sorgen, vielleicht sogar den Boden für Erbkrankheiten bereiten. Und das erst nach mehreren Generationen. Auch dann, wenn zwischendurch wieder artgerecht ernährt wurde. Solche Entwicklungen untersucht die Epigenetik, doch beim Tier steckt die noch in den Kinderschuhen. Hinzu kommt: Pflanzen, vor allem Getreide als beliebter Proteinlieferant, macht Hunde- und Katzenfutter bei der Herstellung billiger. Auch wenn der Verbraucher das am Endpreis nicht merkt. Und gerade Getreide steht in Sachen gesunde Hunde- und Katzenernährung heftig in der Kritik.

Wenn die Moral unmoralisch wird

Den moralischen Anspruch ökologisch einwandfreier Lebensführung in allen Ehren – Menschen können für sich entscheiden. Hunde und Katzen müssen fressen, was in den Napf kommt. Wer sein Tier unbedingt vegetarisch ernähren will, dem kann das niemand verbieten. Artgerecht ist es nicht. Der Nutzen ist offen: Denn was dem einzelnen Tier nicht zu schaden scheint, kann geeignet sein, die Spezies als Ganzes langfristig zu ruinieren. Und: Es gibt auch die Alternative, auf Hunde- und Katzenfutter aus ökologischer Produktion mit Tieren aus Freilandhaltung zurückzugreifen.

Tipps und Tricks zu vegetarischem Hunde- und Katzenfutter:

  • Vegetarische Ernährung stellt aus Biologen- und Tiermedizinersicht für Hunde und Katzen keine artgerechte Nahrung dar
  • Was dem Einzeltier scheinbar nicht schadet, kann langfristig die Spezies beeinträchtigen – deshalb mit vegetarisch ernährten Tieren nicht züchten
  • Es gibt auch „Öko-Futter“ für Hunde und Katzen, für das keine Tiere aus der Massentierhaltung verwendet werden

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