Tierarztbesuche sind für viele Katzen ein Drama. Tipps, wie Sie Ihren Stubentiger am besten darauf vorbereiten.

Foto: Marty Haas-Fotolia

Durch Vermeidung besonders schlechter Erlebnisse und vor allem durch gute Vorbereitung kann ein Tierarztbesuch einen großen Teil seines Schreckens schon verlieren.

Warum reagiert die Katze so heftig?

Das wird verständlich, wenn man sich vor Augen führt, wie ungewöhnlich die ganze Prozedur aus Sicht der Katze ist. Sie wird aus ihrem vertrauten und sicheren Reich entführt. Der Anblick einer vorbeirauschenden Welt im Auto ist verwirrend, es ertönen komische Geräusche und der Boden vibriert. Die Tierarztpraxis riecht nach Fressfeind Hund und den Angstgerüchen früherer Patienten. Bei der Untersuchung kommen fremde Menschen ganz nah und machen lauter befremdliche, bedrohliche Dinge mit der armen Miez.

Entspannte Reise

Sorgen Sie dafür, dass die Transportbox ein Ort wird, den Ihre Katze liebt. Richten Sie die Box an einer gut zugänglichen Stelle als gemütliches Plätzchen ein. Üben Sie unbedingt mit Ihrer Katze 2- bis 3-mal pro Woche, auf Fingerzeig in die Box zu gehen: Fingerzeig in Box und Leckerchen reinwerfen. Ist die Katze drin, loben Sie sie mit dem immer gleichen Lobwort (zum Beispiel „Super“) und werfen gleich noch ein Bröckchen hinterher (wann immer Sie ab jetzt im Alltag „Super“ sagen, gibt es zusätzlich zum gesprochenen Lob eine kleine Futterbelohnung). Durch die regelmäßigen Wiederholungen über viele Wochen wird es ein Leichtes, Ihre Katze für den Tierarztbesuch per Fingerzeig freundlich in die Box zu locken.

Berührungstraining

Auch die schnurrigsten Schmusekatzen werden oft misstrauisch, wenn wir sie plötzlich absichtsvoll berühren. Das können wir aber üben, und zwar Schritt für Schritt mit unterschiedlichen Körperteilen. Auf jede Berührung lassen Sie immer etwas folgen, worüber sich Ihre Katze freut: ein Kraulen unterm Kinn, ein Leckerchen, ein Schleck Malzpaste. Starten Sie mit einem Körperteil, der unproblematisch ist. Wenn dies beispielsweise die Schulter ist, sagen Sie „Schulter“, berühren diese kurz, sagen sofort „Super“, nehmen Ihre Hand weg und lassen die Belohnung folgen. Arbeiten Sie so lange an „Schulter“, bis Ihre Katze das neue Ritual gelassen oder freudig geschehen lässt. Jetzt wiederholen Sie dieses Vorgehen am linken Vorderbein, am rechten Vorderbein, an den Pfoten, am Rücken, an den Ohren etc.

In der Kürze liegt die Würze

Achtung: Machen Sie immer maximal drei Wiederholungen kurz hintereinander. Egal ob Sie mit der Transportbox oder mit Berührungen üben, Ihre Katze darf dabei niemals überfordert werden.

Eine Welt voller freundlicher Massagegeräte

In der Tierarztpraxis wird die Katze häufig mit verschiedentlichen „Geräten“ konfrontiert. Sei es nun ein noch vergleichsweise harmloses Stethoskop, aber auch beispielsweise eine unangenehm pieksende Spritze. Üben Sie also mit Ihrer Katze, sie mit verschiedenen Gegenständen sanft zu berühren, zu streicheln und vielleicht sogar zu massieren. Kündigen Sie dafür Ihrer Katze wieder an, was Sie tun werden. Sagen Sie zum Beispiel „Spritze”, kurz bevor Sie sie sanft mit der Spitze eines Stiftes berühren. Dann honorieren Sie ihr ruhiges Ausharren wieder großzügig mit einem Lob wie „Super“ sowie Belohnungen.

Die Praxisumgebung ist so immer noch fremd. Aber vieles, was mit der Katze in der Praxis oftmals schon routinehalber geschieht, ist ihr nun vertrauter und positiv belegt.

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