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Ein gedeckter Tisch ist für viele Katzen eine tolle Gelegenheit für einen spannenden Diebstahl. Oder auch für ein kleines Spielchen mit dem Menschen. Wie bringt man der Katze bei, dass der gedeckte Tisch tabu ist?

Katzen sind von Natur aus neugierig und häufig auch verfressen. Ein gedeckter Tisch spricht deshalb förmlich zur Katze: „Komm rauf! Hier könntest du etwas Spannendes und Leckeres finden.“ Schwups, ist die Katze auch schon oben und macht sich zielsicher über die Käseschnittchen her. Die typische Reaktion der Halter ist ein empörtes „Nein, runter vom Tisch!“, meist gefolgt davon, dass die Katze auf den Boden gesetzt wird. Und was macht die Katze? Mit einem eleganten Sprung bemächtigt sie sich wieder der Tischplatte, um sich erneut Frühstücksei, Butter & Co zu widmen.

Warum lernen Katzen das so schlecht?

Das hat meistens zwei Gründe. Erstens macht der gelungene Diebstahl die Katze so unglaublich glücklich, dass sie das gerne wiederholt – auch wenn das Unterfangen nur bei wenigen Versuchen erfolgreich ist. Zweitens hat die Katze nicht selten Spaß an dem Spielchen mit dem Menschen, der sie immer wieder vom Tisch runterjagt. „Yippieh, lass uns Fangen spielen. Endlich beachtest du mich!“

Das heißt: Die Katze lernt sehr wohl – allerdings nicht das, was wir ihr beibringen wollen. Kein Grund, den Kopf in den Sand  zu stecken.

Wie lernen Stubentiger Tischmanieren?

Der Weg zum katzenfreien Frühstückstisch führt über einen kleinen Umweg. Wir bringen der Katze bei, dass ein gedeckter Tisch eine perfekte Gelegenheit ist. Aber nicht für Diebstahl, sondern um sich an einem Platz in der Nähe die leckersten Dinge für Sitzen und Warten zu verdienen.

Stellen Sie einen weiteren Stuhl an den Küchentisch, holen Sie eine Handvoll Leckereien und locken Sie Ihre Katze auf den Stuhl. Jetzt geben Sie ihr dort in zügiger Abfolge immer wieder einzelne Leckerchen. Mieze lernt: „Dies ist ein genialer Platz!“ Wiederholen Sie diese Trainingseinheit einige Male und beginnen Sie, die Pause zwischen den Leckerligaben sekundenweise zu verlängern. Wenn Ihre Katze bis zu 30 Sekunden ruhig auf ein Leckerli wartet, kommt der nächste Schritt.

Sie machen das gleiche Training neben dem gedeckten Tisch. Weil das eine große Herausforderung an die Selbstbeherrschung Ihrer Katze darstellt, machen Sie es ihr wieder leichter und geben in kurzen Abständen Belohnungen für das Warten. Klappt das, erhöhen Sie erneut die Zeitspanne zwischen den einzelnen Belohnungen. Nach wenigen Wochen mit kurzen Trainings können Sie jederzeit in Ruhe essen – und Ihre Katze sitzt vergnügt daneben.

Fokus auf das Wunschverhalten

Das Prinzip hinter diesem freundlichen und wirksamen Vorgehen besteht darin, dass wir uns darauf konzentrieren, was wir uns von der Katze wünschen. Und dieses Verhalten belohnen wir großzügig und reichlich, später unregelmäßig. Dies nennt man positive Verstärkung. Auf diese Weise machen Erziehen wie auch Erzogen-Werden richtig Spaß.

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