Man kommt nach Hause und an der Eingangstür wartet Bello mit einem überschwänglichen Begrüßungskommando. So mancher Besucher fühlt sich dadurch aber belästigt.

Foto: Sue McDonald - Fotolia.com

Wahrscheinlich ist dies einer der vielen schönen Gründe, sich mit einem Hund das Leben zu teilen: Man kommt nach Hause und an der Eingangstür begrüßt einen Bello derart überschwänglich – als ob gerade die Beatles winkend zur Tür hereinkommen würden. Was Sie als Hundehalter genießen, kann für Ihren Freundeskreis aber schnell als belästigend empfunden werden.

Die meisten Hunde lassen keine Zweifel aufkommen: Besuch ist ein Großereignis. Und der will stets königlich gefeiert werden – selbstverständlich mit rotem Teppich, Bügermeister und Blaskapelle. Nach Hundeart sieht das dann wie folgt aus: Wildes Gehopse, Anspringen oder Waschlappen-Zungen, die einem quer über das Gesicht schlecken. Wenn Bello sich erst einmal im Freudentaumel befindet, gibt es kein Halten mehr.

Blöd nur, wenn Ihr Besuch nicht wirklich Lust darauf hat, sich wie einen Rockstar feiern zu lassen. Was also tun, um allen Beteiligten zu Wohlgefallen zu verhelfen?

Warum Bello hochspringt

Ein Hund, der freudig an Besuch hochspringt, zeigt eine sogenannte „aktive Unterwerfung“. Er springt, weil er den Menschen die Mundwinkel schlecken möchte. Genauso wie er es ganz selbstverständlich bei seinen Hundefreunden tun würde. Deshalb sollte das Hochspringen am Besuch auch nicht bestraft werden. Aus Hundesicht wird Bello sonst für Höflichkeit bestraft. Und weil er sich ja eigentlich unterwerfen will, wird sein Gehampel immer schlimmer, je mehr man schimpft und straft.

Wissen, was man will

Wer seinem Hund angemessen zu verstehen gibt, was er sich wünscht, dem tut Bello auch den Gefallen. Jeder Erziehungsversuch beginnt deshalb mit einer Entscheidung: Was soll der Hund tun, anstatt am Besuch hochzuspringen? Am einfachsten ist es, den Hund zu einem „Steh“ oder „Sitz“ zu veranlassen. Das Training ist durchaus lustig und führt im Allgemeinen schnell zum Erfolg. Ein Clicker kann dabei eine wertvolle Hilfe sein.

So wird‘s gemacht

Zunächst übt der Hund mit seinem Besitzer, dann mit Familienmitgliedern und engen Freunden. Tipp: Engagieren Sie anfangs Leute, die den Hund wirklich mögen. Denn gerade in der Anfangszeit wird es noch vermehrt zum Anspringen kommen, bis der Hund begriffen hat, was wann nicht gewünscht ist. Im ersten Schritt verführt und animiert die Trainingsperson den Hund dazu hochzuspringen. Gerne auch mit Anlauf aus ein paar Metern Entfernung. Das geht am besten, wenn man sich rückwärts vom Hund entfernt und sich rufend und juchzend auf die Oberschenkel klopft. Bello wird heranpreschen, doch in dem Augenblick, in dem sich seine Vorderpfoten vom Boden lösen, dreht die Trainingsperson dem Hund unvermittelt den Rücken zu. Manche Hunde stehen nun erst eine Weile auf den Hinterpfoten, stemmen der Trainingsperson die Vorderpranken ins Kreuz und warten. Andere hopsen wie Flummi-Bälle, wieder andere rund um die Trainingsperson herum. Das alles gilt es ungerührt abzuwarten. Irgendwann wird der Hund merken, dass er mit nichts weiterkommt. Ratlos wird er sich abwenden, sich vielleicht von ganz allein hinsetzen, weil ihm nichts mehr einfällt. In diesem Augenblick wendet sich ihm die Trainingsperson zu und gibt ihm eine Belohnung.

Schritt zwei

Sobald sich der Hund jedesmal automatisch hinsetzt, wenn sich die Trainingsperson auch nur ansatzweise wegdreht, kann ein Wortsignal eingeführt werden. Zum Beispiel „Nicht springen“ oder „Sitz“. Der Ablauf ist nun: Animieren, „Nicht springen“ sagen, wegdrehen, Bello bleibt stehen oder setzt sich und wird belohnt. Wer möchte, dass Bello immer „Sitz“ macht, egal wer vor ihm steht, trainiert so lange, bis der Hund zunächst auch ohne Wegdrehen und später auch ohne Signalwort richtig reagiert. Alle anderen behalten die Signale bei, müssen Besucher vorab aber immer instruieren. Dann kann sich aber jeder so begrüßen lassen, wie es ihm gefällt.

Tipps und Tricks, wenn Bello Besucher anspringt:

  • Alternativverhalten überlegen
  • Anspringen provozieren
  • Wegdrehen und Signalwort einführen
  • Mit verschiedenen Personen und an unterschiedlichen Orten üben

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