Auch wenn das Herz Freudensprünge macht. Wenn eine Katze in ein neues Heim zieht, ist erst einmal Geduld angesagt. Denn der Neuankömmling braucht vor allem eines: Zeit und Ruhe, um sich einzuleben.

Aus einer gewohnten Umgebung herausgerissen und in ein neues Terrain geschubst zu werden, ist nicht wirklich lustig. Niemand wird gerne einfach so „umgetopft“. Das gilt natürlich auch für Katzen. Um einem neuen Stubentiger diesen großen Einschnitt in seinem Leben angenehmer zu gestalten, empfiehlt sich eine gute Vorbereitung für den Ankunftstag.

„Am besten bereitet man für den Neuankömmling ein eigenes Zimmer vor“, rät Katzenexpertin Birga Dexel. „Wurde Miezes Aktionsradius auf diese Weise etwas eingeschränkt, wird sie mit allem Neuen viel leichter vertraut.“ Wichtig dabei ist: Das Katzenzimmer für den neuen Vierbeiner möglichst attraktiv zu gestalten.

Neben Futter- und Wassernapf gehören Kratz-, Versteck- und Klettermöglichkeiten ebenso dazu wie Spielzeug und Toiletten. Eine Katze braucht mindestens zwei Stück davon, schön groß, ohne Haube und versehen mit Wohlfühl-Streu. Wenn es allerdings piekst oder mieft, ist Unsauberkeit vorprogrammiert.

Eingewöhnung braucht Zeit

Wie lange es dauert, bis sich der Stubentiger eingelebt hat, ist von Katze zu Katze sehr unterschiedlich. „Das Alter kann eine Rolle spielen, da viele junge Katzen von Natur aus neugieriger sind als ältere“, sagt Birga Dexel. Manch robuste Supermieze hat nach ein oder zwei Tagen das neue Heim wie selbstverständlich für ihr eigenes erklärt. Der eher schüchterne Vetter kann dagegen locker zwei, vielleicht drei Monate brauchen. In extremen Fällen dauert das Eingewöhnen auch schon mal bis zu einem Jahr.

Erst spielen, dann schmusen

„Katzen sollten mindestens zwölf Wochen alt sein, ehe sie Mutter und Geschwister gegen eine Menschenfamilie eintauschen“, betont Birga Dexel. „Doch ganz gleich, wie zutraulich eine Katze ist oder auch nicht – den neuen Stubentiger niemals bedrängen, sondern warten, bis er von sich aus Kontakt aufnimmt.“

Ein Tipp: Mit dezenten Spielangeboten punkten Zweibeiner bei Neu-Katzen sehr viel schneller als mit voreiligen, ungestümen Streicheleinheiten. Besonders gut erobern lässt sich das kleine Raubtierherz mithilfe von Katzenangeln, Federbüscheln oder Katzenlampen. Letztere funktionieren wie Laserpointer. Die meisten Stubentiger können gar nicht genug davon bekommen, hinter dem flitzenden roten Punkt herzujagen. Auf diese Weise fasst der Neuankömmling „spielend“ das Vertrauen, um sich recht bald streicheln und beschmusen zu lassen.

Kosten richtig kalkulieren

Was die Anschaffungskosten betrifft, sind zumindest Katzen-Mischlinge nicht teuer. Zuweilen bekommt man sie sogar geschenkt.

Allerdings ist bei einigen kostengünstig erworbenen Exemplaren auch Vorsicht geboten. Hier handelt es sich manchmal um vernachlässigte Katzen. Ihnen fällt nicht nur die Eingewöhnung schwerer. Häufig bleiben sie ihr ganzes Leben lang scheu, zurückhaltend und tendieren dazu, kränklich zu sein.

Grundsätzlich schlägt die Erstausstattung einer Katze mit kaum mehr als 100 Euro zu Buche. Weitere Unterhaltskosten werden aber gerne unterschätzt. Aufs Jahr gerechnet kommt mit Futter, Streu und Spielzeug so einiges zusammen. Vor allem Tierarztkosten sind häufig unkalkulierbar und nehmen im Ernstfall schnell höhere Dimensionen an.

Von Fall zu Fall kann sogar die Anschaffung einer teuren Rassekatze unterm Strich „günstiger“ sein. Denn sie hat ihren Preis nicht in erster Linie wegen der „Schönheit“, sondern wegen kontrollierter Zucht- und Aufzuchtsbedingungen sowie einer Gesundheitsvorsoge. Das ist gerade auch im Hinblick auf Erbkrankheiten entscheidend.

Tipps und Tricks bei der Anschaffung einer Katze:

• Kosten vorher kalkulieren
• Keine Katze adoptieren, bevor sie nicht zwölf Wochen alt ist
• Sich gerade am Anfang viel Zeit nehmen und geduldig sein
• Das Revier erst einmal auf einen für Katzen lustigen Raum beschränken
• Mindestens zwei Katzentoiletten aufstellen
• Daran denken, dass Katzenherzen spielend erobert werden wollen

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