Wenn die Jagdleidenschaft mit Hunden durchgeht, machen manche weder vor Joggern noch vor fahrenden Autos Halt. Training tut Not und bringt Sicherheit.

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Manche Hunde sind einfach nicht zu bremsen. Wenn die Jagdleidenschaft mit ihnen durchgeht, machen sie weder vor Joggern noch vor fahrenden Autos Halt. Training tut Not und bringt Sicherheit.

Zugegeben, ein Antijagdtraining braucht Zeit und ist komplex. Aber es macht Spaß. Und die ersten Erfolge stellen sich oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen ein. Hinzu kommt, dass nur die allerwenigsten Hunde wirklich jagen, wenn sie irgendetwas hinterherrennen. Für die meisten ist es schlicht und ergreifend ein lustiger Zeitvertreib, wenn ihnen langweilig wird. Andere „scheuchen“ nur, weil sie eigentlich Angst haben. Harmlos ist das Ganze dennoch nicht. Denn auch wenn Bello nicht in Autoreifen beißt und keine umgefallenen Radler frisst, sind Schäden und Verletzungen doch vorprogrammiert.

Action, Schätzchen!

Ein ausgeklügeltes Freizeitprogramm ist der erste Schritt hin zum „braven“ Hund. Damit Bello die Lust auf Jogger vergeht, braucht er jagdbare Alternativen. Nur verbieten bringt nichts, denn der Hund lernt so nicht, es „besser“ zu machen. Als Wolfserben müssen Hunde zudem jagen dürfen. Zur Debatte steht allein das „Was“. Deshalb: Rein in den nächsten Hunde-Spielzeugladen und Beute machen. Erlaubt ist alles, was dem Hund gefällt, vom Stofftier bis zum Gummiball. Für Wasserratten an etwas Schwimmfähiges denken und auch eine sogenannte „Reizangel“ besorgen. Aus einem Besenstiel und einem langen, festen Strick ist die auch leicht selbst gebastelt. Ebenso empfehlenswert ist ein Futter-Dummy, der mit Leckerli gefüllt werden kann.

Spiel gut!

Nun kann es losgehen. Schmeißen und apportieren, verstecken und suchen, Schleppen mit dem Futter-Dummy ausarbeiten und wie eine Katze dem an die Reizangel gebundenen Spielzeug hinterhersausen, am Fahrrad laufen, schwimmen gehen, mit Hundekumpels toben. Kein Spaziergang und keine Pinkelrunde mehr ohne Unterhaltungsprogramm. Geplagte Hundebesitzer werden schnell merken, dass der Hund bei allem nicht nur ausgeglichener wird, sondern bald auch „anhänglicher“ erscheint und häufig von sich aus etwas besser „hört“. Das liegt daran, dass der Besitzer plötzlich viel interessanter ist als früher. Für den Hund lohnt es sich, an Herrchens oder Frauchens Seite zu bleiben – denn wer weiß, was die sich gleich wieder ausdenken!

Kontrolle lernen

Parallel zu allem Hundespaß ist ein „Gehorsamstraining“ bedeutsam. Und: Fürs Erste nicht mehr ohne Schleppleine aus dem Haus gehen. Nur so lässt sich verhindern, dass sich ein Hund für „Ungehorsam“ selbst mit Jagen belohnt. Wichtig ist, Autos, Jogger und Radfahrer möglichst immer vor dem Hund zu entdecken. Anfangs lohnt es sich, diesen Jagdauslösern auszuweichen, denn auf größere Distanz fällt es den meisten Hunden leichter, sich zu beherrschen. Angsthasen fühlen sich so sicherer. Zudem sollte Bello zunächst immer ins „Sitz“ oder „Platz“ beordert werden, sobald ein Jogger oder Auto in Sicht kommt. Tipp: Während der Annäherung den Hund füttern, so lange, bis sich der Jagdauslöser wieder entfernt. Wenn das gut klappt, kann das Futter langsam ausgeschlichen werden, die Ausweich-Distanz darf sich nach und nach verringern und ein „Bei Fuß“ anstelle von „Sitz“ oder „Platz“ versucht werden. Bis das alles irgendwann auch ohne Leine funktioniert, vergehen je nach Hund zwischen einem halben und anderthalb Jahre.

Tipps & Tricks, wenn Bello Autos und Jogger jagt:

  • Den Hund viel beschäftigen und auslasten
  • Grundgehorsam üben
  • Nur mit Schleppleine gehen
  • Anforderungen langsam steigern

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