Warum Taurin wichtig für Katzen ist, Foto: Pavel Timofeev, Fotolia.com

Warum Taurin wichtig für Katzen ist, Foto: Pavel Timofeev, Fotolia.com

Taurin spielt bei der Ernährung von Katzen eine ganz besondere Rolle. Aber was ist Taurin überhaupt und wie viel sollte davon im Futter enthalten sein?

Taurin ist eine Aminosäure. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie im Gegensatz zu anderen Aminosäuren, die vom Körper als Einzelbausteine für Proteine verbaut werden, frei im Blut und im Gewebe vorkommt. Der Körper benötigt Taurin für verschiedene Stoffwechsel unterstützende und Zellmembran stabilisierende Wirkungen sowie für die Verdauung und die Fruchtbarkeit der weiblichen Katze.

Taurin ist in unterschiedlich großen Mengen in tierischem Eiweiß, sprich Fisch und Fleisch, enthalten. Die meisten Tiere sind in der Lage selbst ausreichend Taurin aus anderen Aminosäuren zusammenzubauen. Nicht so die Katze: Sie kann Taurin nur in einem ganz geringen Maße herstellen und muss ausreichend tierisches Eiweiß zu sich nehmen, um ihren Tagesbedarf an Taurin zu decken.

Wofür brauchen Katzen Taurin?

Taurin beeinflusst zahlreiche Stoffwechselvorgänge, hat aber bei Katzen besonders wichtige Aufgaben in Bezug auf die Augen und das Herz. An diesen beiden Organen sind die Taurinkonzentrationen 100- bis 400-mal höher als im restlichen Körper. Kommt es zu einem dauerhaften Taurinmangel, können Katzen erblinden und an einer Herzmuskelschwäche erkranken. Zusätzlich kann es bei Kätzinnen zu Fruchtbarkeitsstörungen kommen.

Der hohe Bedarf an Taurin ist für die Katze eine Krux. Denn fatalerweise sind Katzen nicht nur unfähig, selber ausreichend Taurin zu produzieren, sie verschwenden es auch noch, weil es im Rahmen der Verdauung gebraucht und ständig ein großer Teil mit dem Kot verloren geht. Anders als andere Säuger bilden Katzen Gallensalze nämlich ausschließlich mit Taurin und können nicht auf alternative Aminosäuren zurückgreifen. Gallensaft ist für die Fettverdauung im Darm notwendig und kann nur teilweise wieder aus dem Darminhalt resorbiert werden, sodass immer Verluste entstehen.

Offensichtlich hat es aber in der Evolution keinen Anlass gegeben, einen Mechanismus zu entwickeln, um Taurin zu sparen. Bei artgerechter proteinreicher Ernährung der Katzen wird anscheinend immer genügend Nachschub zur Verfügung gestellt.

Der optimale Bedarf

Ob Taurin während der industriellen Futterherstellung durch Hitze und andere Faktoren in Mitleidenschaft gezogen wurde und damit für die Katze nicht mehr verfügbar ist, kann der Tierbesitzer beim Blick auf die Zusammensetzung eines Futters nicht erkennen.

Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass ein Tauringehalt von 1000 mg/kg Trockenfutter und 2500 mg/kg Trockensubstanz für Feuchtfutter optimal sind, damit Katzen ausreichend damit versorgt werden. Aufgrund der wichtigen Bedeutung für die Katzengesundheit und weil es ein preiswerter Inhaltsstoff ist, halten eigentlich alle gängigen Futtermittelhersteller diese Mindestwerte ein.

Mangelerscheinungen können auftreten, wenn Katzen ausschließlich bekocht werden, Essensreste vom Tisch erhalten oder mit Hundefutter ernährt werden.

Weitere Besonderheiten der Katzenernährung

Taurin ist nicht der einzige Bestandteil, der über das Futter zugefügt werden muss. Katzen haben insgesamt einen sehr hohen Proteinbedarf, sodass Fleisch auf der Speisekarte immer ganz oben stehen muss. Außerdem sind sie nicht in der Lage Vorstufen wie ß-Carotin in Vitamin A umzuwandeln. Dieses Vitamin muss ebenfalls über die Nahrung zugeführt werden. Im Katzenfutter befindet sich deshalb oft ein höherer Leberanteil, der den Katzen aber durchaus mundet.

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