Gerade in der Prägungsphase müssen ein paar Dinge beachtet werden, damit aus Kätzchen möglichst selbstbewusste und glückliche Verbeiner werden.

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Im Frühling und Sommer erblicken viele Katzenkinder das Licht der Welt. In rasantem Tempo entwickeln sie sich zu eleganten und geschickten Jägern. Gerade in der Prägungsphase müssen aber ein paar Dinge beachtet werden, damit aus Kätzchen möglichst selbstbewusste und glückliche Verbeiner werden.

In den ersten Lebenswochen erhält ein Katzenbaby das Rüstzeug für sein ganzes weiteres Leben. Wie können wir dazu beitragen, dass dieses Rüstzeug keine Löcher aufweist, sondern ein schützender Mantel ist?

Die sensible Phase

Schon kurz nachdem ein Kätzchen das erste Mal die Augen geöffnet hat, beginnt eine ganz wichtige Zeit. Die Erfahrungen in der sogenannten sensiblen Phase (etwa von der 2. bis zur 8. Lebenswoche) prägen das Weltbild der kleinen Katze ein Leben lang. In diesem kleinen Zeitfenster werden die Weichen dafür gestellt, ob die Katze anderen Lebewesen oder unbekannten Situationen künftig eher aufgeschlossen oder ängstlich gegenübertritt.

Freund oder Feind?

Theoretisch gehören zum Beispiel Hunde und selbst wir Menschen zu den natürlichen (Fress-)Feinden der Katze. Deshalb ist es klug, wenn eine Katze sich einem Vertreter einer ihr unbekannten Art nicht einfach freundlich vor die Füße wirft – sie könnte gefressen werden! Hat die kleine Katze aber während der sensiblen Phase regelmäßige, nur fünfminütige angenehme Begegnungen mit verschiedenen Menschen, dann entwickelt sie ein Grundvertrauen. Es fällt ihr dann auch als erwachsene Katze leicht, Kontakte zu fremden Menschen zu knüpfen. Gleiches gilt für das Vertrauen in Hunde.

Abenteuer oder Gefahr?

Katzenbabys sollten in den ersten Lebenswochen auch viele unterschiedliche Dinge, Gerüche und Geräusche kennenlernen: Holz-, Teppichboden und Fliesen, Bastkörbchen, verschiedenste Kartons und Decken, Stühle, Sofas, Schränke, Betten, Gras, Steine und Holz von draußen – oder auch direkt den Garten, wenn sie eine Freigängerkatze wird. Auf kittengerechten Kratzbäumchen und für sie befestigten Brettern und dicken Tauen kann sie sich im Klettern üben. Der Staubsauger im Zimmer nebenan ist ebenso eine Selbstverständlichkeit wie die Türklingel und das Radio. Lernt die kleine Katze so ganz vielfältige Reize kennen und hat Zeit, diese Dinge im eigenen Tempo zu erkunden und zu erobern, wird sie auch später offen und neugierig auf neue Situationen und Gegenstände zugehen.

Gut fürs Köpfchen

Verschiedene Untergründe unter den Pfoten zu erfühlen, Gerüche wahrzunehmen und vor allem auch frühzeitig die dritte Dimension, also Höhe, kennenzulernen, hat maßgebliche Auswirkungen auf die gesunde Entwicklung des Gehirns. Verbringt ein Kätzchen die ersten Wochen zum Beispiel nur in einem einzigen Zimmer und/oder kann sich nur auf dem Boden bewegen, können schwerwiegende Entwicklungsstörungen auftreten, die nicht wieder aufgeholt werden können.

Soziales Miteinander

Im täglichen Umgang mit ihrer Mutter, den Geschwistern und anderen Katzen lernt die junge Katze Verhaltensregeln kennen. Sie bekommt Rückmeldung, wenn sie zu heftig spielt, und lernt so, sich selbst zu kontrollieren. Sie stellt fest, dass ihre Mutter nicht jederzeit zur Verfügung steht. Und sie bekommt ihr eigenes Verhalten durch die anderen gespiegelt und kann so die Feinheiten der Katzenkommunikation lernen. In den ersten 12 bis 16 Wochen wird hierfür der Grundstein gelegt. So lange sollte das Kätzchen also mindestens bei seiner Katzenfamilie bleiben dürfen.

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