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Kann Bello nicht alleine bleiben, leiden alle Beteiligten: Nachbarn, Hundebesitzer und auch der Hund. Oft bellt und jault er, als gäbe es kein Morgen. Training schafft Abhilfe.

Es ist ihr Wolfserbe, das einsame Hunde singen lässt. Sie wollen ihre Familienmitglieder wieder zusammenführen. „Leidet ein Hund unter Trennungsangst, bedeutet das für ihn puren Stress“, betont Hundecoach Thomas Behrendt. Grund genug, etwas gegen die Furcht vor der Einsamkeit zu unternehmen. Wie Hundebesitzer dabei am besten vorgehen, ist abhängig vom Hund und vom Ausmaß seiner Angst.

Variabel trainieren

Erste Regel: Den Hund im Trainingszeitraum wirklich nur dann allein lassen, wenn geübt wird. Das kann bedeuten, einen Hundesitter zu engagieren oder den Jahresurlaub zu opfern. In nicht ganz so schwierigen Fällen können drei Wochen schon genügen, um das Ziel zu erreichen. Mehrmals täglich trainieren und erst ganz kurz, dann unterschiedlich lange wegbleiben. Anfangs genügen wenige Sekunden, später Minuten. Es empfiehlt sich, ein „Abschieds-Signal“ einzuführen. Zum Beispiel ein ruhiges „Schön hierbleiben“ oder „Max muss warten“. Trost und Streicheleinheiten sind allerdings verboten. Denn damit regt sich der Hund oft nur noch mehr auf.

Richtig belohnen

„Wichtig ist, immer erst dann zum Hund zurückzukehren, wenn dieser einen Moment lang aufhört zu bellen, denn die Rückkehr des Besitzers ist die größte Belohnung für den Hund“, warnt der Hundecoach. Anfangs darf der Hundebesitzer hinter der geschlossenen Haus- oder Wohnungstür stehen bleiben. Bleibt der Hund irgendwann mehrere Minuten lang ruhig, sollte sich der Besitzer weiter entfernen. „Ein Babyfon leistet nun wertvolle Dienste“, meint Thomas Behrendt. „Damit kann man den Hund auch außerhalb der Hörweite überwachen.“ So belohnt man die Fellnase nicht im falschen Moment mit seiner Rückkehr.

Kein Leckerchen für Härtefälle

Die meisten Hunde dürfen fürs ruhige Warten mit einem Leckerchen gelobt werden. Bei einigen ist jedoch Vorsicht geboten: Rückkehr mit Leckerchen kann bei ihnen dazu führen, dass sie den Besitzer noch stärker herbeisehnen. Diesen Hunden fällt das Warten dann noch schwerer als ohnehin schon. Hier gilt: Leckerchen weglassen und auch nicht loben oder begrüßen. Nur so kann der Hund lernen: Es ist die normalste und vor allem ödeste Sache der Welt, wenn Herrchen und Frauchen kommen und gehen.

Den individuellen Einstieg finden

In sehr schwierigen Fällen müssen Hundebesitzer innerhalb ihrer Wohnung mit dem Allein-Bleiben-Training beginnen. Dem Hund einfach mal die Tür vor der Nase zumachen und allein aufs Klo gehen, ist oft ein erster Schritt. Manche Hunde geraten schon in Panik, wenn der Besitzer bloß die Jacke anzieht oder nach dem Autoschlüssel greift. Hier heißt es zunächst: An- und Ausziehen, Schlüssel einstecken, Tasche packen etc. bis der Arzt kommt – beziehungsweise bis es dem Hund einfach zu viel ist, jedes Mal zur Tür zu rasen. Bleibt er gleichgültig gegenüber den früheren Angstauslösern, darf der Besitzer erstmals vor die Tür treten.

Tipps und Tricks gegen Trennungsangst:

  1. Die Tür erst öffnen, wenn der Hund ruhig ist
  2. Loben und belohnen
  3. Zur Distanzkontrolle ein Babyfon nutzen

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