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Hunde und Menschen ähneln sich in vielerlei Hinsicht. Auch darin, wie sie lernen. Genau wie Zweibeiner lernen Hunde spielerisch am besten. Gerade im Welpenalter.

Noch vor wenigen Jahren konnte man sich über eine eigenartige Praxis in vielen Hundeschulen wundern: Erziehungsbeginn ist erst, wenn Bello ein Jahr alt ist. Hundekenner wussten: Das ist reine Zeitverschwendung, denn die Altersgrenze war nur den unschönen Trainingsmethoden geschuldet. Lernaufschub gibt es zuweilen aber auch heute noch. Wenn auch aus einem anderen Grund. Hier behaupten die Trainer, „Welpenschule“ lohne sich nicht, weil Bello in der Pubertät sowieso alles vergesse. Aber auch das ist, mit Verlaub gesagt, Unsinn.

 Je früher, desto besser

Wer dafür sorgt, dass seinem Hund das Lernen Spaß macht, wer geduldig ist und die Perfektion in allen Übungen für später aufhebt, kann gar nicht früh genug mit der Erziehung seines Welpen beginnen. Es ist erstaunlich, was manche Welpen schon von einem engagierten Züchter mitbringen: Kaum acht Wochen alt, gehen einige bereits manierlich an der Leine, können „Sitz“ machen oder hören auf die Hundepfeife. Dahinter steckt keine Zauberei, sondern ein folgenreiches Motto. Und das lautet nicht „der Hund muss“, sondern „ich möchte, dass er will (aber nicht aus Angst vor Strafe)“.

Zwang und Gewalt sind überflüssig

Vertrauen ist die Basis, auf der jeder „Hundegehorsam“ aufbaut. Das Kunststück ist, nichts zu erzwingen. Beispiel Bürsten: Vielen Welpen ist das zunächst unangenehm oder langweilig. Wer die Bürste nun ganz entspannt ins gemeinsame Spielen oder die Schmusestunde einbezieht, bekommt bald einen Hund, der sich wirklich gern bürsten lässt. Wichtig dabei: anfangs nicht „echt“ bürsten. Zunächst ist die Bürste nur Spielzeug und „Wellnessgerät“, das weder ziept noch kratzt und gern auch mal apportiert oder angekaut werden darf.

Nicht knechten, sondern belohnen

Ein Hundehirn braucht Zeit zum Nachdenken, wenn es etwas lernen soll. Allzu leicht verführt das Menschen dazu, „nachzuhelfen“. Etwa indem sie schwitzend auf dem Hund knien, um ihm „Sitz“ oder „Platz“ begreiflich zu machen. Oder ihn mit Leinengerucke daran zu erinnern, wo die Nase beim „Bei Fuß“ zu schwingen hat. Besser geht es mit Leckerli oder Spielzeug: Den Hund in die gewünschte Position locken und in dem Augenblick, da er es am schönsten macht, seinen Preis gewinnen lassen. Das bedeutet auch, dass der Hund nicht erst am Ende einer Übung „gewinnt“, sondern währenddessen. Frei nach der Maxime „es soll schön sein, es zu tun – und nicht, es getan zu haben“.

Rücksicht nehmen: Aber gern doch

Klare Hausstandsregeln sind wichtig. Und was ein Hund darf oder nicht, richtet sich auch nach den Bedürfnissen seines Besitzers. Wenn der zum Beispiel keine Haare auf dem Sofa mag, darf der Hund eben nicht darauf. Das ist jedoch kein Grund, Bello tätlich anzugreifen, wenn er sich hin und wieder eben doch in den Kissen fläzt. Ein freundliches „Rutsch mal“ oder „Geh mal runter“ tut es auch und lässt sich durch ein fliegendes Leckerchen gehörig versüßen. Dann macht es Spaß, das Sofa zu verlassen. Ähnlich verhält es sich mit „Aus“: Wer tauscht statt klaut, braucht in der Regel nicht zu befürchten, dass sein Hund Besitztümer später mit Knurren und Zähneblecken für sich beansprucht.

Tipps und Tricks wie Welpen spielerisch lernen:

  • Früh übt sich, wer ein Meister werden will
  • Nichts erzwingen
  • Geduldig sein und nicht strafen
  • Den Welpen verlocken und verführen
  • Vertrauensaufbau geht vor perfektem Gehorsam

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